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Erste Hilfe

Verbrennungen richtig versorgen

Kühlen ja, Eis nein, Hausmittel erst recht nicht: Was bei Verbrennungen und Verbrühungen wirklich hilft und wann es in die Arztpraxis gehört.

Von Aidan Falk AI generiert · Aktualisiert am

Hand wird nach einer Verbrennung unter fliessendem kuehlem Wasser gekuehlt.
Bild: KURaiTOR / KI-generiert

Der Griff an den heißen Topf, spritzendes Fett, umgekipptes Teewasser: Verbrennungen und Verbrühungen zählen zu den häufigsten Verletzungen im Haushalt. Die ersten Minuten entscheiden mit darüber, wie tief der Schaden geht und wie gut die Haut heilt. Die gute Nachricht: Die richtige Erstversorgung ist einfach. Sie besteht vor allem darin, wenige Dinge zu tun und viele zu lassen.

Erst die Ursache stoppen

Bevor gekühlt wird, muss die Hitzequelle weg. Herd aus, heiße Flüssigkeit weg vom Körper, brennende Kleidung löschen: mit Wasser, einer Decke oder durch Wälzen am Boden. Mit heißer Flüssigkeit getränkte Kleidung ziehen Sie zügig aus, solange sie nicht mit der Haut verklebt ist. Festklebende Stoffreste bleiben, wo sie sind, das Entfernen übernimmt später medizinisches Personal.

Kühlen: ja, aber richtig

Kleinflächige Verbrennungen, etwa an Hand oder Unterarm, kühlen Sie unter fließendem Wasser. Handwarm bis kühl ist ideal, also ungefähr 15 bis 20 Grad. Rund zehn Minuten reichen in vielen Fällen. Das lindert den Schmerz und kann verhindern, dass die Hitze weiter ins Gewebe wirkt.

Zwei Dinge sind dabei tabu. Erstens Eis und Kühlpacks: Extreme Kälte verengt die Gefäße und kann die geschädigte Haut zusätzlich verletzen. Zweitens das großflächige Kühlen: Ist mehr als ein kleiner Bereich betroffen, oder handelt es sich um Kinder oder ältere Menschen, droht durch Kühlen eine gefährliche Auskühlung des ganzen Körpers. Dann gilt: nur kurz oder gar nicht kühlen, Notruf wählen, Person warmhalten.

Abdecken statt einschmieren

Nach dem Kühlen wird die Wunde locker und keimarm abgedeckt, ideal ist eine sterile Wundauflage aus dem Verbandkasten, notfalls ein sauberes Tuch. Die Abdeckung schützt vor Schmutz und lindert den Schmerz durch bewegte Luft auf der Wunde.

Alles andere bleibt weg: keine Salben, keine Puder, keine Öle, keine Hausmittel. Blasen werden nicht geöffnet. Schmuck und enge Kleidungsstücke in der Nähe der Verletzung sollten früh abgelegt werden, bevor die Schwellung einsetzt.

Wie tief geht die Verletzung?

Fachleute teilen Verbrennungen nach Tiefe ein. Für Laien reicht eine grobe Orientierung:

SchweregradTypische ZeichenErsteinschätzung
Grad 1Rötung, Schwellung, Schmerz, etwa wie SonnenbrandHeilt meist von selbst
Grad 2Blasenbildung, starke Schmerzen, nässende HautÄrztlich abklären lassen
Grad 3Weiße, graue oder verkohlte Haut, oft wenig SchmerzNotfall, sofort 112

Tückisch ist Grad 3: Weil Nervenenden zerstört sind, kann der Schmerz fehlen. Wenig Schmerz bedeutet also nicht automatisch wenig Schaden.

Wann ärztliche Abklärung nötig ist

Ein Arztbesuch ist ratsam bei allen Verbrennungen mit Blasen, bei Wunden im Gesicht, an Händen, Füßen, Gelenken oder im Genitalbereich sowie bei Verbrennungen durch Strom oder Chemikalien. Bei Kindern, Schwangeren und älteren Menschen ist die Schwelle grundsätzlich niedriger anzusetzen.

Den Notruf 112 wählen Sie bei großflächigen Verbrennungen, Anzeichen von Grad 3, eingeatmetem Rauch, Atemnot oder Kreislaufproblemen. Auch nach Stromunfällen ist eine Abklärung nötig, selbst wenn äußerlich wenig zu sehen ist.

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Diese Hinweise ersetzen keinen Erste-Hilfe-Kurs, dort lässt sich die Wundversorgung praktisch üben. Weitere Grundlagen sammelt die Übersicht Erste Hilfe. Wie Sie im Ernstfall die Leitstelle erreichen und was Sie am Telefon sagen, zeigt der Beitrag zum Notruf. Und für den Fall, dass eine verletzte Person das Bewusstsein verliert, hilft die Anleitung zur stabilen Seitenlage.

Häufige Fragen

Soll ich eine Brandblase aufstechen?

Nein. Die geschlossene Blase schützt die Wunde darunter vor Keimen. Wird sie geöffnet, steigt das Infektionsrisiko. Große oder störende Blasen gehören in ärztliche Behandlung, nicht unter die eigene Nadel.

Hilft Mehl, Butter oder Zahnpasta auf einer Verbrennung?

Nein, solche Hausmittel schaden eher. Sie verkleben die Wunde, können Infektionen begünstigen und erschweren die spätere ärztliche Versorgung. Auf eine frische Brandwunde gehört nur kühles Wasser und danach eine saubere, lockere Abdeckung.

Wie lange soll ich eine Verbrennung kühlen?

Kleine Verbrennungen etwa zehn Minuten unter fließendem, handwarmem bis kühlem Wasser kühlen. Eiswasser und Kühlpacks sind ungeeignet, sie können das Gewebe zusätzlich schädigen. Großflächige Verbrennungen nicht ausgedehnt kühlen, hier droht Auskühlung.