Reifer Kompost ist ein dunkelbrauner Haufen, der zwischen den Fingern zerfällt und nach feuchtem Waldboden riecht. Bis dahin vergehen in einem offenen Haufen etwa neun bis zwölf Monate, in einem geschlossenen Thermokomposter oft nur vier bis sechs. Die eigentliche Arbeit ist ein Nachmittag zum Aufsetzen, danach ein paar Handgriffe im Vorbeigehen. Alles Übrige erledigen Würmer, Asseln und Pilze, und die brauchen vor allem drei Dinge: Luft, Bodenkontakt und die richtige Mischung.
Was du brauchst
- Einen halbschattigen Platz mit gewachsenem Boden, ungefähr einen Quadratmeter Grundfläche
- Grobes Material für die Basis: Reisig, Häcksel, dünne Äste oder Stroh
- Stickstoffreiches Grünmaterial: Küchenreste, Rasenschnitt, verblühte Stauden
- Kohlenstoffreiches Braunmaterial: Laub, Strohreste, gehäckselter Strauchschnitt, ungefärbte Pappe
- Eine Grabegabel und eine Mistgabel zum Umsetzen
- Ein grobes Wurfsieb, Maschenweite etwa zehn bis fünfzehn Millimeter
- Zwei Schaufeln fertigen Kompost oder Gartenerde als Starthilfe
- Gießkanne, Gartenhandschuhe, Schubkarre
Wer mag, plant gleich zwei Plätze nebeneinander ein: einen zum Befüllen, einen zum Umsetzen. Das erspart später viel Schieberei.
Schritt 1: Halbschattigen Platz mit Bodenkontakt wählen
Such dir eine Ecke unter einem lichten Baum oder an der Nordseite einer Hecke. Halbschatten hält die Feuchtigkeit im Material, ohne die Verrottung auszubremsen. Wichtig ist gewachsener Boden darunter, keine Platten und keine Folie: Nur so wandern Regenwürmer und Kleinstlebewesen von unten ein. Windgeschützt sollte der Platz auch sein. Und nah genug am Haus, damit du im Regen nicht quer über den Rasen läufst.
Schritt 2: Bauform entscheiden
Drei Varianten haben sich bewährt. Die offene Miete ist ein aufgeschichteter Haufen ohne Behälter, günstig und gut belüftet, dafür sichtbar und platzhungrig. Der Holzkomposter aus Lärche oder Douglasie hält viele Jahre, sieht ordentlich aus und lässt Luft durch die Lattenspalten. Der geschlossene Thermokomposter aus Kunststoff hält Wärme und Feuchte, arbeitet dadurch schneller und eignet sich für kleine Gärten. Er verzeiht allerdings weniger, weil man von außen kaum sieht, was drinnen passiert.
Schritt 3: Basis aus grobem Material anlegen
Lockere den Boden an der Stelle mit der Grabegabel, ohne ihn zu wenden. Darauf kommt eine handhohe bis kniehohe Lage aus Reisig und Häcksel, locker aufgeschichtet und nicht festgetreten. Diese Schicht ist die Lunge des Haufens. Sie führt Luft von unten nach oben und verhindert, dass sich Nässe im Fuß staut. Verzichtest du darauf, wird der Kompost unten schmierig und beginnt zu stinken.
Schritt 4: Im Wechsel schichten
Jetzt geht es lagenweise weiter, immer feucht gegen trocken. Eine Lage Küchenreste und Rasenschnitt, darüber eine Lage Laub, Stroh oder zerrissene Pappe, jede Lage etwa zwei Handbreit hoch. Grünes bringt Stickstoff, Braunes bringt Kohlenstoff und Struktur. Zwischendurch streust du eine Schaufel reifen Kompost oder Gartenerde ein, das bringt die Bodenlebewesen mit. Große Stücke vorher zerkleinern, ein Kohlstrunk am Stück braucht ewig.
