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Wandern in Österreich

Schladminger Tauern: Höhenweg-Etappen planen

Von Obertauern bis zur Planai: Wie du Etappen, Hütten, Wasser und Ausstiege für den Schladminger Tauern Höhenweg der Reihe nach festlegst.

Von Maia Brandt AI generiert · Aktualisiert am

Zwei Wanderer gehen auf einem Hoehenweg an einem dunkelblauen Bergsee in felsigem Gelaende vorbei.
Bild: KURaiTOR / KI-generiert

Am Ende steht ein Plan, der auf ein Blatt passt: ein Startort mit Bahnanschluss, eine Reihe reservierter Hüttenlager, pro Tag eine Etappe im Rahmen von etwa vier bis sieben Stunden Gehzeit und für jede Nacht ein markierter Notausstieg ins Tal. Der Schladminger Tauern Höhenweg zieht über die Grate und Scharten zwischen Enns- und Murtal, vorbei an den Giglachseen, am Duisitzkarsee und an den Landawirseen. Für die Planung reicht ein ruhiger Abend. Für die Tour selbst solltest du je nach Variante fünf bis sieben Tage einrechnen.

Was du vor dem Planen brauchst

  • Aktuelle Wanderkarte der Schladminger Tauern, dazu eine Offline-Karte am Handy
  • Liste der Hütten entlang der Kette mit Kontaktdaten
  • Kalender mit den Tagen, die du wirklich frei hast, inklusive An- und Abreisetag
  • Fahrplan der Ennstalbahn und der Regionalbusse rund um Schladming und Radstadt
  • Mitgliedsausweis eines alpinen Vereins, falls vorhanden
  • Hüttenschlafsack, Stirnlampe, Regenschutz, warme Schicht, Bargeld

Schritt 1: Start und Ziel an die Bahn hängen

Die Kette hat zwei brauchbare Anker. Im Westen liegt Obertauern auf der Passhöhe, im Osten und Norden das Ennstal mit Schladming. Schladming hat einen eigenen Bahnhof, Obertauern nicht: Dorthin fährst du per Bus ab Radstadt. Wer von West nach Ost geht, startet also mit Zug plus Bus und endet an einem Bahnhof. Das ist die entspanntere Richtung, weil am müden letzten Tag keine Busanschlüsse mehr passen müssen.

Schritt 2: Etappenzahl nach den freien Tagen festlegen

Zähl zuerst die Tage, die dir bleiben, und zieh Anreise und Rückreise ab. Erst dann suchst du die passende Variante. Für die volle Kette sind fünf bis sieben Gehtage üblich. Bleiben dir nur drei, schneidest du ein Stück heraus, etwa den Abschnitt rund um die Giglachseen. Plane lieber eine Etappe weniger und dafür einen Reservetag ein, den das Wetter mit ziemlicher Sicherheit früher oder später anfordert.

Was dich landschaftlich erwartet, hilft bei dieser Entscheidung: dunkles Urgestein, Kare mit Seen auf fast jeder Höhenstufe, dazwischen Grasrücken und lange Schuttflanken. Über allem steht der Hochgolling mit rund 2860 Metern, der höchste Gipfel der Kette. Der Weg selbst führt an ihm vorbei, nicht hinauf.

Schritt 3: Hütten entlang der Kette prüfen und reservieren

Die Hütten sitzen wie Perlen an einer Schnur: Oberhütte am See, Ignaz-Mattis-Hütte und Giglachseehütte, Keinprechthütte, Gollinghütte, Preintalerhütte, Landawirseehütte. Prüf für jede einzeln, ob sie in deinem Zeitraum bewirtschaftet ist, und reservier dann Nacht für Nacht. Halbpension spart dir Gewicht. Wie so ein Abend abläuft, vom Ankommen bis zum Lager, steht im Beitrag zur Hüttenübernachtung.

Schritt 4: Höhenmeter und Gehzeiten realistisch ansetzen

Rechne in Höhenmetern und Stunden, nicht in Kilometern. Der Weg verläuft selten flach: Er hebt sich in eine Scharte, fällt in ein Kar, steigt wieder an. Nimm die Zeitangaben von Wegweisern und Karten als sportliche Untergrenze und leg mit vollem Rucksack einen Aufschlag drauf. Die erste Etappe bekommt bewusst die kleinste Zahl. Und wenn eine Etappe auf dem Papier schon knapp wirkt, ist sie es im Gelände erst recht.

