Lädt das Handy plötzlich langsam, sind meist Kabel, Netzteil oder eine verdreckte Ladebuchse verantwortlich. Der Akku selbst ist seltener schuld, als viele vermuten. Mit einem einfachen Ausschlussverfahren grenzen Sie die Ursache in etwa zehn Minuten ein.
Dieser Beitrag ist eine Fehlersuche, keine Pflegeanleitung. Es geht darum, das eine defekte Teil zu finden, statt auf Verdacht neues Zubehör zu kaufen.
Wie finde ich den Schuldigen?
Tauschen Sie immer nur ein Teil auf einmal. Nur so lässt sich das Ergebnis eindeutig zuordnen. Laden Sie nach jedem Tausch einige Minuten unter gleichen Bedingungen und vergleichen Sie den Zuwachs in Prozent.
| Tausch | Lädt es schneller? | Diagnose |
|---|---|---|
| Anderes Kabel | Ja | Kabel gealtert oder defekt |
| Anderes Netzteil | Ja | Netzteil zu schwach oder defekt |
| Steckdose statt USB am Rechner | Ja | Stromquelle war zu schwach |
| Keine Änderung | Nein | Buchse oder Akku prüfen |
Das Kabel steht bewusst an erster Stelle. Es wird geknickt, gerollt und getreten, deshalb versagt es am häufigsten. Äußerlich sieht man den Schaden oft nicht.
Warum lädt das Handy an manchen Steckern langsamer?
Entscheidend ist die Leistung in Watt, die am Gerät ankommt. Ein altes Beileger-Netzteil liefert oft nur 5 Watt, aktuelle Schnellladegeräte schaffen 20 Watt und mehr. Das ist der Unterschied zwischen einer ganzen Nacht und gut einer Stunde.
Dazu kommt ein Prinzip der USB-Technik: Netzteil, Kabel und Handy handeln die Ladeleistung untereinander aus. Das schwächste Glied bestimmt das Tempo. Ein starkes Netzteil nützt also nichts, wenn das Kabel nur langsames Laden unterstützt. USB-Buchsen an Laptops oder älteren Autoradios liefern zudem konstruktionsbedingt wenig Strom. Für unterwegs in Ordnung, als Dauerlösung zu langsam.
Was hat die Ladebuchse damit zu tun?
Mehr, als die meisten denken. Die Buchse zeigt in der Hosentasche nach unten, Fussel und Staub sammeln sich darin. Jeder Steckvorgang presst die Schicht weiter zusammen. Irgendwann sitzt der Stecker nicht mehr tief genug, die Kontakte greifen schlecht. Typische Zeichen: Der Stecker rastet nicht mehr hörbar ein oder das Laden bricht bei Bewegung ab.
Prüfen Sie die Buchse bei gutem Licht. Sichtbare Fussel lassen sich vorsichtig mit einem Zahnstocher aus Holz oder Kunststoff herauslösen, ohne Druck auf die Kontakte in der Mitte. Metallgegenstände sind tabu, sie verbiegen die feinen Pins oder verursachen Kurzschlüsse. Wer sich das nicht zutraut, gibt das Gerät kurz in eine Werkstatt.
Wann ist der Akku dran?
Wenn Kabel, Netzteil und Buchse ausgeschlossen sind und das Gerät einige Jahre alt ist. Akkus verlieren über Hunderte Ladezyklen an Kapazität, das ist normale Alterung. Ein müder Akku hält dann nicht nur kürzer durch, er nimmt Ladung teils auch langsamer an.
Den Zustand zeigt das Gerät selbst. Beim iPhone steht die maximale Kapazität in den Einstellungen unter Batterie und Batteriezustand. Viele Android-Hersteller bieten eine ähnliche Anzeige in den Akku-Einstellungen oder in der Service-App. Werte deutlich unter 80 Prozent sprechen für einen Tausch. Wie Sie die Alterung von Anfang an bremsen, erklärt der Beitrag Akku schonen: Was wirklich hilft. Hier ging es nur um die Diagnose.
Das passt dazu
Alle Beiträge des Themenbereichs bündelt die Übersicht Smartphones. Welche Lade-Weisheiten Sie getrost vergessen können, klärt Akku richtig laden: 7 Smartphone-Mythen im Check. Und wenn der Akku wirklich am Ende ist, liefert Akku schonen: Was wirklich hilft die Gegenstrategie für das nächste Gerät.
