Samstag, kurz nach sieben. Auf dem Graben stellt ein Kellner die ersten Stühle raus, das Klappern hallt zwischen den Fassaden. Zwei Straßen weiter steht der Stephansdom im Morgenlicht, das Ziegeldach glänzt, und außer ein paar Frühaufstehern schaut niemand hin. Wien gehört um diese Zeit denen, die schon wach sind. Genau so beginnt dieses Wochenende.
Samstag: die Innere Stadt zu Fuß
Der erste Tag braucht kein einziges Verkehrsmittel. Vom Stephansdom führt der Weg über Graben und Kohlmarkt zur Hofburg, dann durch den Burggarten zur Ringstraße. Wer ein Museum will, wählt eines: Kunsthistorisches Museum oder Albertina, nicht beides. Zwei Stunden reichen, wenn man sich auf wenige Säle beschränkt.
Mittags lohnt der Naschmarkt, ein paar Gehminuten hinter der Oper. Zwischen den Ständen riecht es nach Gewürzen und gebratenem Käse, man isst im Stehen oder ergattert einen Tisch. Danach zurück Richtung Zentrum, diesmal langsam: durch die Gassen hinter dem Dom, wo die Stadt plötzlich still wird.
Der Nachmittag gehört dem Kaffeehaus. Ein Melange, ein Stück Torte, eine Zeitung vom Holzbügel. Niemand drängt, das ist der Punkt. Abends hat man die Wahl zwischen Beisl und Oper: Stehplatzkarten machen einen Opernabend auch spontan möglich, mit etwas Anstehen.
Sonntag: Schönbrunn und ein letzter Bogen
Am Sonntag bringt die U4 einen zur Station Schönbrunn. Wer nur den Park besucht, braucht kein Ticket: Die Wege hinauf zur Gloriette, der Blick zurück über das gelbe Schloss und die Stadt dahinter sind der eigentliche Grund, hier zu sein. Für die Schauräume gilt: vorab reservieren, sonst frisst die Schlange den halben Vormittag.
Zurück im Zentrum bleibt Zeit für das, was am Samstag liegen geblieben ist. Ein Spaziergang über den Ring, ein Blick in die Karlskirche oder einfach noch einmal das Kaffeehaus von gestern. Wien belohnt Wiederholung.
Anreise
Wien erreicht man aus dem deutschsprachigen Raum bequem mit direkten Zügen zum Hauptbahnhof, von dort bringt einen die U-Bahn in wenigen Minuten ins Zentrum. Der Flughafen Wien-Schwechat liegt südöstlich der Stadt. Die Schnellbahn S7 fährt in rund 25 Minuten zur Station Wien Mitte, der City Airport Train dieselbe Strecke ohne Halt und entsprechend schneller.
Beste Zeit
Frühling und Herbst sind ideal: mildes Gehwetter, klare Luft, volle Gastgärten. Der Sommer kann in der steinernen Inneren Stadt heiß werden, dann helfen Parks und Museen über den Nachmittag. Der Advent ist stimmungsvoll, aber die vollste Zeit des Jahres. Grundsätzlich gilt: früh aufstehen, die erste Stunde am Dom entschädigt für alles.
Was das Wochenende kostet
Unterkunft und Anreise sind die größten Posten, beide lassen sich mit früher Buchung deutlich drücken. In der Stadt selbst bleibt Wien moderat: Ein Wochenendticket für die Öffis kostet wenig, viele Wege gehen ohnehin zu Fuß. Kalkulieren sollte man Eintritte für ein Museum und Schönbrunn sowie ein gutes Abendessen. Das Kaffeehaus ist teurer als der Bäcker, aber man mietet dort im Grunde einen Tisch für den Nachmittag.
Weiterlesen
Wie man ein Städtewochenende grundsätzlich aufbaut, steht in unserer Übersicht zu Städtereisen. Wer nach Wien Lust auf mehr hat: Prag an einem Wochenende liegt nur eine Zugfahrt entfernt, und Rom an einem Wochenende zeigt, wie das Zonenprinzip in einer viel größeren Stadt funktioniert.
