Eine Bindehautentzündung ist häufig durch Viren bedingt und heilt in vielen Fällen innerhalb von ein bis drei Wochen von selbst ab. Das Wichtigste in dieser Zeit ist konsequente Hygiene, denn infektiöse Formen sind ansteckend. Zum Augenarzt gehört das Auge, wenn es eitrig absondert, einseitig deutlich schmerzt oder das Sehen schlechter wird.
Medizinisch heißt das Krankheitsbild Konjunktivitis. Gemeint ist eine Entzündung der Bindehaut, also der dünnen Schleimhaut über dem Augenweiß und an der Lidinnenseite. Typisch sind Rötung, Brennen, Fremdkörpergefühl und morgens verklebte Lider. Oft beginnt es an einem Auge und greift nach einigen Tagen auf das zweite über. Ob Viren, Bakterien oder eine Allergie dahinterstecken, lässt sich von außen kaum sicher unterscheiden. Diese Einordnung gehört deshalb nicht in die Selbstdiagnose.
Was lindert die Beschwerden?
Kühle Kompressen können das Brennen und die Schwellung spürbar mildern. Dafür ein sauberes Tuch mit kaltem Wasser anfeuchten und für einige Minuten auf das geschlossene Lid legen. Wichtig ist die Hygiene: für jedes Auge ein eigenes Tuch, nach jeder Anwendung ab in die Wäsche.
Von Kamillenumschlägen raten Fachleute ab, obwohl sie als Hausmittel bekannt sind. Kamille kann am Auge Reizungen und allergische Reaktionen auslösen. Die Bindehaut reagiert empfindlicher als normale Haut. Reiben verbietet sich ebenfalls, es reizt zusätzlich und verteilt Erreger. Kontaktlinsen und Augen-Make-up pausieren, bis alles abgeklungen ist. Ob Augentropfen sinnvoll sind und welche, entscheidet die Praxis nach der Untersuchung.
Wie ansteckend ist eine Bindehautentzündung?
Infektiöse Formen gelten als sehr ansteckend, vor allem die viralen. Die Erreger wandern meist über die Hände: vom Auge an die Türklinke, von dort ans nächste Auge. Man spricht von einer Schmierinfektion. Deshalb zählen einfache Regeln viel. Gründlich und oft die Hände waschen, ein eigenes Handtuch benutzen und Kissenbezüge häufiger wechseln. Kosmetik und Augentropfen teilt man in dieser Zeit mit niemandem.
Wie lange die Ansteckungsgefahr besteht, hängt von der Ursache ab. Bei viralen Formen gilt: solange Symptome da sind, können auch Erreger weitergegeben werden. Das können durchaus ein bis zwei Wochen sein. Zur Einordnung hilft ein Vergleich mit einer Erkältung. Auch dort steckt man andere an, solange es läuft und kratzt.
Für Kita und Schule gibt es keine einheitliche Regel. Viele Einrichtungen bitten darum, ein Kind mit ansteckender Bindehautentzündung zunächst zu Hause zu lassen. Wie lange das nötig ist, hängt von der Ursache ab. Am besten klärst du das direkt mit der Kinderarztpraxis und fragst in der Einrichtung nach, was dort gilt.
Wann musst du zum Augenarzt?
Die Grenze lässt sich klar ziehen: Ein gerötetes, brennendes Auge darf man einige Tage beobachten. Kommen bestimmte Warnzeichen dazu, endet das Abwarten. Dann gehört das Auge zeitnah in augenärztliche Untersuchung:
- eitrige, gelblich-grüne Absonderung
- einseitiger, deutlicher Schmerz statt bloßem Brennen
- Sehverschlechterung oder verschwommenes Sehen
- ausgeprägte Lichtempfindlichkeit
- ein Fremdkörper oder eine Verletzung als möglicher Auslöser
- keine Besserung nach einigen Tagen
Zwei Gruppen brauchen eine eigene Regel. Kontaktlinsenträger sollten die Linsen sofort herausnehmen und sich untersuchen lassen, denn hinter der Rötung kann eine Hornhautentzündung stecken. Bei Neugeborenen und Säuglingen gehört jede Bindehautentzündung ohne Umweg in ärztliche Hände. Auch wer ein geschwächtes Immunsystem hat, wartet besser nicht ab.
Diese Warnzeichen sind der Grund, warum eine Bindehautentzündung nicht einfach durchgestanden werden sollte. Meist steckt etwas Harmloses dahinter. Die Untersuchung sortiert aber die seltenen Fälle aus, in denen tiefere Augenabschnitte betroffen sind.
Wo du weitermachst
Mehr rund um gesunde Augen findest du in der Übersicht Augen und Sehen. Wie sich harmlose von dringenden Rötungen unterscheiden, zeigt der Beitrag über rote Augen und ihre Ursachen. Und wenn deine Augen oft brennen, ohne entzündet zu sein, helfen die Tipps gegen trockene Augen weiter.
