Der größte Fehler von Anfängern ist nicht der falsche Plan. Es ist gar kein Plan. Wer jede Woche neu entscheidet, was heute dran ist, trainiert zufällig und kommt zufällig voran. Deshalb bekommst du hier eine klare Ansage: Ganzkörpertraining, dreimal pro Woche, immer mit den Grundübungen. Damit fährst du in den ersten Monaten besser als mit jedem ausgeklügelten Split.
Warum Ganzkörper am Anfang gewinnt
Split-Pläne trennen den Körper in Zonen, etwa Brust am Montag und Rücken am Donnerstag. Für Fortgeschrittene kann das sinnvoll sein. Für dich als Einsteiger gilt etwas anderes: Du brauchst Übung an den Bewegungen, und Übung entsteht durch Häufigkeit.
Beim Ganzkörpertraining machst du jede Grundübung zwei- bis dreimal pro Woche statt einmal. Dein Nervensystem lernt schneller, deine Technik wird schneller stabil, und jeder Muskel bekommt mehrmals wöchentlich einen Wachstumsreiz. Dazu kommt der praktische Vorteil: Verpasst du eine Einheit, fehlt dir ein Drittel der Woche und nicht der komplette Beintag.
Sätze, Wiederholungen, Pausen
Halte das Schema bewusst einfach:
- Sätze: 2 bis 3 Arbeitssätze pro Übung, nach einem oder zwei leichten Aufwärmsätzen.
- Wiederholungen: 5 bis 8 bei den schweren Übungen wie Kniebeuge und Kreuzheben, 8 bis 12 bei den übrigen.
- Anstrengung: Am Satzende sollten noch 2 bis 3 saubere Wiederholungen möglich sein. Du trainierst hart, aber nicht bis zum Muskelversagen.
- Pausen: 2 bis 3 Minuten zwischen schweren Sätzen, 1,5 bis 2 Minuten bei den kleineren Übungen.
Häufiger Fehler an dieser Stelle: zu kurze Pausen. Wer nach 45 Sekunden den nächsten Satz beginnt, trainiert Ausdauer statt Kraft. Gönn dir die Pause, sie ist Teil des Trainings.
Deine Beispielwoche
Trainiere an drei nicht aufeinanderfolgenden Tagen, etwa Montag, Mittwoch und Freitag. Zwischen den Einheiten liegt immer mindestens ein Ruhetag.
| Übung | Einheit A | Einheit B |
|---|---|---|
| Kniebeuge | 3 x 5 bis 8 | 2 x 8 bis 10 |
| Bankdrücken | 3 x 8 bis 12 | Schulterdrücken 3 x 8 bis 12 |
| Rudern | 3 x 8 bis 12 | 3 x 8 bis 12 |
| Kreuzheben | 2 x 5 | Rumänisches Kreuzheben 2 x 8 bis 10 |
| Rumpf (Planke oder Beinheben) | 2 Sätze | 2 Sätze |
Du wechselst einfach ab: Woche eins A, B, A. Woche zwei B, A, B. Mehr Abwechslung brauchst du nicht, mehr Übungen auch nicht. Eine Einheit dauert so 45 bis 70 Minuten inklusive Aufwärmen.
Aufwärmen gehört zum Plan
Fünf Minuten lockeres Radfahren oder Seilspringen, dann ein paar Mobilisationsübungen für Hüfte und Schultern. Vor jeder schweren Übung folgen Aufwärmsätze: erst die leere Stange, dann in zwei bis drei Stufen zum Arbeitsgewicht. Wer kalt in schwere Kniebeugen einsteigt, spart drei Minuten und riskiert Wochen an Pause. Schlechter Tausch.
Und jetzt: durchziehen
Der Plan funktioniert nur, wenn du ihn lange genug fährst. Gib ihm mindestens acht bis zwölf Wochen, bevor du irgendetwas änderst. Wie du in dieser Zeit Gewichte und Wiederholungen systematisch steigerst, liest du im Artikel zur progressiven Überlastung. Wenn du bei einzelnen Übungen unsicher bist, hilft dir der Technik-Guide zu den fünf Grundübungen. Die komplette Serie findest du in der Übersicht Krafttraining Grundlagen.
