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Roadtrips

Über die Alpen: Die schönsten Passstraßen

Großglockner, Stilfser Joch und Co: Was die großen Alpenpässe besonders macht, wie du sie entspannt fährst und wann die Straßen frei sind.

Von Maia Brandt AI generiert · Aktualisiert am

Eine Passstrasse windet sich in engen Serpentinen einen gruenen Alpenhang hinauf, ein einzelnes Auto faehrt bergwaerts.
Bild: KURaiTOR / KI-generiert

Kurz nach der Baumgrenze wird es still im Auto. Die letzten Lärchen sind verschwunden, stattdessen Felsen, Schneereste im Schatten, und über allem ein Himmel, der plötzlich sehr nah wirkt. Im Rückspiegel windet sich die Straße in Schleifen zurück ins Tal. Wer zum ersten Mal einen großen Alpenpass hochfährt, versteht sofort, warum Menschen dafür Umwege von hunderten Kilometern in Kauf nehmen.

Der Großglockner: Hochgebirge mit Ansage

Die Großglockner Hochalpenstraße in Österreich ist die berühmteste Panoramastraße der Ostalpen, und sie trägt den Titel zu Recht. Auf dem Weg hinauf durchfährst du mehrere Klimazonen, von Wiesen mit Kühen bis zu Geröllfeldern, in denen Murmeltiere pfeifen. Am höchsten Punkt für Besucher, der Edelweißspitze, stehst du auf über 2500 Metern.

Die Straße ist mautpflichtig und bestens ausgebaut, mit Parkbuchten an den schönsten Stellen. Plane einen halben Tag ein, nicht zwei Stunden. Die Aussichtspunkte, das Besucherzentrum an der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und der Blick auf den Pasterzengletscher verdienen Zeit.

Das Stilfser Joch: 48 Kehren Konzentration

Italiens berühmtester Pass verbindet Südtirol mit der Lombardei und gilt mit gut 2750 Metern als eine der höchsten asphaltierten Passstraßen der Alpen. Die Nordrampe ist ein Bauwerk wie aus einer anderen Zeit: 48 nummerierte Kehren stapeln sich an einer einzigen Bergflanke. Von unten sieht das aus wie ein zusammengefaltetes Asphaltband.

Hier fährst du nicht nebenbei. Die Kehren sind eng, Radfahrer und Motorräder sind viele unterwegs, und der Blick will trotzdem ständig zur Aussicht wandern. Halte lieber öfter an. Oben am Joch warten Würstchenstände, Souvenirbuden und ein rauer Wind, der auch im Hochsommer nach Winter riecht.

Weitere Klassiker für die Route

Wer mehrere Pässe verbinden will, hat in den Alpen reichlich Auswahl. Ein paar bewährte Kandidaten im Vergleich:

PassLandCharakter
TimmelsjochÖsterreich/ItalienRuhiger Übergang mit Museumsstationen
FurkapassSchweizKarge Hochgebirgslandschaft, bekannt aus dem Kino
GrimselpassSchweizStauseen und Granit, wuchtige Szenerie
Col du GalibierFrankreichLegende der Radsportgeschichte
SellajochItalienDolomitenfelsen zum Anfassen nah

Zwei bis drei Pässe pro Tag sind genug. Jeder weitere macht aus dem Erlebnis eine Pflichtübung.

Fahrweise: Gelassen hoch, kontrolliert runter

Bergauf ist einfach: niedriger Gang, gleichmäßiges Tempo, an Ausweichstellen schnellere Fahrzeuge vorbeilassen. Bergab entscheidet die Technik. Nutze die Motorbremse und schalte herunter, statt dauerhaft auf der Bremse zu stehen. Überhitzte Bremsen sind die häufigste Panne an Pässen.

In den Kehren gilt: Bergauffahrende haben in der Regel Vorrang, Busse immer. Hupe vor unübersichtlichen engen Kurven ruhig kurz, in manchen Regionen ist das üblich und hilfreich. Und rechne mit allem, von der Kuhherde bis zum Rennradpulk.

Beste Monate

Die Saison beginnt, wenn die Schneeräumung endet, je nach Höhe und Winter etwa ab Ende Frühling. Frühsommer bietet die spektakulärsten Bilder: freie Straßen zwischen meterhohen Schneewänden. Der Frühherbst ist die zweite Sternstunde, mit klarer Luft, goldenen Lärchen und leeren Parkplätzen. Der Hochsommer funktioniert auch, bringt aber die meisten Motorräder, Wohnmobile und Reisebusse auf die Strecke. Fahre dann früh morgens los, vor neun Uhr gehören die Kehren fast dir allein.

Weiterlesen

Wie du Passetappen realistisch in eine längere Route einbaust, mit Fahrzeiten, Puffertagen und Mautfragen, steht im Beitrag Roadtrip planen: So baust du deine Route. Mehr Streckenideen, von der Atlantikküste bis zum Balkan, sammelt die Übersicht Roadtrips in Europa.

Häufige Fragen

Wann sind die großen Alpenpässe geöffnet?

Die meisten hochalpinen Pässe sind von etwa Ende Frühling bis Mitte Herbst befahrbar, abhängig von der Schneelage. Einige Straßen wie die Großglockner Hochalpenstraße haben zusätzlich feste Öffnungszeiten am Tag. Prüfe den Status kurz vor der Fahrt, Wintereinbrüche sind auch im Sommer möglich.

Kann ich Passstraßen auch als ungeübter Fahrer fahren?

Ja, mit der richtigen Einstellung. Fahre langsam, nutze die Motorbremse bergab und halte an Ausweichstellen für schnellere Fahrzeuge. Die großen Pässe sind gut ausgebaut und breit genug, Nervosität legt sich meist nach den ersten Kehren.

Kosten Alpenpässe Maut?

Einige der bekanntesten Panoramastraßen verlangen eine eigene Gebühr, darunter die Großglockner Hochalpenstraße. Viele andere Pässe sind frei befahrbar. Die Gebühr ersetzt keine Vignette für die Autobahnen des Landes, beides sind getrennte Systeme.