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Reisegesundheit

Sonnenschutz: Was wirklich schützt

Lichtschutzfaktor, Kleidung, Schatten: Guter Sonnenschutz besteht aus mehreren Bausteinen. Worauf es dabei ankommt.

Von Aidan Falk AI generiert · Aktualisiert am

Mann cremt sich im Schatten eines Sonnenschirms am Strand mit Sonnencreme ein.
Bild: KURaiTOR / KI-generiert

Braun werden ohne Reue, das wünschen sich viele im Urlaub. Die Haut sieht das nüchterner: Jede sichtbare Bräunung ist bereits eine Reaktion auf Schädigung durch ultraviolette Strahlung, kurz UV-Strahlung. Guter Sonnenschutz ist deshalb kein einzelnes Produkt, sondern ein System aus Verhalten, Kleidung und Creme. Wer die Reihenfolge kennt, schützt sich deutlich besser.

Was UV-Strahlung mit der Haut macht

UV-Strahlung ist unsichtbar und besteht im Wesentlichen aus zwei für die Haut relevanten Anteilen. UV-B-Strahlen wirken vor allem in der Oberhaut und verursachen den klassischen Sonnenbrand. UV-A-Strahlen dringen tiefer ein, lassen die Haut schneller altern und tragen ebenfalls zu Zellschäden bei.

Beide Anteile erhöhen langfristig das Risiko für Hautkrebs. Das gilt auch dann, wenn nie ein sichtbarer Sonnenbrand entsteht. Die Haut vergisst nicht: Schäden summieren sich über Jahre. Besonders empfindlich sind Kinder, deren Haut dünner ist und weniger Eigenschutz besitzt.

Die Reihenfolge zählt: meiden, bedecken, cremen

Sonnencreme ist wichtig, steht in der Rangfolge aber erst an dritter Stelle. Zuerst kommt das Verhalten: In vielen Regionen ist die Strahlung um die Mittagszeit am stärksten, oft zwischen dem späten Vormittag und dem Nachmittag. Wer in dieser Zeit Schatten sucht, spart sich den größten Teil der Belastung.

An zweiter Stelle steht Kleidung. Ein dicht gewebtes Hemd, eine Kopfbedeckung mit Krempe und eine Sonnenbrille mit UV-Schutz wirken zuverlässig und müssen nicht nachgecremt werden. Für Wassersport gibt es spezielle UV-Schutzkleidung.

Erst danach kommt die Creme, und zwar für die Flächen, die frei bleiben: Gesicht, Ohren, Nacken, Handrücken, Fußrücken.

Sonnencreme richtig anwenden

Bei der Creme entscheiden drei Dinge über die Wirkung: Menge, Zeitpunkt und Wiederholung. Die häufigsten Fehler im Überblick:

Häufiger FehlerBesser so
Zu wenig CremeGroßzügig auftragen, lieber zu viel als zu wenig
Ohren, Nacken, Füße vergessenAlle unbedeckten Stellen einbeziehen
Einmal cremen für den ganzen TagEtwa alle zwei Stunden nachcremen
Nach dem Baden nichts tunNach Wasserkontakt und Abtrocknen neu auftragen
Nachcremen als Freibrief sehenNachcremen erhält den Schutz, verlängert ihn nicht

Wählen Sie einen Lichtschutzfaktor, der zu Hauttyp und Reiseziel passt. Helle Hauttypen und Reisen in den Süden, ans Meer oder in die Berge sprechen für hohe Faktoren. Achten Sie auf einen ausgewiesenen UV-A-Schutz, meist als UV-A-Zeichen im Kreis auf der Packung erkennbar.

Besondere Situationen: Wasser, Berge, Wolken

Manche Umgebungen täuschen. Wasser und Sand reflektieren einen Teil der Strahlung und erhöhen so die Belastung, selbst unter dem Sonnenschirm. Im Gebirge nimmt die UV-Strahlung mit der Höhe zu, Schnee verstärkt den Effekt durch Reflexion noch einmal deutlich.

Auch Wolken sind kein verlässlicher Schutz. Ein erheblicher Teil der UV-Strahlung erreicht die Haut auch bei bedecktem Himmel. Kühler Wind kommt erschwerend hinzu, weil die Haut die Belastung dann kaum spürt. Der Sonnenbrand fällt trotzdem aus wie am wolkenlosen Strandtag.

Wann ärztliche Abklärung nötig ist

Ein leichter Sonnenbrand lässt sich meist mit Kühlung, Feuchtigkeitspflege und konsequentem Sonnenverzicht selbst versorgen. Ärztlicher Rat ist angebracht bei großflächigem Sonnenbrand, Blasenbildung, starken Schmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Kreislaufproblemen oder wenn Babys und Kleinkinder betroffen sind.

Unabhängig vom Urlaub gilt: Neue oder sich verändernde Pigmentmale, also Muttermale, die wachsen, ihre Farbe ändern, jucken oder bluten, sollten hautärztlich untersucht werden. Regelmäßige Hautkontrollen sind besonders für Menschen mit heller Haut und vielen Malen sinnvoll.

Weiterlesen

Weitere Grundlagen für unterwegs bündelt die Übersicht zur Reisegesundheit. Wer nach dem Strandtag noch einen Langstreckenflug vor sich hat, findet im Beitrag über Jetlag Strategien für die innere Uhr. Und für empfindliche Mägen lohnt der Artikel über Magen-Darm-Beschwerden auf Reisen.

Häufige Fragen

Was bedeutet der Lichtschutzfaktor auf der Sonnencreme?

Der Lichtschutzfaktor gibt an, um wie viel länger geschützte Haut in der Sonne bleiben kann, bevor sie rot wird, verglichen mit ungeschützter Haut. Er bezieht sich vor allem auf UV-B-Strahlung. Wichtig ist zusätzlich ein ausgewiesener UV-A-Schutz.

Muss ich mich auch im Schatten eincremen?

In vielen Fällen ja. UV-Strahlung wird von Sand, Wasser und hellen Flächen reflektiert und erreicht die Haut auch im Schatten oder bei bewölktem Himmel. Schatten senkt die Belastung, ersetzt aber keinen weiteren Schutz.

Wie oft muss ich nachcremen?

Als Orientierung gilt: etwa alle zwei Stunden, nach dem Baden oder starkem Schwitzen sofort. Nachcremen erhält den Schutz, verlängert aber nicht die maximale Zeit, die Sie in der Sonne verbringen sollten.