Kurz gesagt: Ein Sparplan ist die einfachste Methode, regelmäßig zu investieren, weil er die schwächste Stelle im System ausschaltet: die eigene Disziplin. Einmal eingerichtet, kauft er stur jeden Monat. Kein Grübeln über den richtigen Zeitpunkt, keine vergessenen Monate, keine Ausreden.
Das Dauerauftrag-Prinzip
Technisch ist ein Sparplan nichts anderes als ein Dauerauftrag mit angeschlossenem Kauf. Zum festgelegten Termin bucht der Anbieter den gewählten Betrag ab und kauft dafür Anteile, etwa an einem breit gestreuten Indexfonds. Auch Bruchstücke von Anteilen sind dabei üblich, der Betrag geht also voll ins Depot.
Der Vorteil liegt weniger in der Technik als in der Psychologie. Die Entscheidung fällt genau einmal, nämlich bei der Einrichtung. Danach arbeitet der Automatismus gegen die typischen Fehler: aufschieben, zögern, auf bessere Kurse warten.
Den Betrag realistisch wählen
Die häufigste Frage lautet: Wie viel? Die nüchterne Antwort: so viel, dass es dauerhaft durchhaltbar ist. Eine Rate, die in engen Monaten schmerzt, wird früher oder später gestoppt. Damit ist niemandem geholfen.
Eine brauchbare Reihenfolge für die Kalkulation:
| Schritt | Frage |
|---|---|
| 1 | Sind teure Schulden getilgt, vor allem der Dispo? |
| 2 | Steht eine Notreserve von drei bis sechs Monatsausgaben bereit? |
| 3 | Was bleibt nach Fixkosten und Leben realistisch übrig? |
| 4 | Welcher Teil davon kann zehn Jahre oder länger investiert bleiben? |
Der Haken: Viele setzen die Rate nach einem motivierten Wochenende zu hoch an. Besser ist der umgekehrte Weg. Klein anfangen, drei Monate beobachten, dann erhöhen. Eine spätere Erhöhung kostet nichts, ein Abbruch kostet Momentum und oft die ganze Gewohnheit.
Langfristig denken, in Jahrzehnten
Ein Sparplan auf Aktienbasis ist ein Langstreckeninstrument. Wer das Geld in drei Jahren für ein Auto braucht, ist am Aktienmarkt falsch. Wer dagegen zehn, zwanzig oder dreißig Jahre Zeit hat, gibt zwei Kräften Raum: dem Wachstum der Wirtschaft und dem Zinseszins auf wieder angelegte Erträge.
Dazu kommt ein angenehmer Nebeneffekt regelmäßiger Käufe. Bei hohen Kursen kauft die feste Rate weniger Anteile, bei niedrigen Kursen mehr. Das glättet den Einstiegspreis über die Zeit. Ein Wundermittel ist das nicht, aber es nimmt der Frage nach dem perfekten Einstiegszeitpunkt die Bedeutung.
Schwankungen aushalten: der eigentliche Test
Kurse fallen. Nicht vielleicht, sondern sicher, irgendwann auch heftig. Der Depotstand kann über Monate oder Jahre unter dem eingezahlten Betrag liegen. Das ist der Preis für die langfristigen Renditechancen des Aktienmarkts, und genau hier scheitern die meisten.
Zwei Gedanken helfen. Erstens: Ein Verlust entsteht erst beim Verkauf, vorher ist er eine Zahl auf dem Bildschirm. Zweitens: Für den laufenden Sparplan sind fallende Kurse Einkauf zum Rabatt. Wer das verinnerlicht, schaut in Krisen seltener ins Depot und lässt den Automatismus einfach weiterlaufen.
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