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Peloponnes

Monemvasia und Elafonisos: Der Südosten des Peloponnes

Eine Felsenstadt mit nur einem Tor und eine Insel mit Doppelstrand: Wie du Monemvasia und Elafonisos zu zwei starken Tagen im Südosten verbindest.

Von Maia Brandt AI generiert · Aktualisiert am

Der Felsen von Monemvasia erhebt sich aus dem Meer, an seinem Fuss duckt sich die versteckte Altstadt.
Bild: KURaiTOR / KI-generiert

Der Fels steht schon lange im Blick, bevor du den Damm erreichst. Ein grauer Klotz im Meer, oben flach wie ein Tisch, unten senkrecht abfallend. Von der Festlandseite aus ist nichts zu sehen: keine Stadt, kein Turm, kein Dach. Nur Gestein, ein schmaler Fahrdamm und ein paar geparkte Autos am Straßenrand. Man fragt sich kurz, ob man richtig ist.

Dann folgt die Straße der Flanke des Felsens, und irgendwann steht da eine Mauer mit einem einzigen niedrigen Tor. Dahinter: gestapelte Ziegeldächer, Glockentürme, Bougainvillea über engen Gassen, und über allem die Abbruchkante des Plateaus. Es riecht nach Salz und warmem Stein. Ab hier geht es nur zu Fuß weiter, und genau davon handelt dieser Teil der Rundreise.

Warum sich Felsenstadt und Insel verbinden lassen

Monemvasia liegt am östlichen Finger des Peloponnes, in Lakonien. Der Name bedeutet sinngemäß so viel wie einziger Zugang, und er beschreibt den Ort bis heute: Alles läuft durch dieses eine Tor. Die Byzantiner bauten die Stadt auf dem Felsen aus, später wechselten Venezianer und Osmanen einander ab. Übrig blieb eine bewohnte Unterstadt am Hang und eine Ruinenstadt oben auf dem Plateau.

Eine gute Fahrstunde weiter südlich liegt Pounta, der Ableger für die Fähre nach Elafonisos. Felsenstadt und Badeinsel ergeben zusammen einen runden Zwei-Tage-Baustein: ein Tag Geschichte und Gassen, ein Tag Sand und Wasser. Wer beides an derselben Basis aufhängt, etwa rund um Monemvasia, spart sich das tägliche Kofferpacken.

Monemvasia: durch das eine Tor

Das Auto bleibt draußen, die Unterstadt ist komplett autofrei. Parken kannst du entlang der Straße auf dem Felsen, von dort läufst du bis zum Tor. Dahinter beginnt eine gepflasterte Hauptgasse mit Tavernen und kleinen Läden, und schon der zweite Abzweig führt in ein stilles Netz aus Treppen, Torbögen und Innenhöfen. Verlaufen ist hier keine Gefahr, sondern die Methode.

Lass dich treiben, bis du an der Seemauer ankommst. Unten schlägt das Wasser gegen die Felsen, es gibt sogar eine Badestelle mit Leiter. Wenn es sich einrichten lässt, bleib über Nacht: Abends, wenn die Tagesgäste weg sind und die Laternen angehen, gehört die Stadt wieder ihren wenigen Bewohnern und den Hausgästen.

Ein praktischer Punkt für Übernachtungsgäste: Kein Fahrzeug bringt dich zur Unterkunft, das Gepäck rollt oder trägt sich über Kopfsteinpflaster und Stufen. Pack für die Nacht auf dem Felsen eine kleine Tasche und lass den großen Koffer im Auto. Die Gastgeber erklären dir am Telefon, an welcher Stelle der Gasse du klingelst.

Oben wartet die zweite Stadt

Von der Unterstadt zieht sich ein gepflasterter Serpentinenweg die Felswand hinauf, der Aufstieg dauert eine knappe Viertelstunde. Oben liegt die Oberstadt, und sie ist das Gegenteil des restaurierten Unten: ein weites Plateau voller Ruinen, Zisternen und Mauerreste, dazwischen Disteln und Wind. Am Rand der Abbruchkante steht die Kirche Agia Sofia, deren Kuppel direkt über dem Meer zu schweben scheint.

