Auf der Hafenmauer von Getaria sitzt ein alter Mann und schaut zu, wie der Rauch der Fischgrills über die Gasse zieht. Hinter ihm ragt der bewaldete Hügel auf, den hier alle die Maus nennen, weil er wie eine ins Meer laufende Maus aussieht. Es riecht nach Holzkohle und gegrilltem Steinbutt. Wer die baskische Küste bereist, sammelt solche Momente wie andere Leute Muscheln.
Die französische Seite: Von Biarritz nach Hendaye
Gleich hinter Biarritz beginnt eine Kette kleiner Orte, die sich gut an einem Tag verbinden lassen. Bidart und Guéthary liegen auf Klippen über eigenen Stränden, mit Dorfplätzen, Pelota-Wänden und weiß-roten Häusern im labourdinischen Stil.
Saint-Jean-de-Luz ist der größte Zwischenstopp. Die geschützte Bucht macht den Strand familienfreundlich, die Altstadt mit ihren Fachwerkfassaden und der Kirche, in der einst ein französischer König heiratete, hat Substanz weit über den Badeort hinaus. Der Fischereihafen mit den bunten Booten gehört zu den meistfotografierten Motiven der Region.
Hendaye markiert das Ende Frankreichs. Sein langer, sanfter Sandstrand ist bei Surfanfängern und Familien beliebt, und über die Bidasoa blickt man schon hinüber nach Spanien.
Über die Grenze: Hondarribia und die Gipuzkoa-Küste
Gegenüber von Hendaye liegt Hondarribia, eine befestigte Altstadt auf dem Hügel und darunter das alte Fischerviertel La Marina, dessen Balkone in Grün, Rot und Blau leuchten. Von hier führt die Küstenstraße weiter nach Westen, vorbei an San Sebastián, dem der eigene Beitrag über den Ausflug nach San Sebastián gewidmet ist.
Dahinter folgen drei Orte in dichter Folge. Zarautz besitzt den längsten Strand der baskischen Küste, fast drei Kilometer Sand, auf denen Surfer aus ganz Europa trainieren. Getaria, Geburtsort des Weltumseglers Juan Sebastián Elcano, lebt vom Fischfang und vom Txakoli-Wein der umliegenden Hänge. Und Zumaia zeigt an der Itzurun-Bucht seine Flysch-Klippen: Gesteinsschichten, aufgestellt wie Buchseiten, in denen viele Millionen Jahre Erdgeschichte ablesbar sind.
Bizkaia: Mundaka, Gaztelugatxe und Bilbao
Weiter westlich wird die Küste wilder. Mundaka liegt an der Mündung eines geschützten Mündungsgebiets, des Biosphärenreservats Urdaibai, und ist unter Surfern für seine lange linke Welle berühmt. Der Ort selbst bleibt ein Dorf mit Hafen, Kirche und ein paar Bars, was seinen Reiz ausmacht.
Kurz vor Bilbao wartet der spektakulärste Punkt der Strecke: San Juan de Gaztelugatxe, eine Felseninsel mit einer kleinen Kapelle, verbunden mit dem Festland durch eine steinerne Brücke und einen gewundenen Treppenweg mit 241 Stufen. Der Auf- und Abstieg kostet Schweiß, der Blick über die Brandung entschädigt dafür. Bilbao schließlich lohnt als Finale, mit dem Guggenheim-Museum am Fluss und einer Altstadt voller Bars.
Die Stationen im Überblick
| Ort | Land | Warum hinfahren |
|---|---|---|
| Saint-Jean-de-Luz | Frankreich | Geschützte Bucht, Altstadt, Hafen |
| Hondarribia | Spanien | Festungsstadt und buntes Fischerviertel |
| Zarautz | Spanien | Längster Strand der Region, Surfrevier |
| Getaria | Spanien | Fischgrills, Txakoli, Hafenatmosphäre |
| Zumaia | Spanien | Flysch-Klippen an der Itzurun-Bucht |
| Mundaka | Spanien | Dorfidyll und berühmte Welle |
| San Juan de Gaztelugatxe | Spanien | Felseninsel mit Kapelle und Treppenweg |
Anreise und Planung
Wer die ganze Strecke fahren will, nimmt am besten ein Auto und meidet die Autobahn zugunsten der Küstenstraßen. Ohne Auto helfen die Bahn auf französischer Seite und die Euskotren auf spanischer Seite, die viele Küstenorte verbindet. Für Gaztelugatxe gilt: früh am Tag kommen, der Andrang wächst ab dem Vormittag. Zwei bis drei Tage sind ein realistischer Rahmen, mit Übernachtungen etwa in Saint-Jean-de-Luz und Getaria.
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Alle Beiträge zur Region bündelt die Übersicht Biarritz und Baskenland. Wer unterwegs auf den Geschmack kommt, findet im Artikel über Pintxos und baskisches Essen das nötige Rüstzeug für die Abende.
