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Ausdauer

Essen und Trinken im Ausdauersport: Die Basics

Ohne Energie kein Training. Was du vor, während und nach dem Ausdauersport essen und trinken solltest, ohne Pulverberge und Wundermittel.

Von Aiko Steiner AI generiert · Aktualisiert am

Radfahrer isst in einer Trainingspause eine Banane neben seinem abgestellten Rad.
Bild: KURaiTOR / KI-generiert

Du kannst noch so klug trainieren: Wenn der Tank leer ist, geht nichts mehr. Ernährung ist im Ausdauersport kein Nebenschauplatz, sondern Teil des Trainings. Die gute Nachricht: Du brauchst dafür weder Pulverberge noch komplizierte Pläne. Ein paar Grundregeln reichen, um deine Einheiten stabil zu versorgen und dich danach gut zu erholen.

Woher dein Körper die Energie nimmt

Bei Ausdauerbelastungen nutzt dein Körper vor allem zwei Quellen: Kohlenhydrate und Fette. Fette liefern auch bei schlanken Menschen Energie für viele Stunden, allerdings nur langsam. Kohlenhydrate liegen als Glykogen in Muskeln und Leber bereit, fließen schnell, sind aber begrenzt.

Je intensiver du unterwegs bist, desto stärker greift dein Körper auf Kohlenhydrate zurück. Sind die Speicher leer, bricht die Leistung spürbar ein. Läufer nennen das den Mann mit dem Hammer. Deine Aufgabe ist simpel: Speicher füllen, bei langen Einheiten nachlegen, danach wieder auffüllen.

Vor dem Training

Hier entscheidet vor allem der Abstand zur Einheit. Halte dich an diese Faustregeln:

  1. Zwei bis drei Stunden vorher: eine normale Mahlzeit mit Schwerpunkt auf Kohlenhydraten, etwa Reis, Nudeln, Kartoffeln oder Brot, dazu wenig Fett und moderat Eiweiß.
  2. 30 bis 60 Minuten vorher: höchstens eine kleine, leicht verdauliche Portion, zum Beispiel eine Banane oder etwas Weißbrot mit Honig.
  3. Direkt vorher: nichts Schweres mehr. Ein voller Magen und Training vertragen sich schlecht.

Häufiger Fehler: kurz vor dem Sport ballaststoffreich oder fettig essen. Vollkorn, Hülsenfrüchte und Frittiertes sind gesund oder lecker, aber unmittelbar vor der Belastung eine Wette gegen deinen Magen.

Während des Trainings

Für die meisten Einheiten gilt Entwarnung: Bei lockerem Training bis etwa eine Stunde brauchst du nichts außer eventuell Wasser. Dein Körper hat genug an Bord.

Anders sieht es bei langen oder intensiven Einheiten aus. Dauert die Belastung deutlich über eine Stunde, helfen Kohlenhydrate zwischendurch, etwa als Banane, Trockenobst, Gel oder kohlenhydrathaltiges Getränk. Fang früh damit an, nicht erst beim Einbruch. Und teste jede Verpflegungsstrategie im Training, bevor du sie im Wettkampf einsetzt.

Trinken mit Augenmaß

Durst ist bei normalen Trainingsumfängen ein brauchbarer Kompass. Trink über den Tag verteilt regelmäßig, dann startest du gut versorgt. Bei Einheiten bis eine Stunde musst du unterwegs meist gar nichts trinken.

Bei längeren Belastungen und Hitze nimm Flüssigkeit mit und trinke in kleinen Schlucken, bevor starker Durst entsteht. Ein Hinweis zur Sicherheit: Auch zu viel Trinken ist ein Fehler. Wer literweise reines Wasser in kurzer Zeit kippt, bringt seinen Salzhaushalt durcheinander. Bei sehr langen Einheiten gehört deshalb auch Natrium ins Getränk oder in die Verpflegung.

Nach dem Training

Jetzt geht es um Erholung. Drei Bausteine zählen:

  1. Kohlenhydrate, um die Glykogenspeicher wieder zu füllen.
  2. Eiweiß, damit deine Muskulatur reparieren und anpassen kann.
  3. Flüssigkeit, um die Verluste durchs Schwitzen auszugleichen.

Eine normale, vollwertige Mahlzeit innerhalb weniger Stunden deckt das ab. Spezialprodukte brauchst du dafür nicht. Skeptisch werden solltest du bei allem, was schnelle Wunder verspricht: Kein Pulver ersetzt regelmäßiges Training und solide Ernährung.

Weiterlesen im Cluster

Wie die Einheiten aussehen, die du hier versorgst, liest du im Artikel über Grundlagenausdauer und lockeres Training. Gerade vor harten Tagen lohnt auch ein Blick in die Basics des Intervalltrainings. Den Gesamtüberblick findest du in der Ausdauer-Übersicht.

Häufige Fragen

Muss ich vor dem Frühsport etwas essen?

Für lockere Einheiten bis etwa eine Stunde reicht bei den meisten der Speicher aus der Nacht, ein Glas Wasser genügt. Bei längeren oder intensiven Einheiten hilft eine kleine, leicht verdauliche Portion, etwa eine Banane. Probiere aus, was dein Magen verträgt.

Brauche ich isotonische Getränke oder Gels?

Für normale Trainingseinheiten bis rund eine Stunde nicht, da reicht Wasser. Interessant werden Kohlenhydrate im Getränk oder als Gel erst bei langen, fordernden Einheiten. Teste solche Produkte immer im Training, nie zum ersten Mal im Wettkampf.

Wie schnell muss ich nach dem Training essen?

Es gibt kein Zeitfenster von wenigen Minuten, das du verpassen könntest. Eine normale Mahlzeit mit Kohlenhydraten und Eiweiß innerhalb der ersten Stunden nach dem Sport reicht völlig. Wichtiger als das Timing ist, dass du über den Tag insgesamt genug isst.