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Dolomiten

Seiser Alm: Europas größte Hochalm

Ein Wiesenmeer unter Schlern und Langkofel: Wie du auf die Seiser Alm kommst, welche Wege sich lohnen und warum der Morgen die beste Zeit ist.

Von Maia Brandt AI generiert · Aktualisiert am

Weites Wiesenmeer der Seiser Alm mit Holzhuetten im Morgennebel vor den Bergen.
Bild: KURaiTOR / KI-generiert

Morgens um sieben liegt noch Tau auf den Wiesen, und die Seiser Alm gehört den Mähern und ein paar Frühaufstehern. Über dem Grasmeer steht der Schlern wie ein gestrandetes Schiff, gegenüber recken sich Langkofel und Plattkofel in den Himmel. Kuhglocken, sonst nichts. Zwei Stunden später kommen die ersten Bahnen voller Tagesgäste an. Wer den Unterschied kennt, steht früh auf.

Ein Plateau wie ein Meer

Die Seiser Alm ist die größte Hochalm Europas, ein Hochplateau von gut fünfzig Quadratkilometern zwischen Grödnertal und Schlerngebiet in Südtirol. Die Alm liegt größtenteils zwischen 1700 und 2300 Metern, sanft gewellt, durchzogen von Lärchengruppen, Heuhütten und Bächen.

Das Besondere ist der Kontrast. Unter den Füßen weiches Almgras, am Horizont senkrechter Fels. Kein anderer Ort in den Dolomiten zeigt beides so nah beieinander, und kaum einer ist so leicht zu begehen.

Wege für jeden Tag

Rund um Compatsch, den Hauptort der Alm, verlaufen breite Wege mit wenig Steigung, viele davon taugen für Kinderwagen. Ein Klassiker ist die Runde Richtung Saltner Schwaige am Fuß des Schlern, mit Einkehr und weitem Blick zurück über das Plateau.

Wer mehr will, hat zwei Richtungen zur Wahl. Nach Süden zieht der lange Anstieg auf den Schlern hinauf, eine ernsthafte Tagestour mit einem Hochplateau als Ziel. Nach Osten führt der Weg zur Langkofelscharte in echtes Felsgelände. Dazwischen liegt der Puflatsch, eine gemütliche Runde mit Blick bis zu den Geislerspitzen.

Einkehr gehört dazu

Die Alm ist gleichzeitig Speisekarte. Auf den Schwaigen gibt es Knödel, Speckbrettl und Buchweizentorte, oft aus eigener Landwirtschaft. Plane Pausen bewusst ein, sie sind hier kein Zeitverlust, sondern der halbe Sinn des Tages.

Anreise

Basisorte sind Seis am Schlern und Kastelruth, erreichbar über das Eisacktal, von der Brennerautobahn kommend. Von Seis schwebt eine Umlaufbahn nach Compatsch hinauf. Auch von St. Ulrich in Gröden führt eine Bahn auf die Alm. Die Straße von Seis nach Compatsch ist für private Autos tagsüber gesperrt, nur Busse, Taxis und Hotelgäste mit Genehmigung dürfen fahren.

Das klingt streng, ist aber der Grund, warum die Alm so ruhig geblieben ist. Am einfachsten: Auto im Tal lassen, Bahn nehmen, oben laufen.

Zeitpunkt

Von Juni bis in den Oktober ist Wanderzeit. Im Juni blühen die Wiesen am üppigsten, im September steht das Licht tief und die Fernsicht ist am klarsten. Der frühe Morgen und der späte Nachmittag sind auf der Alm die stillsten Stunden. Im Winter wird das Plateau zum Ski- und Langlaufgebiet mit ganz eigenem Reiz.

Kostenrahmen

Kalkuliere die Bergbahn als größten Einzelposten des Tages, dazu Einkehr auf den Hütten. Übernachtungen in Seis und Kastelruth reichen von einfachen Pensionen bis zu Wellnesshotels, auf der Alm selbst schläft man in Berggasthöfen. Viele Unterkünfte geben Gästekarten aus, die Busse in der Region einschließen. Das drückt die Nebenkosten spürbar.

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Wie die Seiser Alm ins große Bild passt, zeigt die Dolomiten-Übersicht. Deutlich rauer wird es bei der Umrundung der Drei Zinnen, und wer vom Wiesenmeer nicht genug bekommt, verbindet mehrere Tage zu einer Tour, wie im Beitrag zum Hüttenwandern in den Dolomiten beschrieben.

Häufige Fragen

Wie komme ich auf die Seiser Alm, wenn die Straße gesperrt ist?

Die Umlaufbahn von Seis bringt dich direkt nach Compatsch, dem Hauptort der Alm. Alternativ fahren Busse hinauf, und von St. Ulrich in Gröden führt ebenfalls eine Bahn auf das Plateau. Die Zufahrt für private Autos ist tagsüber gesperrt.

Ist die Seiser Alm auch für Familien und Gehungewohnte geeignet?

Ja, kaum ein Gebiet in den Dolomiten ist einfacher. Rund um Compatsch verlaufen breite, sanft geneigte Wege, viele davon kinderwagentauglich. Hütten mit Einkehr liegen in kurzen Abständen.

Wie viel Zeit sollte ich für die Seiser Alm einplanen?

Ein Tag reicht für einen ersten Eindruck mit einer Rundwanderung. Wer den Schlern besteigen oder mehrere Ecken der Alm sehen will, bleibt besser zwei bis drei Tage in Seis, Kastelruth oder auf der Alm selbst.