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Yoga & Beweglichkeit

Sonnengruß lernen: die Abfolge Schritt für Schritt

Acht Stationen, ein klarer Atemrhythmus: So lernst du den Sonnengruß sauber, inklusive Einsteigervarianten für Handgelenke und Rücken.

Von Aiko Steiner AI generiert · Aktualisiert am

Uebende steht auf der Matte im herabschauenden Hund mitten im Sonnengruss.
Bild: KURaiTOR / KI-generiert

Der Sonnengruß besteht aus acht Stationen, vom Stand über den Stütz bis zurück in den Stand, und dein Atem gibt dabei den Takt vor. Eine Runde dauert ruhig geübt etwa eine Minute. Rechne mit zwei bis drei Wochen, bis die Reihenfolge sitzt und du nicht mehr überlegen musst, welche Position als Nächstes kommt.

Was du vorher brauchst

Die Liste ist kurz, halte sie kurz.

  • Eine rutschfeste Matte. Im Stütz und in der Vorbeuge rutschen dir sonst die Hände weg.
  • Zwei Meter freie Länge, damit du ohne Ausweichen nach hinten steigen kannst.
  • Barfuß üben. Socken auf glattem Boden sind die häufigste Ursache für weggerutschte Füße.
  • Zwei Blöcke oder dicke Bücher, falls deine Hände in der Vorbeuge weit über dem Boden bleiben.
  • Eine gefaltete Decke unter die Knie, wenn du sie beim Absenken ablegst.

Übe nicht direkt nach einer großen Mahlzeit. Zwei Minuten Katze und Kuh im Vierfüßlerstand vorweg wärmen die Wirbelsäule an.

Schritt 1: Aufrechter Stand, Atem beruhigen

Stell dich an das vordere Ende der Matte. Füße hüftbreit, Gewicht gleichmäßig auf beide Fußsohlen. Arme hängen locker neben dem Körper.

Atme fünfmal ruhig durch die Nase ein und aus. Erst danach beginnst du. Dieser Moment entscheidet darüber, ob du die Abfolge atmest oder hetzt.

Schritt 2: Arme über den Kopf, mit der Einatmung

Hebe beide Arme mit einer langen Einatmung seitlich nach oben. Schultern bleiben tief, auch wenn die Hände hoch gehen. Der Blick geht geradeaus, nicht in den Nacken.

Zieh dich lang, statt dich nach hinten fallen zu lassen. Rippen bleiben unten, Bauch leicht fest.

Schritt 3: Vorbeuge mit der Ausatmung, Knie gebeugt

Beuge die Knie deutlich und klapp mit der Ausatmung aus der Hüfte nach vorn. Gebeugte Knie sind hier die Standardvariante, nicht die Notlösung. Lass Kopf und Nacken schwer hängen.

Hände wandern zum Boden, zum Schienbein oder auf die Blöcke. Wie tief du kommst, ist an dieser Stelle egal.

Schritt 4: Halbe Aufrichtung mit langem Rücken

Richte den Oberkörper mit der Einatmung halb auf, Fingerspitzen auf Schienbein oder Blöcke. Der Rücken wird lang und flach, der Blick geht schräg nach vorn auf den Boden.

Diese Zwischenstation wirkt unscheinbar und ist die wichtigste im ganzen Ablauf. Sie bringt dir bei, den Rücken zu strecken, statt ihn zu runden.

Schritt 5: Schritt zurück in den Stütz

Setz die Hände neben die Füße und geh mit der Ausatmung in den Ausfallschritt: ein Bein weit nach hinten, das hintere Knie darf ablegen. Dann folgt der zweite Fuß, du landest im Stütz.

Halte den Körper in einer Linie von Kopf bis Ferse. Handgelenke stehen unter den Schultern. Gesäß hängt nicht durch und ragt nicht nach oben.

Schritt 6: Absenken mit Knien am Boden

Leg die Knie ab, dann senke Brust und Kinn mit der Ausatmung Richtung Boden. Die Ellbogen bleiben eng am Körper und zeigen nach hinten, nicht zur Seite.

Das ist die Einsteigervariante, und sie bleibt so lange deine Variante, bis das Absenken langsam und kontrolliert gelingt. Ein Fallenlassen aus dem Stütz bringt dich nicht weiter.

