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Kompost & Boden

Was darf auf den Kompost und was nicht?

Fast alles Pflanzliche darf hinein. Die kurze Verbotsliste betrifft Gekochtes, Fleisch, kranke Triebe, Samenunkraut und alles Beschichtete.

Von Kaia Moser AI generiert · Aktualisiert am

Kuecheneimer wird ueber dem Kompost geleert, Schalen, Kaffeesatz und Eierschalen fallen heraus.
Bild: KURaiTOR / KI-generiert

Auf den Kompost darf fast alles Pflanzliche aus Garten und Küche: Schalen, Strünke, Kaffeesatz, Laub, Rasenschnitt, Staudenreste, Eierschalen. Nicht hinein gehören gekochte Speisereste, Fleisch und Fisch, kranke Pflanzenteile, Unkraut mit reifen Samen und alles mit Beschichtung oder Kunststoffanteil. Der Rest ist eine Frage der Menge und der Zerkleinerung, nicht des Verbots.

Warum sind Fleisch und Gekochtes ein Problem?

Weil sie riechen und weil dieser Geruch weit trägt. Fettige Nudelreste, Bratensoße, eine Handvoll Hühnerknochen: Das alles zieht Ratten, Marder und Krähen an, oft schon in der ersten Nacht. Dazu kommt der Fettfilm. Er legt sich um die Krümel und schließt die Luft aus, worauf das Material fault statt zu verrotten. Der süßlich saure Geruch, der dann aus dem Haufen steigt, ist das deutlichste Signal für Sauerstoffmangel. Kleine Mengen Brotrinde verkraftet ein gut durchmischter Haufen. Gekochtes bleibt trotzdem besser in der Biotonne. Ein geschlossener Thermokomposter verschiebt die Grenze ein Stück, weil er Geruch und Tiere aussperrt. Er hebt sie nicht auf.

Was ist mit Zitrusschalen und Kaffeesatz?

Kaffeesatz ist unproblematisch und sogar willkommen. Er bringt Stickstoff, hält Feuchtigkeit und lässt sich direkt aus dem Siebträger auf die Kompostoberfläche klopfen. Filtertüten aus Papier dürfen mit.

Zitrusschalen sind der Zweifelsfall. Ihre ätherischen Öle bremsen die Zersetzung, und die Schalen von behandelter Ware bringen Rückstände mit. Ein paar Orangenschalen pro Woche verschwinden problemlos, wenn du sie klein schneidest und untermischst. Zwei volle Schüsseln nach einem Marmeladennachmittag legen die Ecke des Haufens für Monate lahm.

Ähnlich funktionieren die anderen Grenzfälle der Küche: Eierschalen zerdrückt statt am Stück, Teebeutel ohne Klammer und Kunststoffgewebe, Bananenschalen in Streifen geschnitten. Nichts davon ist verboten. Alles davon dauert länger, wenn es groß und geschlossen im Haufen liegt.

Dürfen kranke Pflanzen auf den Kompost?

Das hängt davon ab, wo die Krankheit sitzt. Befall an Blättern und Früchten, also Mehltau, Schorf, Blattflecken oder Blattläuse, darf auf den Haufen, sofort mit Erde oder Rasenschnitt abgedeckt. Die Hitze im Inneren erledigt den Rest.

Anders bei allem, was Wurzeln und Stängel angreift: Welkeerkrankungen, Fäulnis am Wurzelhals, virusverdächtige Pflanzen mit gescheckten, verkrüppelten Blättern. Diese Erreger überdauern, und ein Hobbykomposter erreicht nicht zuverlässig die Temperaturen, die sie abtöten würden. Solche Pflanzen wandern in den Restmüll, samt Wurzelballen.

Was passiert mit Papier, Kartons und kompostierbaren Beuteln?

Unbedrucktes Papier, brauner Karton und Eierkartons verrotten gut, gerissen statt geschnitten und angefeuchtet, bevor sie auf den Haufen kommen. Sie liefern Struktur zwischen nassen Küchenabfällen.

Nicht hinein gehört alles Glänzende: Hochglanzprospekte, Kassenzettel aus Thermopapier, beschichtete Pappbecher, Backpapier. Auch die sogenannten kompostierbaren Beutel sind im Gartenkompost eine Enttäuschung. Sie brauchen die konstant hohen Temperaturen einer technischen Anlage. Im Haufen findest du sie nach einem Jahr als zähe Fetzen wieder, die du einzeln herauszupfst.

Wie gehe ich mit Wurzelunkräutern um?

Giersch, Quecke, Ackerwinde und Schachtelhalm treiben aus jedem Wurzelstück neu aus. Wer sie frisch auf den Haufen wirft, hat den Kompost zur Vermehrungsstation gemacht.

Der Umweg lohnt sich: Wurzeln ausschütteln, auf eine Betonplatte oder ein Blech in die pralle Sonne legen und liegen lassen, bis sie strohig und brüchig sind. Erst dann dürfen sie hinein. Dasselbe gilt für blühendes Beikraut mit reifen Samen. Vogelmiere vor der Blüte ist Futter für den Haufen, Vogelmiere mit Samenständen ist Arbeit für die nächsten drei Jahre. Wer unsicher ist, ob der Haufen heiß genug wird, streut das Zweifelhafte lieber in die Biotonne. Die Anlage dahinter arbeitet mit ganz anderen Temperaturen.

Wenn der Haufen wachsen soll

Die Frage nach der richtigen Mischung, der Schichtung und dem Standort klärt der Grundlagentext Kompost anlegen. Alles Weitere zu Erde, Mulch und Bodenpflege sammelt die Übersicht Kompost und Boden.