Abends, wenn die Flut kommt, stehen sie in Reihen auf der Terrasse über der Côte des Basques: Menschen mit Salzwasser im Haar, ein Glas in der Hand, den Blick auf die Wellen gerichtet. Hinter ihnen leuchten die Türmchen der Belle-Epoque-Villen. Vor ihnen rollt der Atlantik heran, Linie um Linie. Das ist Biarritz in einem Bild.
Eine Region, zwei Länder
Das Baskenland liegt beiderseits der Grenze zwischen Frankreich und Spanien, am inneren Winkel des Golfs von Biskaya. Auf der französischen Seite reihen sich Biarritz, Bidart, Guéthary und Saint-Jean-de-Luz aneinander. Hinter dem Grenzfluss Bidasoa beginnt die spanische Seite mit Hondarribia, San Sebastián und schließlich Bilbao.
Verbunden wird beides durch mehr als Geografie. Die baskische Sprache Euskara, die grün gestreiften Hügel, die Vorliebe für gutes Essen und die enge Beziehung zum Meer prägen beide Seiten. Wer hier reist, wechselt das Land oft mehrmals am Tag und merkt es kaum.
Biarritz: Vom Fischerdorf zum Seebad
Biarritz war einmal ein Walfängerort, dann kam der europäische Adel zur Sommerfrische, und die Stadt bekam ihre Casinos, Hotels und Villen. Geblieben ist eine eigentümliche Mischung: mondäne Fassaden an der Grande Plage, daneben Surfshops, Markthallen und Felsenwege wie der zum Rocher de la Vierge, einem Felsen mit Marienstatue im Meer.
Vor allem aber ist Biarritz der Ort, an dem das Wellenreiten in Europa heimisch wurde. Wie der Einstieg gelingt, welche Strände sich für Anfänger eignen und was eine gute Surfschule ausmacht, steht im Artikel über das Surfen lernen in Biarritz.
Ausflüge: Über die Grenze und die Küste entlang
Kaum eine Stadt liegt so nah und ist doch so anders: San Sebastián, rund fünfzig Kilometer entfernt, mit der Muschelbucht La Concha und der dichtesten Pintxos-Kultur Spaniens. Wie der Tagesausflug gelingt, mit Bahn, Bus oder Auto, beschreibt der Beitrag über den Ausflug nach San Sebastián.
Wer mehr Zeit hat, folgt der Küste weiter nach Westen. Zwischen Biarritz und Bilbao liegen Fischerorte, Klippenlandschaften und lange Sandstrände, von Saint-Jean-de-Luz über Getaria bis zu den Felsschichten von Zumaia. Eine Übersicht mit den lohnendsten Stationen gibt der Artikel über die Orte der baskischen Küste.
Essen als Reisegrund
Man kann ins Baskenland fahren, nur um zu essen. Pintxos-Bars, Cidre-Häuser, Fischgrills am Hafen und eine Dichte an ausgezeichneten Restaurants, die weltweit ihresgleichen sucht. Was hinter Begriffen wie Pintxos, Txakoli und Marmitako steckt und wie ein Abend in den Altstadtgassen abläuft, erklärt der Beitrag über die baskische Kulinarik.
Anreise
Der Flughafen Biarritz Pays Basque liegt nur wenige Kilometer vom Zentrum entfernt. Alternativ landet man in Bilbao auf spanischer Seite und reist von dort die Küste hinauf. Mit der Bahn erreicht man Biarritz über die Strecke von Bordeaux Richtung Hendaye, der Bahnhof liegt etwas außerhalb des Zentrums, Busse übernehmen den Rest.
Der richtige Zeitpunkt
Die Hauptsaison im Sommer bringt volle Strände und lebhafte Abende. Ruhiger und oft sonnig ist der frühe Herbst, wenn das Wasser noch warm ist und die Wellen verlässlicher werden. Auch das Frühjahr hat seinen Reiz, mit grünen Hügeln und leeren Promenaden. Regen gehört hier in jeder Jahreszeit dazu, er macht die Landschaft so grün.
Kostenrahmen
Biarritz und San Sebastián gehören zu den teureren Zielen ihrer Länder, besonders im Hochsommer. Wer außerhalb der Ferienzeiten reist, in den Nachbarorten übernachtet und mittags in Markthallen oder Pintxos-Bars isst, hält das Budget im Rahmen. Die schönsten Dinge, Strände, Klippenwege und Abendlicht, kosten ohnehin nichts.







