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Augen & Sehen

Kind blinzelt oder reibt ständig die Augen: Was dahinterstecken kann

Meist steckt Harmloses dahinter, etwa trockene Augen oder Müdigkeit. Wann ein Sehfehler infrage kommt und wann der Augenarzt draufschauen sollte.

Von Aidan Falk AI generiert · Aktualisiert am

Kind reibt sich am Kuechentisch die Augen, ein Elternteil schaut aufmerksam zu.
Bild: KURaiTOR / KI-generiert

Wenn ein Kind auffällig oft blinzelt oder sich die Augen reibt, steckt in den meisten Fällen etwas Harmloses dahinter: trockene oder gereizte Augen, Müdigkeit oder eine vorübergehende Angewohnheit. Manchmal zeigt sich auf diese Weise aber auch ein unkorrigierter Sehfehler oder eine Allergie. Hält das Blinzeln über Wochen an oder kommen weitere Beschwerden dazu, sollte eine Augenarztpraxis die Ursache abklären.

Welche harmlosen Ursachen sind typisch?

Am häufigsten sind schlicht gereizte Augenoberflächen. Trockene Heizungsluft, Staub oder lange Naharbeit am Bildschirm lassen den Tränenfilm dünner werden. Das Auge reagiert mit Blinzeln, denn jeder Lidschlag verteilt frische Tränenflüssigkeit. Auch Müdigkeit spielt eine Rolle: Abends reiben sich viele Kinder die Augen, ganz ohne Krankheitswert.

Eine weitere häufige Erklärung ist ein sogenannter Tic. Damit ist eine unwillkürliche, sich wiederholende Bewegung gemeint, das Kind macht sie also nicht absichtlich. Blinzel-Tics treten oft im Grundschulalter auf und verstärken sich bei Stress oder Aufregung. In vielen Fällen verschwinden sie nach Wochen bis Monaten von selbst. Ermahnungen helfen dabei nicht, sie erhöhen eher den Druck.

Jucken die Augen deutlich, sind gerötet und tränen, spricht das eher für eine Allergie, etwa auf Pollen oder Hausstaub. Das Reiben verschafft kurz Erleichterung, reizt die Augen aber zusätzlich. Ein kurzzeitiger Auslöser kann außerdem ein Fremdkörper sein, zum Beispiel eine Wimper im Auge.

Wann steckt ein Sehfehler dahinter?

Blinzeln und Zusammenkneifen können Versuche sein, ein unscharfes Bild scharf zu stellen. Bei Kurzsichtigkeit erscheint die Ferne verschwommen, etwa die Tafel in der Schule. Bei Weitsichtigkeit strengt vor allem das Sehen in der Nähe an, also Lesen und Malen. Beides fällt Kindern selbst selten auf, weil sie ihr Sehen für normal halten.

Typische Begleitzeichen sind sehr nahes Herangehen an Fernseher oder Buch, häufige Kopfschmerzen und schnelle Unlust beim Lesen. Auch lange Bildschirmphasen können mitspielen: Wer konzentriert aufs Display schaut, blinzelt seltener, und die Augen trocknen aus. Vorsicht ist zudem geboten, wenn ein Auge zeitweise abweicht oder das Kind ein Auge zukneift. Das kann auf ein Schielen hindeuten und gehört immer in augenärztliche Abklärung.

Wann sollte ein Augenarzt das abklären?

Anhaltendes Blinzeln oder Reiben über mehrere Wochen ist ein guter Grund für einen Termin, auch ohne weitere Symptome. Dringlicher wird es bei Rötung, Schmerzen, Lichtempfindlichkeit oder Absonderungen aus dem Auge. Gleiches gilt, wenn das Kind schlechter zu sehen scheint, schielt oder den Kopf beim Schauen schief hält.

Die Untersuchung ist für Kinder unkompliziert und tut nicht weh. Sehschärfe, Zusammenspiel der Augen und Augenoberfläche lassen sich in einer Sitzung prüfen. Meist steht am Ende eine beruhigende Antwort: eine vorübergehende Angewohnheit, gereizte Augen oder ein Sehfehler, der sich mit einer Brille gut ausgleichen lässt. Genau deshalb lohnt die Abklärung, denn ein früh erkannter Sehfehler wird korrigiert, bevor er Schule und Alltag belastet.

Sind Eltern oder Geschwister fehlsichtig, sind regelmäßige Kontrollen ohnehin sinnvoll. Und bei einem Verdacht auf Tics kann zusätzlich die Kinderarztpraxis einordnen, ob weitere Schritte nötig sind. In den allermeisten Fällen lautet die Antwort: abwarten, gelassen bleiben, beobachten.

Von hier aus weiter

Mehr zum Sehen im Familienalltag findest du in der Übersicht Augen und Sehen. Wie viel Display Kinderaugen vertragen und warum Draußenzeit so wichtig ist, steht im Beitrag zur Bildschirmzeit bei Kindern. Wurde bereits eine Kurzsichtigkeit festgestellt, hilft der Artikel dazu, wie sich Kurzsichtigkeit bei Kindern bremsen lässt.