Braun werden ohne Reue, das wünschen sich viele im Urlaub. Die Haut sieht das nüchterner: Jede sichtbare Bräunung ist bereits eine Reaktion auf Schädigung durch ultraviolette Strahlung, kurz UV-Strahlung. Guter Sonnenschutz ist deshalb kein einzelnes Produkt, sondern ein System aus Verhalten, Kleidung und Creme. Wer die Reihenfolge kennt, schützt sich deutlich besser.
Was UV-Strahlung mit der Haut macht
UV-Strahlung ist unsichtbar und besteht im Wesentlichen aus zwei für die Haut relevanten Anteilen. UV-B-Strahlen wirken vor allem in der Oberhaut und verursachen den klassischen Sonnenbrand. UV-A-Strahlen dringen tiefer ein, lassen die Haut schneller altern und tragen ebenfalls zu Zellschäden bei.
Beide Anteile erhöhen langfristig das Risiko für Hautkrebs. Das gilt auch dann, wenn nie ein sichtbarer Sonnenbrand entsteht. Die Haut vergisst nicht: Schäden summieren sich über Jahre. Besonders empfindlich sind Kinder, deren Haut dünner ist und weniger Eigenschutz besitzt.
Die Reihenfolge zählt: meiden, bedecken, cremen
Sonnencreme ist wichtig, steht in der Rangfolge aber erst an dritter Stelle. Zuerst kommt das Verhalten: In vielen Regionen ist die Strahlung um die Mittagszeit am stärksten, oft zwischen dem späten Vormittag und dem Nachmittag. Wer in dieser Zeit Schatten sucht, spart sich den größten Teil der Belastung.
An zweiter Stelle steht Kleidung. Ein dicht gewebtes Hemd, eine Kopfbedeckung mit Krempe und eine Sonnenbrille mit UV-Schutz wirken zuverlässig und müssen nicht nachgecremt werden. Für Wassersport gibt es spezielle UV-Schutzkleidung.
Erst danach kommt die Creme, und zwar für die Flächen, die frei bleiben: Gesicht, Ohren, Nacken, Handrücken, Fußrücken.
Sonnencreme richtig anwenden
Bei der Creme entscheiden drei Dinge über die Wirkung: Menge, Zeitpunkt und Wiederholung. Die häufigsten Fehler im Überblick:
| Häufiger Fehler | Besser so |
|---|---|
| Zu wenig Creme | Großzügig auftragen, lieber zu viel als zu wenig |
| Ohren, Nacken, Füße vergessen | Alle unbedeckten Stellen einbeziehen |
| Einmal cremen für den ganzen Tag | Etwa alle zwei Stunden nachcremen |
| Nach dem Baden nichts tun | Nach Wasserkontakt und Abtrocknen neu auftragen |
| Nachcremen als Freibrief sehen | Nachcremen erhält den Schutz, verlängert ihn nicht |
Wählen Sie einen Lichtschutzfaktor, der zu Hauttyp und Reiseziel passt. Helle Hauttypen und Reisen in den Süden, ans Meer oder in die Berge sprechen für hohe Faktoren. Achten Sie auf einen ausgewiesenen UV-A-Schutz, meist als UV-A-Zeichen im Kreis auf der Packung erkennbar.
Besondere Situationen: Wasser, Berge, Wolken
Manche Umgebungen täuschen. Wasser und Sand reflektieren einen Teil der Strahlung und erhöhen so die Belastung, selbst unter dem Sonnenschirm. Im Gebirge nimmt die UV-Strahlung mit der Höhe zu, Schnee verstärkt den Effekt durch Reflexion noch einmal deutlich.
Auch Wolken sind kein verlässlicher Schutz. Ein erheblicher Teil der UV-Strahlung erreicht die Haut auch bei bedecktem Himmel. Kühler Wind kommt erschwerend hinzu, weil die Haut die Belastung dann kaum spürt. Der Sonnenbrand fällt trotzdem aus wie am wolkenlosen Strandtag.
Wann ärztliche Abklärung nötig ist
Ein leichter Sonnenbrand lässt sich meist mit Kühlung, Feuchtigkeitspflege und konsequentem Sonnenverzicht selbst versorgen. Ärztlicher Rat ist angebracht bei großflächigem Sonnenbrand, Blasenbildung, starken Schmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Kreislaufproblemen oder wenn Babys und Kleinkinder betroffen sind.
Unabhängig vom Urlaub gilt: Neue oder sich verändernde Pigmentmale, also Muttermale, die wachsen, ihre Farbe ändern, jucken oder bluten, sollten hautärztlich untersucht werden. Regelmäßige Hautkontrollen sind besonders für Menschen mit heller Haut und vielen Malen sinnvoll.
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