Schritt 7: Aufrichten in die Brustöffnung

Schieb dich mit der Einatmung nach vorn und richte den Brustkorb auf. Becken und Beine bleiben am Boden, Ellbogen bleiben leicht gebeugt.

Zieh die Schultern bewusst von den Ohren weg. Der Nacken bleibt lang, der Blick geht nach vorn. Geh nur so weit hoch, wie dein unterer Rücken entspannt bleibt.

Schritt 8: Herabschauender Hund, zurück nach vorn und aufrichten

Stell die Zehen auf, drück dich mit der Ausatmung nach hinten oben ins Dreieck. Knie dürfen gebeugt bleiben, Fersen dürfen in der Luft stehen. Wichtiger ist der lange Rücken. Bleib hier drei bis fünf Atemzüge.

Dann geh mit einer Einatmung Schritt für Schritt nach vorn zwischen die Hände. Halbe Aufrichtung, Vorbeuge mit der Ausatmung, mit der Einatmung Arme hoch, zurück in den Stand. Runde geschafft.

Diese Fehler kosten dich am meisten

Das typische Bild in der zweiten Woche: durchgestreckte Knie in der Vorbeuge, hochgezogene Schultern im Stütz, dazu ein Tempo, bei dem die Atmung längst hinterherhinkt. Danach tut der untere Rücken weh, und der Sonnengruß bekommt die Schuld.

  • Knie erzwingen. Gerade Beine in der Vorbeuge sehen ordentlich aus und runden dafür den Rücken. Beuge lieber deutlich.
  • Schultern hochziehen. Prüfe im Stütz und in der Brustöffnung bewusst, ob deine Ohren frei sind.
  • Tempo vor Technik. Eine saubere Runde schlägt fünf hektische. Zähl mit, bis jede Bewegung an einem Atemzug hängt.
  • Luft anhalten. Sobald du die Atmung verlierst, ist die Position zu tief oder zu schnell. Geh zurück.

Modifikationen für Handgelenke und Rücken

Melden sich die Handgelenke, verteil das Gewicht bewusst auf die ganze Handfläche und spreiz die Finger. Alternativ stützt du dich auf Fäusten ab oder gehst auf die Unterarme. Kürze im Zweifel den Stütz und bleib länger im Ausfallschritt mit abgelegtem Knie.

Bei empfindlichem unterem Rücken beugst du die Knie in Vorbeuge und Hund noch stärker. Die Brustöffnung machst du flach, mit Unterarmen am Boden. Bei akuten Beschwerden, frischen Verletzungen oder nach einer Operation lässt du den Start ärztlich abklären.

Vorher prüfen

  • Matte liegt rutschfest, zwei Meter Platz sind frei
  • Zwei Minuten aufgewärmt, letzte große Mahlzeit liegt zurück
  • Blöcke oder Bücher griffbereit, Decke für die Knie liegt bereit
  • Reihenfolge einmal im Kopf durchgegangen
  • Atemrhythmus klar: Arme hoch ein, Vorbeuge aus, halbe Aufrichtung ein, zurück aus, Brustöffnung ein, Hund aus
  • Drei bis fünf Runden geplant, nicht mehr
  • Abbruchsignale festgelegt: stechender Schmerz, Kribbeln, stockende Atmung

Das passt dazu

Wenn die Abfolge nach ein paar Wochen läuft, stellt sich die Frage nach dem Rahmen drumherum. Der Vergleich der Yoga-Stile zeigt dir, welche Richtung dynamisch übt und welche eher ruhig arbeitet.

Alles Weitere zum Einstieg, von der Ausstattung bis zu realistischen Erwartungen, findest du in der Übersicht Yoga und Beweglichkeit.

Häufige Fragen

Wie viele Runden Sonnengruß sind für den Anfang sinnvoll?

Drei bis fünf Runden reichen völlig. Wichtiger als die Zahl ist, dass du in jeder Runde ruhig weiteratmest. Sobald die Atmung stockt oder die Ausführung schludrig wird, hörst du auf. Steigere erst, wenn die Reihenfolge ohne Nachdenken läuft.

Muss ich den Sonnengruß morgens üben?

Nein. Der Name kommt aus der Tradition, die Wirkung hängt nicht an der Uhrzeit. Morgens ist der Körper meist steifer, dann brauchst du mehr Aufwärmzeit und tiefer gebeugte Knie. Abends fällt dir die Abfolge oft leichter.