Schritt 5: Wasser und Verpflegung klären

Oben auf den Graten gibt es kaum verlässliche Quellen. Kalkulier deshalb mit dem, was du trägst, und füll auf jeder Hütte auf. Frag dort auch nach, ob das Wasser Trinkwasserqualität hat, denn das unterscheidet sich von Haus zu Haus. Zwei Liter Kapazität sind ein vernünftiger Rahmen, im Hochsommer eher mehr. Riegel, Nüsse und Brot für unterwegs kaufst du im Tal, nicht oben.

Schritt 6: Ausweichabstiege ins Tal markieren

Von jeder Hütte führt ein Weg nach unten, meist ins Obertal, ins Untertal oder ins Preuneggtal. Genau diese Abstiege trägst du vorher in die Karte ein, mit Gehzeit und dem Ort, an dem ein Bus hält. Zwei Fragen pro Nacht: Wie komme ich von hier bei Regen runter? Und wie komme ich von unten zurück nach Schladming? Wer das vorher weiß, entscheidet morgens in der Stube in fünf Minuten statt in einer Stunde.

Schritt 7: Wetterfenster im Hochsommer wählen

Die Nordseiten und die Scharten halten Altschnee lange. Im Frühsommer liegen dort oft noch Felder, die du queren musst, im Hochsommer stehst du stattdessen im Blockgelände. Für eine Tour ohne technische Ausrüstung ist der Hochsommer bis in den Frühherbst das ruhigere Fenster. Sieh dir zwei bis drei Tage vor der Anreise die Prognose an und behalte im Hinterkopf, dass Gewitter hier gern am Nachmittag kommen. Früh los.

Schritt 8: Rückreise organisieren

Der letzte Tag endet je nach Variante an einer Bergstation über Schladming oder in einem Talort. Prüf, ob die Bahn zu deiner voraussichtlichen Ankunftszeit noch fährt, sonst läufst du die Höhenmeter zusätzlich ab. Danach: Zug ab Schladming. Bei Autoanreise parkst du besser am Zielort und fährst zum Start mit Bahn und Bus, nicht umgekehrt. Leg dir außerdem eine Rückfallebene zurecht, falls du einen Tag früher oder später unten stehst als gedacht. Eine flexible Zugverbindung und eine Nacht im Tal kosten wenig Nerven, ein verpasster Anschluss nach sieben Stunden Abstieg kostet viele.

Häufige Fehler

Die erste Etappe fällt zu lang aus. Man ist frisch, der Rucksack fühlt sich am Bahnhof leicht an, und abends sitzt man mit wunden Füßen in der Stube. Der zweite Klassiker: zu spät reservieren. Beliebte Hütten sind an Sommerwochenenden früh voll, und eine Lücke in der Kette zwingt dich zu einer Doppeletappe. Dritter Punkt: Schneefelder im Frühsommer werden unterschätzt. Ein Hang, der aus der Ferne harmlos aussieht, ist am Vormittag hart und am Nachmittag nass, und ohne Erfahrung mit solchen Querungen gehört er nicht in die Planung.

Vorher prüfen

  • Startort und Zielort stehen fest, beide mit Bahn oder Bus erreichbar
  • Jede Nacht ist einzeln reserviert, Bestätigungen sind offline gespeichert
  • Erste Etappe ist die kürzeste des Programms
  • Ein Reservetag ist im Kalender eingeplant
  • Ausweichabstiege sind für jede Hütte notiert, mit Bushaltestelle
  • Wasserkapazität ab zwei Litern, Auffüllpunkte bekannt
  • Wetterbericht zwei Tage vor Anreise geprüft, Altschneelage erfragt
  • Rückfahrt ab Schladming liegt zeitlich mit Puffer
  • Absagen bei den Hütten sind eingeplant, falls du nicht kommst

Für den nächsten Schritt

Mehr Routen, Regionen und Grundlagen findest du in der Übersicht Wandern in Österreich. Wenn du zum ersten Mal mehrere Nächte oben bleibst, lies vorher, wie eine Hüttenübernachtung abläuft.

Häufige Fragen

Wie viele Tage braucht man für den Schladminger Tauern Höhenweg?

Gängig sind Varianten über etwa fünf bis sieben Tage, je nachdem, ob du in Obertauern oder erst weiter östlich einsteigst und wo du aussteigst. Kürzere Runden mit drei bis vier Etappen lassen sich aus derselben Hüttenkette herausschneiden.

Ist die Tour für Einsteiger geeignet?

Für geübte Bergwanderer ja, für die allererste Mehrtagestour eher nicht. Verlangt werden Trittsicherheit, Ausdauer über mehrere Tage und Erfahrung mit steinigem Gelände. Gipfel wie der Hochgolling sind eine eigene Nummer und kein Pflichtprogramm.