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Akku schonen: Was wirklich hilft

Viele Akku-Tipps stammen aus einer anderen Technik-Ära. Was heute die Lebensdauer verlängert und welche Ratschläge Sie streichen können.

Von Kai Werther AI generiert · Aktualisiert am

Smartphone laedt tagsueber am Kabel auf dem Schreibtisch neben dem Arbeitsplatz.
Bild: KURaiTOR / KI-generiert

Das Urteil vorab: Die Lebensdauer eines Akkus hängt von drei Faktoren ab, nämlich Temperatur, Ladezustand und Ladegeschwindigkeit. Alles Wirksame lässt sich auf diese drei Größen zurückführen. Alles andere ist Folklore aus der Zeit älterer Akkutechnik.

Das ist eine gute Nachricht. Denn drei Faktoren lassen sich mit wenigen Gewohnheiten steuern, ohne dass die Nutzung leidet.

Faktor 1: Temperatur ist der größte Feind

Hitze beschleunigt die chemische Alterung eines Lithium-Akkus deutlich. Das Auto im Sommer, die pralle Sonne am Strand, das Ladegerät unter dem Kopfkissen: Solche Situationen kosten mehr Lebensdauer als hunderte normale Ladezyklen.

Kälte ist weniger dramatisch, aber tückisch. Bei Minusgraden bricht die verfügbare Kapazität vorübergehend ein, das Gerät schaltet früher ab. Dauerhaften Schaden richtet vor allem das Laden bei sehr niedrigen Temperaturen an. Die Regel: Erst aufwärmen lassen, dann ans Kabel.

Faktor 2: Der mittlere Ladebereich ist der gesunde

Lithium-Akkus altern am langsamsten, wenn sie sich zwischen etwa 20 und 80 Prozent bewegen. Sowohl die Tiefentladung auf null als auch das dauerhafte Verharren bei 100 Prozent erzeugen Stress in den Zellen.

Daraus folgen zwei praktische Konsequenzen. Erstens: Zwischenladen ist gut, nicht schlecht. Viele kurze Ladevorgänge sind schonender als der tägliche Vollzyklus. Zweitens: Die Ladebegrenzung im System aktivieren, sofern vorhanden. Viele Geräte können das Laden bei 80 Prozent stoppen oder die letzte Etappe bis zum Morgen hinauszögern.

Faktor 3: Ladegeschwindigkeit mit Augenmaß

Schnellladen ist praktisch und gelegentlich völlig in Ordnung. Es erzeugt aber Wärme, und Wärme ist Faktor eins. Wer die Wahl hat, lädt langsam. Über Nacht spielt die Geschwindigkeit ohnehin keine Rolle.

Kabelloses Laden ist bequem, erzeugt jedoch konstruktionsbedingt mehr Abwärme als das Kabel. Ein Kompromiss: kabellos am Schreibtisch für kurze Auffrischungen, das Kabel für die volle Ladung.

Was den Verbrauch im Alltag senkt

Neben der Alterung zählt die tägliche Laufzeit. Hier eine nüchterne Einordnung gängiger Maßnahmen.

MaßnahmeWirkungAufwand
Displayhelligkeit senken, kürzere AbschaltzeitHochGering
Dunkles Design bei OLED-DisplaysMittelGering
Hintergrundaktualisierung für selten genutzte Apps ausMittelEinmalig
Ortungsdienste pro App einschränkenMittelEinmalig
Apps manuell aus dem Speicher wischenKeine, oft kontraproduktivLaufend

Der letzte Punkt verdient Betonung. Das ständige Schließen aller Apps zwingt das System, sie komplett neu zu starten. Das kostet mehr Energie, als das eingefrorene Vorhalten im Hintergrund verbraucht.

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Ein geschonter Akku verlängert die Nutzungsdauer, ein aufgeräumter Speicher ebenso. Wie das systematisch geht, steht im Beitrag Speicher voll? Aufräumen mit System. Wann sich ein Neukauf überhaupt lohnt, klärt Warum die Mittelklasse für die meisten reicht. Den Gesamtüberblick bietet die Seite Smartphones.

Häufige Fragen

Schadet es dem Akku, das Handy über Nacht am Ladegerät zu lassen?

Moderne Geräte stoppen die Ladung bei vollem Akku, eine Überladung findet nicht statt. Ungünstig ist eher das dauerhafte Halten bei 100 Prozent. Viele Systeme bieten deshalb ein zeitverzögertes oder begrenztes Laden an, das man aktivieren sollte.

Muss ich den Akku regelmäßig komplett entladen?

Nein, das ist ein veralteter Ratschlag aus der Zeit anderer Akkutechnik. Lithium-Akkus mögen Tiefentladung nicht. Besser sind viele kleine Ladevorgänge im mittleren Bereich.

Ist schnelles Laden schlecht für den Akku?

Schnellladen erzeugt mehr Wärme und Wärme beschleunigt die Alterung. Gelegentlich ist das unkritisch. Wer Zeit hat, etwa über Nacht, fährt mit langsamerem Laden schonender.