Beim Herzstillstand hört das Herz auf, Blut durch den Körper zu pumpen. Das Gehirn wird nicht mehr versorgt und nimmt schon nach wenigen Minuten Schaden. Genau deshalb gilt der Satz aus der Überschrift wörtlich: Drücken hilft, Nichtstun schadet. Die Herzdruckmassage durch Laien überbrückt die Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft, und kann die Überlebenschancen deutlich verbessern.
Herzstillstand erkennen: zwei Fragen genügen
Die Prüfung ist bewusst einfach gehalten. Erstens: Reagiert die Person auf lautes Ansprechen und Anfassen an den Schultern? Zweitens: Atmet sie normal? Dafür den Kopf nach hinten neigen, das Kinn anheben und bis zu zehn Sekunden auf Brustkorb und Atemgeräusche achten.
Vorsicht bei der sogenannten Schnappatmung: einzelne, röchelnde oder seufzende Atemzüge in großen Abständen. Sie sieht nach Atmung aus, ist aber keine. Schnappatmung ist ein typisches Zeichen des Herzstillstands und bedeutet: sofort mit der Wiederbelebung beginnen.
Erst rufen, dann drücken
Keine Reaktion, keine normale Atmung: Jetzt den Notruf 112 wählen oder eine umstehende Person direkt und namentlich damit beauftragen. Viele Leitstellen leiten am Telefon durch die Wiederbelebung, das nennt sich Telefonreanimation. Legen Sie das Handy auf Lautsprecher, dann haben Sie beide Hände frei.
Ist ein Defibrillator in der Nähe, ein sogenannter AED, sollte ihn jemand holen. Diese Geräte hängen in vielen öffentlichen Gebäuden und erklären sich nach dem Einschalten selbst per Sprachanweisung.
So funktioniert die Herzdruckmassage
Die Person liegt auf dem Rücken auf hartem Untergrund. Machen Sie den Brustkorb frei, so gut es schnell geht. Dann:
- Knien Sie sich seitlich neben den Brustkorb.
- Setzen Sie einen Handballen auf die Mitte des Brustkorbs, die zweite Hand darüber, Finger verschränken.
- Drücken Sie mit gestreckten Armen senkrecht nach unten, etwa fünf bis sechs Zentimeter tief.
- Halten Sie ein Tempo von 100 bis 120 Druckbewegungen pro Minute und entlasten Sie den Brustkorb nach jedem Druck vollständig.
Als Taktgeber helfen bekannte Lieder mit passendem Rhythmus, viele Kurse nutzen dafür einen bekannten Discohit. Drücken Sie kräftig. Zu zaghaftes Drücken ist der häufigere Fehler als zu festes.
Durchhalten bis zur Ablösung
Herzdruckmassage ist anstrengend, nach wenigen Minuten lässt die Qualität spürbar nach. Wechseln Sie sich deshalb etwa alle zwei Minuten mit anderen Helfern ab, möglichst ohne lange Pausen. Aufgehört wird erst, wenn der Rettungsdienst übernimmt, die Person sich erkennbar bewegt und normal atmet oder die eigenen Kräfte wirklich am Ende sind.
Trifft ein AED ein, schalten Sie ihn ein und folgen den Ansagen. Das Gerät prüft selbst, ob ein Stromstoß sinnvoll ist, und gibt ihn nur dann frei.
Wann ärztliche Abklärung nötig ist
Jeder Herzstillstand ist ein Fall für den Rettungsdienst und die Klinik, hier stellt sich die Frage nicht. Wichtig ist ein anderer Punkt: Auch Warnzeichen vor einem möglichen Stillstand gehören ärztlich abgeklärt, und zwar zügig. Dazu zählen Druck oder Schmerzen im Brustkorb, Atemnot, unerklärliche Ohnmachten oder anhaltendes Herzstolpern. Im Zweifel den Notruf wählen, nicht erst am nächsten Tag in die Praxis gehen.
Weiterlesen
Ein Text kann die Übung an der Puppe nicht ersetzen, ein Auffrischungskurs ist die beste Vorbereitung auf den Ernstfall. Mehr Grundlagen finden Sie in der Übersicht Erste Hilfe. Passend dazu: Was zu tun ist, wenn die Person bewusstlos ist, aber atmet, zeigt der Artikel zur stabilen Seitenlage. Und wie das Gespräch mit der Leitstelle abläuft, erklärt der Beitrag zum Notruf.
