Die kleine Bahn ruckelt aus dem Bahnhof von Hendaye, unten glitzert die Bidasoa, und irgendwo auf dieser Brücke wechselt das Land. Kein Schild, kein Halt, nur ein anderes Mobilfunknetz. Eine halbe Stunde später steht man in San Sebastián, und schon der erste Blick auf die Bucht erklärt, warum diese Stadt seit Generationen Reisende anzieht.
Was San Sebastián besonders macht
Donostia, wie die Stadt auf Baskisch heißt, liegt an einer fast kreisrunden Bucht: La Concha, die Muschel. Zwei bewaldete Hügel rahmen sie ein, in der Mitte liegt eine kleine Insel, dahinter beginnt die offene Biskaya. Die Promenade mit ihrem weißen Geländer zieht sich am Sand entlang, dahinter stehen die Prachtbauten aus der Zeit, als der spanische Hof hier den Sommer verbrachte.
Der zweite Trumpf ist die Parte Vieja, die Altstadt am Fuß des Monte Urgull. In ihren engen Gassen drängen sich mehr Pintxos-Bars als irgendwo sonst im Baskenland. Wer abends durch die Calle Fermín Calbetón geht, versteht, warum viele nur zum Essen herkommen.
Der Weg von Biarritz
Rund fünfzig Kilometer trennen Biarritz von San Sebastián, und es gibt drei gute Wege.
| Variante | Ablauf | Ungefähre Dauer |
|---|---|---|
| Bahn plus Euskotren | Zug oder Bus nach Hendaye, dort umsteigen in die Schmalspurbahn | Etwa anderthalb bis zwei Stunden |
| Direkter Fernbus | Ohne Umstieg von Biarritz ins Zentrum von San Sebastián | Rund eine Stunde, je nach Verkehr |
| Auto über die Autobahn | Schnell, aber Parken im Zentrum ist mühsam | Unter einer Stunde ohne Stau |
Die schönste Variante ist die Bahn. In Hendaye wartet die Euskotren, im Volksmund Topo genannt, der Maulwurf, weil sie sich durch etliche Tunnel gräbt. Sie überquert die Bidasoa und hält nach etwa fünfunddreißig Minuten in San Sebastián. Autofahrer lassen den Wagen am besten in einem Parkhaus am Rand des Zentrums stehen.
Ein Tag in der Stadt
Der Vormittag gehört der Bucht. Wer mag, geht den Bogen der Concha-Promenade bis zum westlichen Ende ab, wo eine historische Standseilbahn auf den Monte Igueldo führt. Oben wartet der klassische Postkartenblick über Bucht, Insel und Stadt. Zurück am Wasser lohnt der Abstecher zum Kamm des Peine del Viento, einer Skulpturengruppe, in der die Wellen durch Felslöcher fauchen.
Nachmittags zieht die Altstadt. Die Kirche Santa María, der Hafen mit seinen bunten Booten, der Aufstieg auf den Monte Urgull mit der Festung obendrauf: alles liegt dicht beieinander. Dazwischen immer wieder Plätze, auf denen das Leben stattfindet, allen voran die Plaza de la Constitución mit ihren nummerierten Balkonen.
Der Abend gehört den Pintxos. Man isst im Stehen, ein oder zwei Häppchen pro Bar, dazu ein kleines Glas, dann weiter zur nächsten Theke. Wer tiefer einsteigen will, findet die Grundregeln im Beitrag über die baskische Kulinarik.
Zeitpunkt und Budget
San Sebastián funktioniert das ganze Jahr. Im Sommer ist die Stadt voll und lebhaft, im Herbst milder und entspannter, im Winter zeigt die Biskaya ihre dramatische Seite mit Wellen, die über die Promenadenmauern schlagen. Der Ausflug selbst ist günstig, teuer wird höchstens der Abend: Pintxos wirken preiswert, summieren sich aber schneller als gedacht.
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Einen Überblick über die ganze Region bietet die Seite Biarritz und Baskenland. Wer auf den Geschmack gekommen ist, reist weiter durch die Orte der baskischen Küste zwischen Biarritz und Bilbao.
