Kurz nach neun an der Felsküste von Sliema: Eine ältere Frau steigt die Metallleiter hinunter, gleitet ins Wasser und zieht ihre Bahnen, als wäre das Meer ihr Hallenbad. Genau so badet Malta am liebsten. Nicht am breiten Sandstrand, sondern vom Fels aus, über Wasser, das so klar ist, dass die Seeigel am Grund zu zählen sind.
Fels statt Sand: das maltesische Prinzip
Die Inselgruppe besteht aus Kalkstein, Flüsse fehlen fast völlig. Deshalb trägt kaum Sediment ins Meer, und deshalb ist das Wasser so durchsichtig. Die Kehrseite: Echte Sandstrände sind rar. Weite Teile der Küste bestehen aus flachen Felsplateaus, an denen Leitern und betonierte Einstiege den Zugang erleichtern.
Für viele Reisende ist das zunächst ungewohnt. Badeschuhe helfen, ebenso ein Sonnenschirm, denn Schatten gibt es auf dem Fels selten. Belohnt wird man mit tiefem, klarem Wasser direkt am Einstieg, ideal zum Schnorcheln.
Die Sandbuchten im Norden
Wer Sand will, fährt in den Nordwesten der Hauptinsel. Die Mellieha Bay, auch Ghadira genannt, ist der längste Sandstrand Maltas und fällt sehr flach ab, gut für Familien mit kleinen Kindern. Ein Stück südwestlich liegt die Golden Bay zwischen Lehmhängen, daneben die Nachbarbucht Ghajn Tuffieha, die nur über eine lange Treppe erreichbar ist und deshalb ruhiger bleibt.
| Bucht | Charakter | Geeignet für |
|---|---|---|
| Mellieha Bay (Ghadira) | langer, flacher Sandstrand | Familien, Nichtschwimmer |
| Golden Bay | Sand, gut erschlossen | bequemen Badetag |
| Ghajn Tuffieha | Sand, Treppenzugang | Ruhesuchende |
| St. Peter's Pool | Felsbecken bei Marsaxlokk | Schwimmer, Springer |
| Ramla Bay (Gozo) | breiter, rötlicher Sand | Ausflug mit Bademantel im Gepäck |
Comino und die Blaue Lagune
Zwischen Malta und Gozo liegt Comino, kaum bewohnt und berühmt für die Blaue Lagune, einen flachen Sund mit türkisfarbenem Wasser über hellem Sandgrund. Kleine Boote pendeln von Cirkewwa und Marfa hinüber, dazu kommen Ausflugsboote aus mehreren Häfen der Hauptinsel.
Die Lagune ist spektakulär, aber kein stiller Ort. Im Hochsommer füllt sie sich schon am Vormittag. Wer das Farbenspiel ohne Gedränge erleben will, nimmt ein frühes Boot oder kommt am späten Nachmittag, wenn die Tagesausflügler abziehen. Nebensaison und Randzeiten machen hier den Unterschied.
Baden auf Gozo
Die Schwesterinsel hat mit der Ramla Bay den auffälligsten Strand der Gruppe: breiter, rötlich schimmernder Sand zwischen grünen Hügeln. Kleiner und felsiger baden Xlendi und Marsalforn, wo man direkt von der Promenade ins Wasser steigt. Auch die Schlucht Wied il-Ghasri mündet in einem schmalen Meeresarm, der sich zum Schnorcheln eignet.
Zeitpunkt und Ausrüstung
Die Badesaison läuft grob von Juni bis Oktober, das Meer ist im Spätsommer am wärmsten und hält die Wärme bis in den Herbst. Der Kostenrahmen bleibt klein: Die meisten Buchten sind frei zugänglich, bezahlt wird höchstens für Liegen, Bootstransfers und den Bus. Wichtig sind Badeschuhe, Schnorchel und ausreichend Wasser, denn Kioske gibt es nicht überall.
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Wie die Badetage mit Kultur und Inselhüpfen zusammenpassen, zeigt die Malta-Übersicht. Für die Buchten der Schwesterinsel lohnt der Gozo-Guide, und Fragen zu Bussen und Reisezeit beantwortet der Beitrag Malta praktisch.
