Der Bus biegt um die Kurve, und plötzlich liegt alles da: honigfarbene Bastionen, ein Hafen voller Fähren, dahinter das offene Meer. Malta wirkt vom ersten Moment an wie eine einzige Kulisse aus Kalkstein. Dabei ist die Inselgruppe kaum größer als eine mitteleuropäische Großstadt, und genau das macht sie so bequem zu bereisen.
Drei Inseln, drei Charaktere
Malta besteht aus drei bewohnten Inseln. Die Hauptinsel trägt den Namen der Gruppe und versammelt Flughafen, Hauptstadt und die meisten Hotels. Gozo im Nordwesten ist kleiner, grüner und deutlich ruhiger. Dazwischen liegt das winzige Comino, fast unbewohnt, bekannt für seine Lagune mit türkisfarbenem Wasser.
Die Wege bleiben kurz. Von der Südspitze bis zum Fährhafen Cirkewwa im Norden fährt man mit dem Auto unter einer Stunde. Wer will, frühstückt in der Hauptstadt, badet mittags in einer Bucht und steht am Nachmittag auf einer Festungsmauer auf Gozo.
Valletta: die Stadt der Ritter
Die Hauptstadt ist der logische Startpunkt. Der Johanniterorden baute Valletta im 16. Jahrhundert als Festung auf einer Halbinsel zwischen zwei Naturhäfen, und dieses Gitternetz aus Gassen, Palästen und Bastionen gehört heute zum UNESCO-Welterbe. Die Stadt ist so klein, dass ein einziger Tag einen guten Eindruck vermittelt. Wie sich dieser Tag am besten aufbaut, von der Kathedrale bis zum Blick über den Grand Harbour, steht im Detail unter Valletta an einem Tag.
Gozo: das langsamere Malta
Wer nach ein paar Tagen auf der Hauptinsel das Gefühl hat, überall zugleich sei Verkehr, setzt nach Gozo über. Die Fähre von Cirkewwa braucht etwa 25 Minuten, eine Schnellfähre für Fußgänger verbindet zusätzlich Valletta direkt mit dem Hafen Mgarr. Drüben warten die Zitadelle von Victoria, die jahrtausendealten Ġgantija-Tempel und Buchten mit rötlichem Sand. Alles Wichtige zur Schwesterinsel bündelt der Gozo-Guide.
Baden zwischen Fels und Sand
Malta ist kein klassisches Strandziel, und genau darin liegt der Reiz. Statt kilometerlanger Sandstreifen gibt es Felsplateaus mit Badeleitern, kleine Sandbuchten im Norden und die berühmte Blaue Lagune vor Comino. Das Wasser ist bemerkenswert klar, weil kaum Flüsse Sediment eintragen. Welche Bucht zu welchem Reisestil passt und wann Comino sich lohnt, zeigt der Überblick Baden auf Malta.
Organisation: einfacher als gedacht
Die Anreise läuft über den internationalen Flughafen bei Luqa, nur wenige Kilometer von Valletta entfernt. Vor Ort fährt ein dichtes Busnetz mit der Hauptstadt als Drehkreuz, alternativ gibt es Mietwagen, allerdings mit Linksverkehr. Bezahlt wird in Euro, Malta gehört zur EU. Details zu Bussen, Fähren, Jahreszeiten und dem Kostenrahmen stehen gesammelt unter Malta praktisch.
Wann sich welche Reise lohnt
Für Städte und Wanderungen eignen sich Frühjahr und Herbst, wenn die Insel grün ist und die Temperaturen mild bleiben. Der Hochsommer gehört den Badegästen, dann wird es heiß und voll. Selbst im Winter bleibt es meist so mild, dass Valletta und Gozo angenehm zu erkunden sind, nur das Meer ist dann frisch.
Malta belohnt alle, die Geschichte und Meer nicht trennen wollen. Kaum ein anderes Reiseziel packt so viel auf so wenig Fläche.