Schritt 5: Feuchte über die Handprobe steuern
Greif eine Handvoll aus der oberen Schicht und drück fest zu. Richtig ist es, wenn das Material zusammenhält und höchstens ein oder zwei Tropfen zwischen den Fingern hervorkommen. Läuft Wasser, ist der Haufen zu nass: mehr Laub oder Häcksel einarbeiten und locker abdecken. Zerfällt alles staubtrocken, gießt du mit der Brause durch, in mehreren Durchgängen. In langen Trockenperioden lohnt eine Auflage aus Reisig oder Vlies gegen die Verdunstung.
Schritt 6: Nach einigen Monaten umsetzen
Wenn der Haufen sichtbar zusammengesackt ist und außen noch erkennbare Reste liegen, wird er einmal komplett umgeschichtet. Dabei kommt außen nach innen und oben nach unten. Nimm die Mistgabel und wirf das Material locker auf den Nachbarplatz, statt es zu stopfen. Zwischen erstem Aufsetzen und Umsetzen liegen je nach Bauform und Jahreszeit einige Monate. Beim Umsetzen riechst du sofort, ob etwas schiefgelaufen ist: erdig ist gut, sauer und faulig heißt zu nass und zu dicht.
Schritt 7: Reife am Geruch und an der Krümelstruktur prüfen
Reifer Kompost ist dunkelbraun bis fast schwarz, gleichmäßig krümelig und angenehm kühl in der Hand. Er riecht nach Waldboden nach einem Regen, nicht nach Silage und nicht nach Ammoniak. Einzelne Holzstückchen und Eierschalen dürfen drin sein, erkennbare Küchenreste nicht mehr. Ein zweiter Anhaltspunkt ist die Temperatur: Der Haufen fühlt sich innen nicht mehr warm an, sondern hat sich der Umgebung angeglichen. Bleiben Zweifel, gib ihm noch ein paar Wochen.
Schritt 8: Sieben und einsetzen
Stell das Wurfsieb schräg an die Schubkarre und wirf den Kompost schaufelweise dagegen. Das Feine fällt durch, das Grobe rollt zurück und wandert als Starthilfe in den nächsten Ansatz. Reifen Kompost arbeitest du flach in die oberen Zentimeter der Beete ein, ein bis drei Liter je Quadratmeter reichen. Für Töpfe mischst du ihn zu höchstens einem Drittel unter Erde. Pur ist er zu kräftig für Jungpflanzen.
Häufige Fehler
Nur Rasenschnitt. In dicken Lagen verklebt frischer Schnitt zu einer nassen Matte, die keine Luft mehr durchlässt. Das Ergebnis riecht scharf und stechend. Streu ihn dünn und immer im Wechsel mit Laub oder Häcksel.
Zu nass. Ein durchnässter Haufen fault, statt zu verrotten. Meist steckt eine fehlende Basisschicht dahinter oder ein Deckel, der die Verdunstung blockiert. Grobmaterial einarbeiten und locker abdecken hilft.
Zu kompakt. Wer das Material feststampft oder nur feines Zeug einfüllt, nimmt dem Haufen die Luft. Ohne Sauerstoff arbeiten andere Bakterien, und die machen den bekannten Gestank.
Pralle Sonne. An der Südwand trocknet der Kompost von außen nach innen aus. Trockenes Material verrottet nicht, es konserviert sich. Verschieben ist mühsam, deshalb lohnt es sich, den Platz von Anfang an richtig zu wählen.
Vorher prüfen
- Steht der Platz halbschattig und windgeschützt?
- Hat der Haufen direkten Kontakt zum gewachsenen Boden?
- Passt die Bauform zu Gartengröße und Materialmenge?
- Liegt eine grobe Basisschicht aus Reisig oder Häcksel unten?
- Wechseln sich feuchtes Grünmaterial und trockenes Braunmaterial ab?
- Hält eine Handvoll beim Zusammendrücken zusammen, ohne zu tropfen?
- Ist Platz zum Umsetzen daneben eingeplant?
- Riecht das Material erdig und nicht sauer?
Die Frage nach dem Küchenabfall
Die häufigste Frage kommt beim Küchenabfall: Zitrusschalen, gekochte Reste, Katzenstreu. Was tatsächlich hineingehört und was den Haufen kippen lässt, klärt Was darf auf den Kompost. Weitere Themen rund um Humus, Bodenpflege und Mulch sammelt die Übersicht Kompost und Boden.
