Abseits liegt vor, wenn ein Spieler im Moment des Abspiels in der gegnerischen Hälfte näher an der gegnerischen Torlinie steht als der Ball und als der vorletzte Gegenspieler. Strafbar wird das erst, wenn er aus dieser Stellung aktiv eingreift: den Ball spielt, einen Gegner stört oder einen Vorteil zieht. Arme und Hände zählen bei der Bewertung nicht, entscheidend sind Kopf, Rumpf und Beine.
Merk dir die drei Prüfschritte in dieser Reihenfolge. Erstens: Steht der Spieler in der gegnerischen Hälfte? Zweitens: Ist er näher am Tor als Ball und vorletzter Gegenspieler? Drittens: Greift er aktiv ein? Erst wenn du alle drei Fragen mit Ja beantwortest, pfeift der Schiedsrichter.
Was bedeutet passive Abseitsstellung?
Die Abseitsstellung allein ist kein Vergehen. Ein Spieler darf im Abseits stehen, solange er das Spiel nicht beeinflusst. Er darf dort sogar herumlaufen. Das nennt man passives Abseits.
Aktiv wird er in drei Fällen: Er spielt oder berührt den Ball. Er stört einen Gegner, etwa indem er dem Torwart die Sicht nimmt oder ihn im Zweikampf behindert. Oder er zieht einen Vorteil, zum Beispiel wenn der Ball vom Pfosten zu ihm zurückprallt.
Ein typisches Fehlerbild von der Seitenlinie: Der Stürmer steht meterweit im Abseits, der Pass geht aber auf die andere Seite. Zuschauer schreien, der Schiedsrichter lässt laufen. Zu Recht. Der Stürmer hat nicht eingegriffen, also läuft das Spiel weiter.
Warum zählt der Moment des Abspiels?
Bewertet wird die Position in dem Augenblick, in dem der Mitspieler den Ball spielt oder berührt. Nicht der Moment, in dem der Pass ankommt. Ein Stürmer darf also hinter die Abwehr sprinten, sobald der Ball unterwegs ist.
Genau hier entstehen die knappen Szenen. Der Angreifer startet eine Zehntelsekunde zu früh: Abseits. Er startet im richtigen Moment auf gleicher Höhe: kein Abseits. Gleiche Höhe mit dem vorletzten Gegenspieler ist nämlich erlaubt.
Achte beim Zuschauen auf den Passgeber, nicht auf den Empfänger. Dann bewertest du die Szene wie der Assistent an der Linie.
Gibt es Abseits in der eigenen Hälfte?
Nein. Wer sich beim Abspiel in der eigenen Hälfte befindet, kann nicht im Abseits stehen. Auch dann nicht, wenn alle Gegenspieler weit aufgerückt sind.
Ein Konter über das halbe Feld ist deshalb regelkonform, solange der Angreifer beim Pass noch diesseits der Mittellinie steht. Danach darf er laufen, so weit er will. Die Mittellinie ist die feste Grenze der Regel.
Gilt Abseits auch beim Einwurf?
Nein, beim Einwurf gibt es kein Abseits. Dasselbe gilt für Abstoß und Eckstoß. Bei diesen drei Spielfortsetzungen darf sich ein Spieler direkt hinter die Abwehr stellen und den Ball annehmen.
Aber Vorsicht: Die Ausnahme gilt nur für den ersten Kontakt. Sobald ein Mitspieler den Ball danach weiterspielt, greift die normale Abseitsregel wieder. Nutze das taktisch, ein langer Einwurf in die Spitze ist ein legales Werkzeug.
Von hier aus weiter
Regelwissen macht dich am Platz ruhiger, Technik macht dich besser. Beides findest du in unserer Fußball-Übersicht. Für den nächsten Schritt: Übe Ballkontrolle mit dem Guide Technik alleine trainieren und prüfe vor dem nächsten Spiel, ob deine Schuhe zum Belag passen: Fußballschuhe für Rasen und Kunstrasen.
