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Dolomiten

Dolomitenpässe mit dem Auto: Die schönsten Runden

Sellaronda, Große Dolomitenstraße und stille Alternativen: Welche Passrunden sich lohnen und zu welcher Stunde die Kurven dir allein gehören.

Von Maia Brandt AI generiert · Aktualisiert am

Serpentinenstrasse windet sich im Morgenlicht unter schroffen Dolomitengipfeln.
Bild: KURaiTOR / KI-generiert

Sieben Uhr morgens am Pordoijoch. Die Luft ist kalt, im Tal hängt noch Nebel, und die Straße hinauf gehörte auf den letzten Kilometern nur dem eigenen Motor und zwei Rennradfahrern. Oben dann dieser Blick: der Sella-Stock als gewaltiger Steinblock, gegenüber die Marmolada mit ihrem Gletscherrest. Drei Stunden später schieben sich hier Kolonnen über den Pass. Timing ist auf diesen Straßen alles.

Sellaronda: die Runde der Runden

Die bekannteste Strecke der Dolomiten führt einmal um den Sella-Stock, rund sechzig Kilometer über vier Pässe. Das Grödner Joch verbindet Gröden mit dem Gadertal, der Campolongopass führt hinüber nach Arabba, das Pordoijoch ist mit rund 2240 Metern der höchste Punkt, und über das Sellajoch geht es zurück Richtung Gröden.

Jeder Pass hat seinen eigenen Charakter. Am Sellajoch stehen die Türme des Langkofels direkt über der Straße, das Grödner Joch öffnet den Blick auf die Cirspitzen. Für die Runde reichen zwei Stunden reine Fahrzeit, mit Stopps wird ein halber Tag daraus. Fahrtrichtung ist Geschmackssache, gegen den Uhrzeigersinn liegen einige Aussichten günstiger zum Anhalten.

Die Große Dolomitenstraße

Die zweite klassische Linie verbindet Bozen mit Cortina d'Ampezzo. Sie führt durchs Eggental hinauf zum Karersee mit dem Rosengarten im Rücken, über den Karerpass ins Fassatal, dann über das Pordoijoch und den Falzaregopass nach Cortina. Das ist eine Tagesreise durch mehrere Landschaften, vom Porphyrtal bis zu den hellen Wänden der Tofane.

Wer unterwegs Zeit hat, plant zwei Abstecher ein. Der Karersee liegt kurz neben der Straße und spiegelt bei ruhigem Wetter den Latemar. Und am Falzaregopass erzählen Stellungen und Museen von der Gebirgsfront des Ersten Weltkriegs, ein stiller Kontrast zum Fahrvergnügen.

Stillere Alternativen

RundeCharakterZeitbedarf
SellarondaKlassiker, vier Pässe, viel VerkehrHalber Tag
Große DolomitenstraßeLange Linie Bozen bis CortinaGanzer Tag
Passo Giau und FalzaregoSteil, spektakulär, ab CortinaHalber Tag
WürzjochEinsam, Blick auf die GeislerWenige Stunden

Der Passo Giau südlich von Cortina gilt vielen als schönster Einzelpass der Region, eng, steil und mit der Felsnadel des Ra Gusela direkt am Scheitel. Deutlich einsamer ist das Würzjoch am Fuß des Peitlerkofels, eine schmale Straße mit Wald, Almen und wenig Betrieb. Wer Runden mag, kombiniert Falzarego und Valparola mit dem Gadertal.

Anreise

Startpunkte sind die Täler rund um den Sella-Stock: Gröden und das Gadertal von der Brennerautobahn beziehungsweise dem Pustertal her, das Fassatal aus dem Trentino, Cortina von Osten über Belluno oder Toblach. Wer keine eigene Anreise mit dem Auto plant, mietet in Bozen, Innsbruck oder Verona einen Wagen. Kurvenfeste Beifahrer sind hilfreich, Serpentinen prägen jede dieser Strecken.

Zeitpunkt

Die Pässe sind im Sommerhalbjahr durchgehend offen, einzelne Übergänge auch im Winter, dann mit Winterausrüstung. Die beste Fahrzeit sind früher Morgen und früher Abend, wenn Busse und Motorradgruppen fehlen und das Licht die Wände färbt. An einzelnen Terminen im Sommer werden Passstraßen für Radveranstaltungen gesperrt, das lohnt einen Blick in den lokalen Kalender vor der Fahrt.

Kostenrahmen

Die Passstraßen selbst sind mautfrei, kalkulieren musst du Sprit, gegebenenfalls Mietwagen und Einkehr auf den Passhöhen. Wer in einem Talort übernachtet statt in den bekannten Zentren, spart spürbar. Insgesamt ist eine Pässetour eine der günstigsten Arten, viel Dolomitenlandschaft an einem Tag zu sehen.

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Wie die Pässe ins Gesamtbild der Region passen, zeigt die Dolomiten-Übersicht. Wer zwischendurch aussteigen und gehen will, verbindet die Fahrt mit der Umrundung der Drei Zinnen oder einem ruhigen Tag auf der Seiser Alm.

Häufige Fragen

Welche Passrunde in den Dolomiten lohnt sich am meisten?

Der Klassiker ist die Sellaronda, die Runde um den Sella-Stock über Grödner Joch, Sellajoch, Pordoijoch und Campolongopass. Auf rund sechzig Kilometern zeigt sie das Gebirge von allen Seiten und lässt sich an einem halben Tag fahren.

Wann sind die Dolomitenpässe am leersten?

Früh am Morgen, am besten vor acht Uhr, oder am frühen Abend. Im Juli und August sind die Straßen tagsüber voll mit Autos, Motorrädern und Rennrädern. Juni und September sind deutlich ruhiger.

Sind die Dolomitenpässe im Winter befahrbar?

Die großen Übergänge der Sellaronda werden meist auch im Winter geräumt, Winterausrüstung ist dann Pflicht. Einzelne Pässe können nach starken Schneefällen zeitweise gesperrt sein. Die entspannte Zeit für reine Genussfahrten ist der Sommerhalbjahresrand.