Ein Blatt, heißes Wasser, ein paar Minuten Geduld. Mehr braucht Tee nicht, und doch geht dabei erstaunlich viel schief. Zu heißes Wasser macht grünen Tee kratzig bitter. Zu kurze Ziehzeit lässt Schwarztee dünn und blass schmecken. Wer die wenigen Stellschrauben kennt, holt aus demselben Päckchen plötzlich ein völlig anderes Getränk heraus.
Ein Strauch, viele Farben
Alles, was zu Recht Tee heißt, stammt von einer einzigen Pflanze: Camellia sinensis. Ob daraus grüner, schwarzer, weißer oder Oolong-Tee wird, entscheidet die Verarbeitung nach der Ernte. Vor allem die Oxidation, also die Reaktion der Blattsäfte mit Sauerstoff, prägt Farbe und Aroma. Grüner Tee wird früh erhitzt und bleibt grasig frisch, Schwarztee oxidiert vollständig und entwickelt malzige, dunkle Noten.
Kräuter- und Früchtetees spielen in einer anderen Liga: aromatisch oft wunderbar, botanisch aber keine Tees. Wie sich die Familien unterscheiden und welche Sorte zu welchem Anlass passt, sortiert der Artikel über Teesorten im Überblick.
Das Wasser entscheidet mit
Der zweite große Hebel ist der Aufguss selbst. Tee besteht zu weit über 90 Prozent aus Wasser, entsprechend deutlich schmeckt man dessen Qualität. Stark kalkhaltiges Wasser legt einen stumpfen Film über feine Aromen. Noch wichtiger ist die Temperatur: Kochendes Wasser passt zu kräftigem Schwarztee, für grünen Tee ist es schlicht zu heiß.
Dazu kommt die Ziehzeit. Zwei Minuten ergeben bei vielen Sorten einen weichen, süßlichen Aufguss, fünf Minuten einen herben. Beides kann richtig sein, je nachdem, was Sie wollen. Konkrete Werte für die wichtigsten Sorten, samt Dosierung pro Tasse, finden Sie in der Anleitung zum richtigen Aufbrühen.
Grüner Tee, das missverstandene Talent
Kaum eine Sorte wird so oft falsch zubereitet wie grüner Tee. Viele kennen ihn nur bitter und adstringierend, dabei liegt das fast immer an zu heißem Wasser oder zu langer Ziehzeit. Richtig aufgegossen schmeckt ein Sencha frisch und leicht süßlich, mit einem Hauch von grünem Gras und gerösteten Nüssen.
Wer sich davon überzeugen will, findet im Text über den Einstieg in grünen Tee ohne Bitterkeit eine Schritt-für-Schritt-Anleitung samt Sortenempfehlungen für die ersten Versuche.
Aroma bewahren statt verschenken
Der beste Tee nützt wenig, wenn er in der Küche neben dem Gewürzregal langsam verflacht. Teeblätter sind porös und ziehen Fremdgerüche an wie ein Schwamm. Licht, Luft, Wärme und Feuchtigkeit bauen die Aromastoffe zusätzlich ab. Eine dichte, lichtundurchlässige Dose an einem kühlen Ort löst die meisten Probleme.
Welche Behälter taugen, wie lange sich einzelne Sorten halten und warum der Kühlschrank meist eine schlechte Idee ist, erklärt der Beitrag zum richtigen Lagern von Tee.
Der rote Faden
Vier Fragen führen durch das ganze Thema. Welche Sorte liegt vor mir? Wie heiß darf das Wasser sein? Wie lange zieht der Tee? Und wie bewahre ich den Rest der Packung auf? Wer diese Punkte einmal durchdacht hat, braucht kein Spezialwissen mehr, nur ein Thermometer, eine Uhr und etwas Neugier.
Am besten fangen Sie mit einer einzigen Sorte an und verändern nur einen Faktor pro Aufguss. Erst die Temperatur, dann die Ziehzeit. So schmecken Sie, was jede Stellschraube bewirkt. Genau dafür sind die vier Detailartikel dieses Themenbereichs gedacht: als Werkzeugkasten, aus dem Sie sich nehmen, was Ihre nächste Tasse gerade braucht.






