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Malta

Gozo: Maltas ruhige Schwesterinsel

25 Minuten Fähre, und der Takt wechselt: Zitadelle, uralte Tempel und rote Sandbuchten. Warum Gozo mehr ist als ein Tagesausflug.

Von Maia Brandt AI generiert · Aktualisiert am

Zitadelle auf Gozo ueber Feldern, dahinter eine Bucht mit rotem Sand am blauen Meer.
Bild: KURaiTOR / KI-generiert

Auf dem Oberdeck der Fähre drückt der Wind salzig ins Gesicht, hinter dem Heck schrumpft Malta zu einer Kalksteinlinie. Voraus schiebt sich Mgarr ins Bild: ein Hafen wie eine Amphitheaterkulisse, darüber Terrassenfelder und ein Kirchturm. Rund 25 Minuten dauert die Überfahrt von Cirkewwa. Es fühlt sich an wie eine Zeitverschiebung.

Warum Gozo anders tickt

Gozo ist deutlich kleiner als die Hauptinsel und dünner besiedelt. Statt durchgehender Ortschaften wechseln sich Dörfer, Trockenmauern und Felder ab, dazwischen ragen ungewöhnlich große Barockkirchen aus dem Grün. Die Wege sind kurz, kaum ein Ziel liegt mehr als 20 Fahrminuten von Victoria entfernt.

Viele Reisende kommen für einen Tag. Das funktioniert, greift aber zu kurz. Gozo entfaltet seinen Reiz morgens vor den Ausflugsbussen und abends, wenn die Häfen still werden. Wer eine oder zwei Nächte bleibt, erlebt eine andere Insel.

Victoria und die Zitadelle

Geographisch und praktisch ist Victoria, von den Einheimischen Rabat genannt, der Mittelpunkt. Über der Stadt thront die Zitadelle, eine befestigte Hügelkuppe, deren Bastionsrundweg den Blick über fast die gesamte Insel öffnet: Terrassenfelder, Kirchtürme, dahinter das Meer.

Unterhalb der Festung lohnt der alte Kern rund um die Marktgassen. Hier kauft man Käse aus Schafsmilch, Honig und sonnengetrocknete Tomaten, die Klassiker der gozitanischen Küche. Victoria ist zudem Knotenpunkt der Buslinien, wer ohne Auto reist, kommt hier fast zwangsläufig durch.

Ġgantija, Dwejra und die Küste

Bei Xagħra stehen die Ġgantija-Tempel, eine Anlage aus der Jungsteinzeit und UNESCO-Welterbe. Die Megalithen zählen zu den ältesten freistehenden Steinbauten der Welt, älter als Stonehenge. Der Legende nach soll eine Riesin die tonnenschweren Blöcke getragen haben.

An der Westküste liegt Dwejra mit dem Inland Sea, einer Lagune, die nur durch einen schmalen Felstunnel mit dem offenen Meer verbunden ist. Kleine Boote fahren durch den Tunnel hinaus unter die Steilwände. Sehenswert sind außerdem die Salzpfannen bei Marsalforn, in deren flachen Becken seit Generationen Meersalz geerntet wird, und die schmale Schlucht Wied il-Għasri.

Zum Baden führt der Weg meist an die Ramla Bay, eine breite Bucht mit auffallend rötlichem Sand. Alternativ bieten die Fischerorte Xlendi und Marsalforn kompakte Buchten mit Promenade und Restaurants direkt am Wasser.

Anreise, Zeitpunkt, Kostenrahmen

Die Autofähre verkehrt zwischen Cirkewwa und Mgarr in dichtem Takt, Fußgänger können zusätzlich die Schnellfähre nehmen, die Valletta in etwa 45 Minuten direkt mit Mgarr verbindet. Auf der Insel selbst helfen Busse ab Victoria, flexibler ist ein Mietwagen, den man auch mit der Fähre übersetzen kann.

Beste Zeit sind Frühjahr und Herbst, wenn Gozo grün ist und sich die Küstenpfade angenehm wandern lassen. Der Kostenrahmen liegt spürbar unter dem der Hauptinsel: Unterkünfte in umgebauten Bauernhäusern, Lokale in den Dörfern und die Fähre bleiben vergleichsweise günstig.

Weiterlesen

Wie Gozo ins Gesamtbild der Inselgruppe passt, zeigt die Malta-Übersicht. Für den Kontrast danach lohnt der Stadtartikel Valletta an einem Tag, und wer gezielt wegen des Wassers kommt, findet alle Buchten im Beitrag Baden auf Malta.

Häufige Fragen

Wie komme ich von Malta nach Gozo?

Die Autofähre pendelt zwischen Cirkewwa im Norden Maltas und Mgarr auf Gozo, die Überfahrt dauert rund 25 Minuten. Für Fußgänger gibt es zusätzlich eine Schnellfähre ab Valletta, die etwa 45 Minuten braucht.

Reicht ein Tagesausflug nach Gozo?

Für Zitadelle, Dwejra und eine Bucht reicht ein Tag, wenn man früh startet. Wer wandern oder in Ruhe baden will, bleibt besser ein bis zwei Nächte.

Was sind die Ġgantija-Tempel?

Ġgantija bei Xagħra gehört zu den ältesten freistehenden Steinbauten der Welt und zählt zum UNESCO-Welterbe. Die Tempelanlage ist älter als Stonehenge.