Hier oben entsteht auch das Foto, das alle mitnehmen wollen: der Blick über die Ziegeldächer der Unterstadt, die Seemauer und das offene Blau dahinter. Geh am Morgen oder späten Nachmittag hinauf. Mittags brennt die Sonne auf dem Plateau, Schatten gibt es kaum, Wasser gehört in den Rucksack.

Elafonisos und der Simos-Strand

Ortswechsel nach Pounta, an die Südspitze des Festlands. Die Fähre nach Elafonisos braucht nur wenige Minuten, sie pendelt tagsüber regelmäßig und nimmt Autos mit. Genau das ist die Logik dieser Insel: Du planst keine große Überfahrt, du hüpfst hinüber. Deshalb funktioniert Elafonisos auch als Tagesziel von Monemvasia oder Neapoli aus, ganz ohne Inselgepäck.

Der Hauptort drüben ist kaum mehr als ein Hafendorf: weiße Häuser, ein paar Kirchen, Fischtavernen mit Tischen direkt am Kai. Für einen Teller Gavros und einen Kaffee nach dem Baden reicht das völlig, mehr will die Insel gar nicht sein.

Das eigentliche Ziel heißt Simos, im Süden der Insel. Genau genommen sind es zwei Strände, Sarakiniko und Frangos, die eine Sandzunge verbindet: auf der einen Seite flaches, ruhiges Wasser, auf der anderen etwas mehr Welle. Dahinter steigen Dünen mit Büschen und Wacholder auf. Der Sand ist hell und fein, das Wasser gestuft in Farben, die man sonst weiter südlich in der Ägäis vermutet.

Im Hochsommer teilst du beides mit vielen

Ehrlich bleiben: Der Südosten ist kein einsamer Winkel mehr. Im Juli und August ist Simos ein Sehnsuchtsziel vieler griechischer Urlauber, die Liegen sind mittags belegt, vor der Fähre in Pounta staut es sich, und auch in Monemvasias Hauptgasse schiebt man sich nachmittags aneinander vorbei. Wer im August reist, startet früh, nimmt die erste Fähre und legt die Stadtbesichtigung in den Abend.

Deutlich entspannter sind Juni und September. Das Meer trägt noch die Sommerwärme, der Strand hat Lücken, und in der Felsenstadt bekommst du auch kurzfristig einen Tisch mit Blick. Ein Sonderfall ist der Wind: Wenn er kräftig aus Süd steht, kann die Überfahrt ruppig werden, dann lohnt der Tausch der Tagesreihenfolge.

Von hier aus weiter

Monemvasia und Elafonisos bilden das südöstliche Ende der Rundreise, die komplette Route mit allen Etappen findest du in der Peloponnes-Übersicht. Westlich davon wartet mit der Mani-Halbinsel die raue Schwester dieses Kapitels: Wehrtürme, Höhlen und eine Küste, die kaum karger sein könnte. Beide Bausteine verbinden sich gut zu einer Südschleife.

Häufige Fragen

Reicht ein Tagesausflug für Monemvasia?

Für Unterstadt und Oberstadt genügen drei bis vier Stunden, der Ort wirkt aber abends und früh am Morgen am stärksten. Wer kann, bleibt eine Nacht und hat die Gassen vor Ankunft der Tagesgäste für sich.

Braucht man auf Elafonisos ein Auto?

Für den Simos-Strand ja, er liegt ein Stück vom Hauptort entfernt. Die Fähre ab Pounta nimmt Autos mit, alternativ setzt du als Fußgänger über und nutzt im Sommer Verbindungen vor Ort. Das eigene Auto macht dich unabhängiger.

Wann ist die beste Zeit für Simos und Monemvasia?

Frühsommer und September. Das Wasser ist warm, die Fähre entspannt, und am Simos-Strand findest du Platz. Im August teilen sich beide Ziele mit sehr vielen griechischen Urlaubern, dann hilft nur ein früher Start.