Kurz nach dem Paternsattel bleibt fast jeder stehen. Bis hierher lagen die Drei Zinnen als schräge Kante im Blick, jetzt drehen sie sich auf und zeigen ihre Nordwände: drei senkrechte Türme, darunter Geröll, dahinter nichts als Himmel. Ein Murmeltier pfeift irgendwo im Schutt. Genau für diesen Moment kommen die Menschen aus aller Welt hierher.
Die klassische Runde
Startpunkt ist die Auronzohütte auf rund 2320 Metern, an der Südseite des Massivs. Von dort führt ein breiter Weg fast eben zur Lavaredohütte und hinauf zum Paternsattel. Dann folgt der große Auftritt der Nordwände, weiter geht es zur Dreizinnenhütte auf ihrem Aussichtsbalkon gegenüber.
Zurück wanderst du auf der Nordwestseite über die Langalm mit ihren kleinen Seen und durch die Scharte Col di Mezzo zur Auronzohütte. Insgesamt sind das rund zehn Kilometer mit einigen hundert Höhenmetern, etwa drei bis vier Stunden reine Gehzeit. Die Runde lässt sich in beide Richtungen gehen, gegen den Uhrzeigersinn spart man sich den steilsten Anstieg für den Anfang.
Die besten Momente unterwegs
Drei Stellen solltest du dir Zeit lassen. Der Blick vom Paternsattel auf die aufgefächerten Zinnen ist der bekannteste. Von der Terrasse der Dreizinnenhütte wirken die Nordwände am mächtigsten, besonders am Nachmittag, wenn Licht auf die Kanten fällt. Und an der Langalm spiegeln sich die Türme bei ruhigem Wetter in flachen Lacken.
Wer Kondition übrig hat, hängt einen Abstecher an. Vom Paternsattel zweigt der Weg Richtung Büllelejoch ab, deutlich ruhiger und mit Blick in die Sextner Dolomiten.
Anreise
Die Auronzohütte erreichst du über eine Mautstraße, die beim Misurinasee beginnt. In der Hochsaison ist der Andrang groß, die Zufahrt kann bei vollen Parkflächen zeitweise dicht sein. Entspannter geht es mit dem Bus, der in der Saison von Toblach über den Misurinasee hinauffährt. Toblach selbst liegt an der Pustertalbahn.
Eine schöne Alternative führt von unten hinauf: aus dem Fischleintal bei Sexten zur Dreizinnenhütte. Das ist deutlich mehr Anstieg, dafür startest du ohne Maut und abseits des größten Trubels.
Zeitpunkt
Die Runde ist meist von Ende Juni bis Mitte Oktober gut machbar, vorher liegen oft noch Schneefelder am Paternsattel. Juli und August sind extrem voll. Besser: früher Morgen oder später Nachmittag, dann hast du weiches Licht und leerere Wege. Der September gilt vielen als beste Zeit, klar und ruhig.
Das Wetter verdient Respekt. Auf über 2300 Metern kann es auch im Sommer schneien, Gewitter ziehen schnell auf. Jacke, Mütze und genug Wasser gehören immer in den Rucksack.
Kostenrahmen
Rechne mit drei Posten: der Maut für die Zufahrtsstraße samt Parkplatz, alternativ dem Busticket, und der Einkehr auf einer der drei Hütten am Weg. Wer mit öffentlichen Bussen anreist und Brotzeit mitnimmt, hält den Tag günstig. Die Landschaft kostet nichts, und sie ist der eigentliche Grund der Reise.
Weiterlesen
Die Drei Zinnen sind der bekannteste Baustein einer Region, die noch viel mehr kann. Einen Überblick über Täler, Touren und Anreise gibt die Dolomiten-Übersicht. Wer nach dieser Runde Lust auf mehr Höhenluft hat, findet im Beitrag zum Hüttenwandern in den Dolomiten die nächste Stufe, und mit der Seiser Alm einen deutlich sanfteren Kontrast.
