Fünf Bahnhöfe, fünf Ortsnamen, und doch steht man jedes Mal in einer anderen Welt. In Monterosso riecht es nach Sonnencreme und Focaccia, in Corniglia nach Wein und warmem Stein. Wer die Cinque Terre plant, entscheidet früh: Welches Dorf wird Basis, welche werden Ausflug? Die Antwort fällt leichter, wenn man die Charaktere kennt.
Der Schnellvergleich
| Dorf | Lage | Stärke | Eher nicht für |
|---|---|---|---|
| Monterosso al Mare | flach am Wasser | Sandstrand, Hotels, ebene Wege | Suchende nach Dorfidylle |
| Vernazza | um einen Naturhafen | Hafenplatz, Abendstimmung | Menschen mit Gedrängeallergie |
| Corniglia | hoch auf dem Felsen | Ruhe, Weinberge, Weitblick | Gäste mit viel Gepäck |
| Manarola | steil am Bachtal | berühmtes Panorama, Weinterrassen | Badeurlauber |
| Riomaggiore | steil, nahe La Spezia | kurze Anreise, junge Szene | Frühschläfer im Sommer |
Monterosso: das bequeme Dorf
Monterosso ist der größte und flachste der fünf Orte und der einzige mit richtigem Sandstrand. Altstadt und Neustadt verbindet ein kurzer Tunnel, dazwischen liegt der Bahnhof direkt an der Promenade. Hier gibt es die meisten Hotelbetten, ebene Spazierwege und Platz zum Ausbreiten. Wer badet, mit Kindern reist oder Stufen meiden muss, ist hier richtig. Dörflicher Zauber ist dafür dünner gesät.
Vernazza und Manarola: die Fotomotive
Vernazza besitzt als einziges Dorf einen kleinen Naturhafen, gerahmt von Kirchturm und Burgturm. Am Abend, wenn die Tagesgäste weg sind, sitzt man am Hafenplatz wie in einem Amphitheater. Tagsüber gehört der Ort allerdings zu den vollsten der Küste.
Manarola klettert eine Felsrippe hinauf, unten schäumt das Meer in einer winzigen Bootsbucht. Der Blick vom Spazierweg auf die gestapelten Häuser ist das meistfotografierte Motiv der Cinque Terre. Ringsum ziehen sich Weinterrassen den Hang hinauf, oben liegt der Weiler Volastra. Beide Dörfer sind als Quartier begehrt, klein und entsprechend schnell ausgebucht.
Corniglia und Riomaggiore: die Gegensätze
Corniglia ist der Sonderfall: Es liegt rund hundert Meter über dem Meer auf einem Felsrücken, ohne Hafen, ohne Fähranleger. Vom Bahnhof führen fast vierhundert Treppenstufen hinauf, alternativ pendelt ein kleiner Bus. Genau diese Mühe hält die größten Ströme fern. Wer Ruhe am Abend, Weinbars und Weitblick sucht, findet hier das stillste Dorf.
Riomaggiore ist das südöstlichste Dorf und das mit der kürzesten Verbindung nach La Spezia. Die Hauptgasse fällt steil zur Bootsrampe ab, links und rechts stapeln sich hohe, schmale Häuser. Der Ort wirkt urbaner als die Nachbarn, mit Bars, die abends länger leben. Für Nachtruhe im Hochsommer wählt man die Zimmer besser abseits der Hauptgasse.
Basis im Dorf oder außerhalb
Die romantische Lösung heißt: im Dorf schlafen und die Abende auskosten. Die praktische Lösung heißt La Spezia oder Levanto. Beide Städte liegen an derselben Bahnlinie, die Fahrt ins erste Dorf dauert nur wenige Minuten, die Auswahl an Unterkünften ist größer und der Kostenrahmen meist freundlicher. Levanto bringt zusätzlich einen eigenen Strand mit.
Weiterlesen im Cluster
Wie man zwischen den Dörfern per Bahn pendelt, steht im Beitrag zur Anreise mit dem Zug. Wer die Orte zu Fuß verbinden will, findet die Etappen im Artikel zum Küstenpfad. Den Gesamtüberblick gibt die Cluster-Übersicht zu den Cinque Terre.
