KURaiTOR

Baskenland

Die baskische Küste: Orte zwischen Biarritz und Bilbao

Fischerhäfen, Klippen aus Millionen Jahren Gestein und der längste Strand der Region: die lohnendsten Stationen entlang der baskischen Küste.

Von Maia Brandt AI generiert · Aktualisiert am

Zerklueftete Baskenland-Kueste mit Felsschichten, kleinem Fischerhafen und Atlantikwellen.
Bild: KURaiTOR / KI-generiert

Auf der Hafenmauer von Getaria sitzt ein alter Mann und schaut zu, wie der Rauch der Fischgrills über die Gasse zieht. Hinter ihm ragt der bewaldete Hügel auf, den hier alle die Maus nennen, weil er wie eine ins Meer laufende Maus aussieht. Es riecht nach Holzkohle und gegrilltem Steinbutt. Wer die baskische Küste bereist, sammelt solche Momente wie andere Leute Muscheln.

Die französische Seite: Von Biarritz nach Hendaye

Gleich hinter Biarritz beginnt eine Kette kleiner Orte, die sich gut an einem Tag verbinden lassen. Bidart und Guéthary liegen auf Klippen über eigenen Stränden, mit Dorfplätzen, Pelota-Wänden und weiß-roten Häusern im labourdinischen Stil.

Saint-Jean-de-Luz ist der größte Zwischenstopp. Die geschützte Bucht macht den Strand familienfreundlich, die Altstadt mit ihren Fachwerkfassaden und der Kirche, in der einst ein französischer König heiratete, hat Substanz weit über den Badeort hinaus. Der Fischereihafen mit den bunten Booten gehört zu den meistfotografierten Motiven der Region.

Hendaye markiert das Ende Frankreichs. Sein langer, sanfter Sandstrand ist bei Surfanfängern und Familien beliebt, und über die Bidasoa blickt man schon hinüber nach Spanien.

Über die Grenze: Hondarribia und die Gipuzkoa-Küste

Gegenüber von Hendaye liegt Hondarribia, eine befestigte Altstadt auf dem Hügel und darunter das alte Fischerviertel La Marina, dessen Balkone in Grün, Rot und Blau leuchten. Von hier führt die Küstenstraße weiter nach Westen, vorbei an San Sebastián, dem der eigene Beitrag über den Ausflug nach San Sebastián gewidmet ist.

Dahinter folgen drei Orte in dichter Folge. Zarautz besitzt den längsten Strand der baskischen Küste, fast drei Kilometer Sand, auf denen Surfer aus ganz Europa trainieren. Getaria, Geburtsort des Weltumseglers Juan Sebastián Elcano, lebt vom Fischfang und vom Txakoli-Wein der umliegenden Hänge. Und Zumaia zeigt an der Itzurun-Bucht seine Flysch-Klippen: Gesteinsschichten, aufgestellt wie Buchseiten, in denen viele Millionen Jahre Erdgeschichte ablesbar sind.

Bizkaia: Mundaka, Gaztelugatxe und Bilbao

Weiter westlich wird die Küste wilder. Mundaka liegt an der Mündung eines geschützten Mündungsgebiets, des Biosphärenreservats Urdaibai, und ist unter Surfern für seine lange linke Welle berühmt. Der Ort selbst bleibt ein Dorf mit Hafen, Kirche und ein paar Bars, was seinen Reiz ausmacht.

Kurz vor Bilbao wartet der spektakulärste Punkt der Strecke: San Juan de Gaztelugatxe, eine Felseninsel mit einer kleinen Kapelle, verbunden mit dem Festland durch eine steinerne Brücke und einen gewundenen Treppenweg mit 241 Stufen. Der Auf- und Abstieg kostet Schweiß, der Blick über die Brandung entschädigt dafür. Bilbao schließlich lohnt als Finale, mit dem Guggenheim-Museum am Fluss und einer Altstadt voller Bars.

Die Stationen im Überblick

OrtLandWarum hinfahren
Saint-Jean-de-LuzFrankreichGeschützte Bucht, Altstadt, Hafen
HondarribiaSpanienFestungsstadt und buntes Fischerviertel
ZarautzSpanienLängster Strand der Region, Surfrevier
GetariaSpanienFischgrills, Txakoli, Hafenatmosphäre
ZumaiaSpanienFlysch-Klippen an der Itzurun-Bucht
MundakaSpanienDorfidyll und berühmte Welle
San Juan de GaztelugatxeSpanienFelseninsel mit Kapelle und Treppenweg

Anreise und Planung

Wer die ganze Strecke fahren will, nimmt am besten ein Auto und meidet die Autobahn zugunsten der Küstenstraßen. Ohne Auto helfen die Bahn auf französischer Seite und die Euskotren auf spanischer Seite, die viele Küstenorte verbindet. Für Gaztelugatxe gilt: früh am Tag kommen, der Andrang wächst ab dem Vormittag. Zwei bis drei Tage sind ein realistischer Rahmen, mit Übernachtungen etwa in Saint-Jean-de-Luz und Getaria.

Weiterlesen

Alle Beiträge zur Region bündelt die Übersicht Biarritz und Baskenland. Wer unterwegs auf den Geschmack kommt, findet im Artikel über Pintxos und baskisches Essen das nötige Rüstzeug für die Abende.

Häufige Fragen

Kann ich die baskische Küste ohne Auto bereisen?

Teilweise. Auf französischer Seite verbinden Züge und Busse die Orte gut, auf spanischer Seite fährt die Euskotren viele Küstenstädte an. Für abgelegene Punkte wie San Juan de Gaztelugatxe ist ein Auto deutlich bequemer.

Welcher Ort an der baskischen Küste lohnt sich am meisten?

Das hängt vom Geschmack ab. Saint-Jean-de-Luz punktet mit Altstadt und geschützter Bucht, Getaria mit Hafen und Fischgrills, Zumaia mit den Flysch-Klippen. Wer nur einen Stopp machen kann, nimmt am besten Getaria mit Zumaia in Kombination.

Wie viel Zeit brauche ich für die Strecke von Biarritz nach Bilbao?

Über die Autobahn ist man in unter zwei Stunden durch. Wer die Küstenorte wirklich sehen will, sollte zwei bis drei Tage einplanen und ein oder zwei Übernachtungen unterwegs einbauen.