Es brennt, es kratzt, und manchmal fühlt es sich an, als läge ein Sandkorn im Auge. Trockene Augen zählen zu den häufigsten Gründen für einen Besuch in der Augenarztpraxis. Die Beschwerden entstehen, wenn der Tränenfilm die Augenoberfläche nicht mehr zuverlässig benetzt. Meist steckt keine ernste Erkrankung dahinter, doch der Leidensdruck kann erheblich sein.
Der Tränenfilm: dünn, aber raffiniert aufgebaut
Der Tränenfilm ist mehr als Salzwasser. Er besteht vereinfacht aus drei Anteilen, die zusammenspielen müssen.
| Schicht | Aufgabe |
|---|---|
| Fettschicht außen | Bremst die Verdunstung, stammt aus Drüsen am Lidrand |
| Wässrige Schicht in der Mitte | Befeuchtet, spült und versorgt die Hornhaut |
| Schleimschicht innen | Verankert den Film auf der Augenoberfläche |
Gerät eine dieser Schichten aus dem Gleichgewicht, wird der Film instabil. Entweder wird zu wenig Flüssigkeit gebildet, oder sie verdunstet zu schnell. Die zweite Variante ist im Alltag deutlich häufiger und hängt oft mit den Fettdrüsen am Lidrand zusammen, den sogenannten Meibom-Drüsen.
Auslöser im Alltag
Viele Faktoren begünstigen trockene Augen, und oft kommen mehrere zusammen. Trockene Heizungsluft im Winter gehört ebenso dazu wie Klimaanlagen, Zugluft im Auto oder Zigarettenrauch. Auch konzentrierte Bildschirmarbeit spielt eine große Rolle, weil dabei die Blinzelrate sinkt und der Film seltener erneuert wird.
Daneben gibt es Faktoren, die weniger offensichtlich sind. Kontaktlinsen können die Benetzung stören. Hormonelle Umstellungen, etwa in den Wechseljahren, wirken sich bei manchen Menschen auf die Tränenproduktion aus. Bestimmte Medikamente haben trockene Augen als mögliche Nebenwirkung, und mit zunehmendem Alter lässt die Tränenbildung generell etwas nach.
Befeuchtung, Pausen, Lidpflege: was du selbst tun kannst
Befeuchtende Augentropfen, oft künstliche Tränen genannt, sind meist der erste Schritt. Präparate ohne Konservierungsmittel gelten als besonders verträglich, gerade bei häufiger Anwendung. Welche Zusammensetzung passt, hängt vom Beschwerdebild ab und lässt sich in Apotheke oder Praxis besprechen.
Genauso wichtig sind die Rahmenbedingungen. Regelmäßiges Lüften und Verzicht auf direkte Zugluft entlasten die Augenoberfläche. Bei Naharbeit helfen bewusste Blinzelpausen und der regelmäßige Blick in die Ferne. Ausreichend zu trinken unterstützt zusätzlich.
Bei verstopften Lidranddrüsen kann Lidpflege sinnvoll sein: warme Kompressen auf die geschlossenen Lider, anschließend eine sanfte Lidrandmassage und Reinigung. Wie das korrekt geht, zeigt einem am besten die Augenarztpraxis, denn falsche Technik bringt wenig.
Warnzeichen: wann zum Arzt
Halten die Beschwerden trotz Befeuchtung und angepasstem Alltag über mehrere Wochen an, sollte eine augenärztliche Untersuchung die Ursache klären. Hinter hartnäckiger Trockenheit können behandelbare Störungen der Lidranddrüsen stecken, seltener auch allgemeine Erkrankungen, die den ganzen Körper betreffen.
Zügig abklären lassen solltest du starke Schmerzen, deutliche Sehverschlechterung, ausgeprägte Lichtempfindlichkeit oder ein stark gerötetes Auge mit Absonderungen. Diese Zeichen passen nicht zu einfachen trockenen Augen und können auf eine Entzündung oder Verletzung hinweisen. Kontaktlinsenträger sollten bei solchen Symptomen die Linsen herausnehmen und zeitnah einen Termin vereinbaren.
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Einen Überblick über alle Beiträge rund um die Sehkraft bietet die Übersicht Augen und Sehen. Da Monitorarbeit ein häufiger Auslöser ist, passt der Artikel Bildschirmarbeit: So entlastest du deine Augen gut als nächste Lektüre. Und wer ohnehin über einen Kontrolltermin nachdenkt, findet im Beitrag Sehtest und Augenkontrolle: Wann und wie oft eine Orientierung.
