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Dolomiten: Der Einstieg in die bleichen Berge

Warum die Dolomiten abends glühen, wo du anfangen solltest und welche Touren sich wirklich lohnen: die Übersicht für deine erste Reise.

Von Maia Brandt · Aktualisiert am

Der Moment kommt kurz vor Sonnenuntergang. Die Wiesen liegen schon im Schatten, dann fängt der Fels an zu leuchten: erst gelb, dann orange, zuletzt in einem tiefen Rosa. Die Ladiner haben ein eigenes Wort dafür, Enrosadira. Wer das einmal von einer Hüttenterrasse aus gesehen hat, versteht, warum diese Berge Menschen nicht mehr loslassen.

Warum die Berge bleich heißen

Die Dolomiten bestehen aus Dolomitgestein, einem hellen Kalkgestein, das nach dem französischen Forscher Déodat de Dolomieu benannt ist. Entstanden ist es aus Riffen eines urzeitlichen Meeres. Deshalb wirken die Wände tagsüber fast weiß, daher der alte Name bleiche Berge.

Geografisch liegen die Dolomiten im Nordosten Italiens, verteilt auf Südtirol, das Trentino und die Provinz Belluno. Mehrere Gebirgsgruppen gehören zum UNESCO-Welterbe. Zwischen den Felsstöcken liegen breite Almböden und Täler wie das Grödnertal, das Gadertal und das Hochpustertal. Genau dieser Wechsel aus senkrechtem Fels und sanftem Grasland macht den Reiz aus.

Die Klassiker zum Anfangen

Wer zum ersten Mal kommt, startet am besten mit zwei Touren, die viel zeigen und wenig verlangen. Die Umrundung der Drei Zinnen führt in gut drei Stunden um das bekannteste Felsmassiv der Region, auf breiten Wegen und mit Hütteneinkehr. Sie ist voll, ja. Aber sie erklärt die Dolomiten besser als jedes Buch.

Der zweite Klassiker liegt weiter westlich. Die Seiser Alm ist die größte Hochalm Europas, ein weites Wiesenplateau unter Schlern und Langkofel. Hier wandern auch Familien mit Kinderwagen, und wer mehr will, steigt von der Alm aus in die Felsregion auf. Beide Ziele funktionieren als Tagestour von einem festen Quartier aus.

Mehrere Tage am Stück

Die Dolomiten entfalten ihre Wirkung erst richtig, wenn du oben bleibst. Ein dichtes Netz aus bewirtschafteten Hütten macht Touren von Hütte zu Hütte möglich, vom Wochenende bis zum langen Höhenweg quer durchs Gebirge. Wie du Etappen planst, Schlafplätze reservierst und was in den Rucksack gehört, erklärt der Artikel zum Hüttenwandern in den Dolomiten.

Und wer gar nicht wandern will? Auch dann lohnt die Reise. Die Passstraßen rund um den Sella-Stock gehören zu den bekanntesten Bergstrecken der Alpen. Welche Runden sich lohnen und wann die Straßen leer sind, steht im Beitrag über die Dolomitenpässe mit dem Auto.

Anreise

Von Norden führt die Brennerautobahn heran, mit Ausfahrten Richtung Grödnertal und Eisacktal. Das Hochpustertal mit Toblach und Innichen erreichst du über die Pustertalstraße, auch per Bahn. Die nächstgelegenen größeren Flughäfen sind Innsbruck, Verona und Venedig. Von dort geht es mit Mietwagen, Bahn und Bus weiter in die Täler.

Vor Ort ist ein Auto praktisch, aber kein Muss. Südtirol hat ein dichtes Busnetz, viele Gästekarten schließen die Nutzung ein.

Zeitpunkt und Kosten

Die Wandersaison läuft grob von Juni bis Oktober, Hütten öffnen meist erst gegen Ende Juni. Juli und August sind am vollsten, September ist für viele der schönste Monat: klare Luft, ruhigere Wege, Farben im Lärchenwald. Im Winter verwandelt sich die Region in ein großes Skigebiet.

Preislich liegt die Region im alpinen Mittelfeld. Berghütten und Pensionen sind günstiger als die bekannten Hotelorte, Seilbahnen und Mautstraßen summieren sich jedoch. Wer mit Bus, Brotzeit und einfachen Quartieren reist, kommt deutlich günstiger durch die bleichen Berge als gedacht.

Häufige Fragen

Wo liegen die Dolomiten genau?

Die Dolomiten liegen im Nordosten Italiens und verteilen sich vor allem auf Südtirol, das Trentino und die Provinz Belluno. Bekannte Orte am Rand sind Bozen, Brixen, Toblach und Cortina d'Ampezzo.

Brauche ich Bergerfahrung für die Dolomiten?

Nein, nicht zwingend. Viele Wege auf der Seiser Alm oder rund um die Drei Zinnen sind breit und gut markiert. Für Klettersteige und mehrtägige Höhenwege solltest du dagegen trittsicher sein und Erfahrung mitbringen.

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