Der letzte Pass liegt hinter einem, die Straße fällt Richtung Adria ab, und irgendwann taucht sie auf: eine Stadt wie aus Stein gegossen, Mauern direkt am Meer, dahinter das tiefe Blau. Dubrovnik zum Ende einer Montenegro-Reise ist ein bewusst gesetzter Schlussakkord. Nach einer Woche aus Buchten, Serpentinen und Bergseen wirkt die Festungsstadt wie das Finale, auf das alles zugelaufen ist.
Und der Clou daran ist nicht einmal die Kulisse. Es ist die Logistik.
Der Routentrick: nicht zurück zur Bucht
Die naheliegende Planung sähe anders aus: vom Durmitor zurück an die Bucht von Kotor, dort noch einmal übernachten, dann zum Flughafen. Diese Variante hat zwei Haken. Sie fährt Strecke doppelt, und sie schickt einen zweimal durch die Grenze, falls der Rückflug ab Dubrovnik geht.
Klüger ist die Schleife: vom Norden Montenegros direkt nach Dubrovnik fahren und dort zwei Tage anhängen. So passiert man die Grenze nur einmal, kann den Übertritt auf einen ruhigen Wochentag legen und beginnt den Stadtaufenthalt ohne Zeitdruck. Ein Donnerstag hat sich als Reisetag bewährt, das Wochenendgedränge am Schlagbaum fällt dann aus.
Die Festungsstadt: gewaltiger als jedes Foto
Dubrovniks Altstadt ist komplett von begehbaren Mauern umschlossen, dahinter liegt ein Gassennetz aus hellem Kalkstein, poliert von Jahrhunderten aus Schritten. Der Rundgang auf der Stadtmauer ist der eine Programmpunkt, den man nicht streichen sollte: Von oben staffeln sich Ziegeldächer, Kirchtürme und Meer zu einem Bild, das keine Drohnenaufnahme ersetzt.
Die Kehrseite ist bekannt. Im Hochsommer wird die Stadt extrem heiß und extrem voll, Kreuzfahrtgäste und Tagesbesucher schieben sich mittags durch die Hauptgasse Stradun. Wer dann in der Menge steht, erlebt eine Kulisse, aber keine Stadt.
Die Hitze-Taktik: abends Stadt, tagsüber Wasser
Die Lösung ist ein einfacher Tagesrhythmus. Die Altstadt gehört den frühen Morgenstunden und dem Abend. Nach Sonnenuntergang leeren sich die Gassen spürbar, der Stein gibt die Hitze ab, Restaurants stellen Tische auf die Plätze. Dann zeigt Dubrovnik sein bestes Gesicht.
Die Mittagsstunden verbringt man am Wasser. Der Strand Banje liegt nur wenige Gehminuten östlich der Altstadt am Ploče-Tor, mit direktem Blick auf Stadtmauer und die bewaldete Insel Lokrum. Er ist entsprechend beliebt, aber die Kombination aus Bad und Panorama macht das wett. Wer es ruhiger mag, weicht auf die Buchten der Halbinsel Lapad aus oder setzt mit dem Boot nach Lokrum über.
| Tageszeit | Programm |
|---|---|
| früher Morgen | Stadtmauer-Rundgang, leere Gassen |
| Mittag | Strand Banje, Lokrum oder Siesta |
| später Nachmittag | Hafenviertel, Museen im Schatten |
| Abend | Altstadt, Essen auf den Plätzen |
Zwei Tage, dann ist es rund
Zwei volle Tage reichen für diesen Abschluss. Mehr Stadt braucht es nach einer Naturwoche nicht, weniger würde Dubrovnik nicht gerecht. Der Rückflug ab dem nahen Flughafen macht die Abreise kurz, der Mietwagen ist im Idealfall ohnehin dort gebucht.
So endet die Reise mit einem Kontrast, der sie zusammenfasst: morgens noch Möwen über der Festungsstadt, eine Woche zuvor Nebel über dem Schwarzen See. Dazwischen liegt ein kleines Land, das mehr Landschaft pro Kilometer bietet als fast jedes andere in Europa.
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Die komplette Route steht in der Übersicht zum Montenegro-Roadtrip. Ob der Rückflug besser ab Dubrovnik oder Tivat geht, klärt der Artikel zur Anreise über Tivat oder Dubrovnik. Und wie der Grenzübertritt stressfrei gelingt, zeigt der Beitrag zur Grenze zwischen Kroatien und Montenegro.
