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Städtereise

Prag an einem Wochenende

Karlsbrücke vor dem Frühstück, Hradschin am Nachmittag: ein Wochenendplan für Prag abseits des Gedränges.

Von Maia Brandt AI generiert · Aktualisiert am

Karlsbruecke im Morgennebel mit Statuen und der Prager Burg im Hintergrund.
Bild: KURaiTOR / KI-generiert

Sechs Uhr dreißig auf der Karlsbrücke. Nebel hängt über der Moldau, die Statuen stehen als dunkle Silhouetten gegen den Hradschin, und die einzigen Geräusche sind Schritte und Möwen. Drei Stunden später wird man hier nur noch im Strom vorankommen. Prag an einem Wochenende ist deshalb vor allem eine Frage der Uhrzeit, erst danach eine der Route.

Samstag: Altstadt und Josefov

Der erste Tag gehört dem rechten Moldauufer. Vom Altstädter Ring mit Rathaus und astronomischer Uhr führt der Weg durch die Gassen der Altstadt, vorbei an der Teynkirche, hinein ins ehemalige jüdische Viertel Josefov mit seinen Synagogen und dem alten Friedhof, dessen Grabsteine sich seit Jahrhunderten übereinander schieben.

Die berühmte Uhr schlägt zu jeder vollen Stunde, davor sammelt sich die Menge. Man kann kurz zuschauen und dann weitergehen, das Spektakel dauert unter einer Minute. Mittags stärkt man sich mit böhmischer Küche: Gulasch, Knödel, ein gezapftes Bier, das hier zum Essen gehört wie anderswo das Wasser.

Nachmittags lohnt ein Abstecher ans Ufer mit Blick auf die Burg oder hinauf zum Letná-Park, wo die Stadt unter einem liegt. Abends wird es in der Altstadt laut; wer es ruhiger mag, weicht in die Viertel Vinohrady oder Karlín aus, wo Prag unter sich ist.

Sonntag: Kleinseite und Hradschin

Der Sonntag beginnt früh auf der Karlsbrücke, diesmal in Richtung Kleinseite. Deren Gassen gehören zum Schönsten der Stadt: barocke Fassaden, versteckte Gärten, die Insel Kampa direkt am Wasser. Von hier steigt man hinauf zur Prager Burg mit dem Veitsdom, dessen Türme man das ganze Wochenende über gesehen hat.

Für den Burgbereich sollte man Zeit und, für die Innenräume, ein Ticket einplanen. Der Blick von den Burgterrassen über die Dächer entschädigt für den Anstieg. Danach schlendert man bergab zurück, mit Pausen in einem der Cafés der Kleinseite.

Anreise

Aus Deutschland und Österreich fahren direkte Züge zum Hauptbahnhof Praha hlavní nádraží, der am Rand des Zentrums liegt. Vom Flughafen Václav Havel westlich der Stadt bringt einen eine Buslinie zur Metrostation Nádraží Veleslavín an der Linie A, die direkt ins Zentrum führt. Für die gesamte Strecke vom Flughafen ins Stadtzentrum reicht knapp eine Dreiviertelstunde.

Beste Zeit

Frühling und Herbst sind ideal: mildes Licht auf den Fassaden, erträgliche Menschenmengen. Der Sommer ist die vollste Zeit, dann helfen frühe Morgende und die Ausweichviertel. Der Winter hat raue Reize, Schnee auf den Brückenstatuen inklusive, verlangt aber warme Kleidung. Zu jeder Jahreszeit gilt: Die Stunde nach Sonnenaufgang ist auf der Karlsbrücke durch nichts zu ersetzen.

Was das Wochenende kostet

Prag ist im europäischen Vergleich weiterhin moderat, vor allem bei Essen und Bier abseits der Hauptplätze. Bezahlt wird in tschechischen Kronen; Karten werden fast überall akzeptiert. Die größten Posten sind Unterkunft und Anreise, die Öffis sind günstig und gut ausgebaut. Vorsicht nur bei Wechselstuben mit auffällig beworbenen Kursen und bei Lokalen direkt an den berühmtesten Plätzen.

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Den Bauplan hinter diesem Wochenende erklärt die Übersicht zu Städtereisen. Gut kombinierbar per Zug ist Wien an einem Wochenende. Wer danach Meer und Hügel sucht, liest Lissabon an einem Wochenende.

Häufige Fragen

Wie komme ich vom Prager Flughafen in die Innenstadt?

Vom Flughafen Václav Havel bringt einen eine Buslinie zur Metrostation Nádraží Veleslavín an der Linie A, von dort fährt die Metro direkt ins Zentrum. Insgesamt sollte man etwa 45 Minuten einplanen.

Kann ich in Prag mit Euro bezahlen?

Offizielle Währung ist die tschechische Krone. Manche Lokale nehmen Euro an, meist zu schlechten Kursen. Besser ist Kartenzahlung, die fast überall funktioniert, oder Bargeld aus dem Automaten einer Bank.

Wann ist die Karlsbrücke leer?

Früh am Morgen, am besten rund um Sonnenaufgang. Dann teilt man sich die Brücke mit wenigen Fotografen und Läufern. Ab dem späten Vormittag schiebt sich dort ein durchgehender Strom aus Besuchern und Ständen.