Der Standort des Routers beeinflusst die WLAN-Qualität stärker als fast jede andere Maßnahme. Ein Mittelklassegerät am richtigen Platz schlägt ein Spitzenmodell im Schrank. Wer umzieht oder neu einrichtet, sollte deshalb zuerst die Position planen und erst danach über Hardware reden.
Warum der Standort so viel ausmacht
WLAN ist Funk. Jede Wand dämpft das Signal, jedes Hindernis kostet Reichweite. Beton mit Stahlarmierung wirkt fast wie eine Barriere, Fußbodenheizungen blockieren nach unten. Trockenbauwände lassen dagegen viel durch.
Dazu kommt die Geometrie. Router senden rundum, und wie viel davon in der Wohnung ankommt, hängt allein am Standort. An einer Außenwand geht rund die Hälfte der Fläche nach draußen verloren, in einer Zimmerecke mit zwei Außenwänden bleibt noch etwa ein Viertel übrig. Dieselbe Sendeleistung, zentral aufgestellt, deckt entsprechend mehr Wohnung ab.
Die Kriterien für den besten Platz
Vier Regeln reichen für die Entscheidung:
| Kriterium | Gut | Schlecht |
|---|---|---|
| Lage | Zentral in der Wohnung | Ecke, Flurende, Keller |
| Höhe | Regal oder Sideboard | Boden, hinter Möbeln |
| Umgebung | Frei stehend | Schrank, Metallregal, hinter dem Fernseher |
| Abstand zu Störern | Weit weg von Mikrowelle und Babyphone | Direkt daneben |
Der Mikrowellenherd steht dabei aus einem handfesten Grund in der Liste: Er arbeitet bei 2,45 Gigahertz und liegt damit mitten im unteren WLAN-Band. Ein Gerät, das über 5 Gigahertz funkt, merkt davon nichts. Wer im Küchenbereich Aussetzer hat, hat sie fast immer nur auf dem tieferen Band.
In der Praxis begrenzt oft die Telefondose die Auswahl. Dann hilft ein längeres Kabel zwischen Dose und Router. Zehn Meter Kabel kosten wenig und bringen mehr als jeder Repeater am falschen Ort.
Die Einstellungen, die wirklich zählen
Im Router-Menü gibt es Dutzende Optionen. Relevant für die Stabilität sind wenige. Erstens die Kanalwahl: Auf Automatik lassen, außer die Nachbarnetze drängen sich sichtbar auf demselben Kanal. Zweitens die Bandsteuerung, oft Band Steering genannt. Sie schiebt Geräte automatisch zwischen 2,4 GHz und 5 GHz hin und her und sollte aktiv sein.
Beim manuellen Wechsel lohnt ein Blick auf die Zahlen dahinter. Im 2,4-GHz-Band stehen in Europa die Kanäle 1 bis 13 zur Verfügung, sie liegen aber nur 5 Megahertz auseinander, während ein Netz 20 Megahertz breit funkt. Nachbarkanäle überlappen sich deshalb. Praktisch nutzbar sind nur vier Kanäle gleichzeitig, nach Angaben der RTR etwa 1, 5, 9 und 13. Viele Anleitungen empfehlen stattdessen 1, 6 und 11. Das ist die amerikanische Aufteilung, dort enden die Kanäle bei 11. Wer in Europa danach geht, verschenkt eine Ausweichmöglichkeit.
Drittens die Kanalbreite im 5-GHz-Band. Router bieten dort 20, 40, 80 und teils 160 Megahertz an. Breiter bedeutet schneller, belegt aber entsprechend mehr Nachbarschaft: Eine 80-Megahertz-Verbindung nimmt vier der schmalen Kanäle auf einmal ein. Bei Problemen lohnt der Test mit einer schmaleren Einstellung. Viertens automatische Updates: einschalten und vergessen. Alles andere, etwa Sendeleistung oder exotische Funkmodi, bleibt am besten auf Werkseinstellung.
Ein Netzname oder zwei getrennte Netze
Viele Router bieten an, beide Frequenzbänder unter einem gemeinsamen Namen zu funken oder sie zu trennen. Der gemeinsame Name ist für die meisten Haushalte die bessere Wahl. Die Geräte wählen dann selbst das passende Band.
Die Trennung hat einen einzigen guten Anwendungsfall: hartnäckige Smart-Home-Geräte, die nur 2,4 GHz verstehen und sich bei gemeinsamem Namen nicht einrichten lassen. Dann hilft es, die Bänder vorübergehend zu trennen und nach der Einrichtung wieder zusammenzulegen.
Testen statt vermuten
Ob die neue Position wirkt, zeigt nur eine Messung. Ein Geschwindigkeitstest auf dem Handy, einmal pro Raum durchgeführt, liefert eine brauchbare Karte der Wohnung. Wichtig ist der Vergleich vorher gegen nachher unter gleichen Bedingungen, also gleiches Gerät und gleiche Tageszeit.
Bleiben trotz optimaler Position einzelne Räume schwach, ist das kein Bedienfehler mehr, sondern Physik. Dann lohnt der Blick auf Verstärkung.
Wenn die Position nicht reicht
Dieser Artikel ist Teil der Serie Heimnetz und WLAN. Wenn trotz guter Position Funklöcher bleiben, stellt Repeater, Powerline oder Mesh die drei Wege gegenüber, und Mesh-WLAN erklärt: Wann es sich lohnt beschreibt die größte Ausbaustufe im Detail. Bei diffusen Störungen hilft die Anleitung WLAN-Probleme systematisch finden.
