Am Ende dieser Anleitung funkt Ihr Router ein zweites Netz. Gäste kommen damit ins Internet, sehen aber weder Ihre Rechner noch Ihren Netzwerkspeicher. Neue Hardware brauchen Sie nicht, die Funktion steckt in praktisch jedem aktuellen Router. Der Zeitaufwand: sechs Schritte, 10 bis 15 Minuten.
Das brauchen Sie
Drei Dinge genügen. Erstens den Zugang zum Router-Menü, also die Geräteadresse und das Menü-Passwort. Beides steht meist auf einem Aufkleber am Router oder in dessen Unterlagen. Zweitens ein Gerät mit Browser, Laptop oder Smartphone. Drittens ein neues Passwort für das Gastnetz, das Sie vorab festlegen.
Ein Hinweis zur Methode: Menüs unterscheiden sich je nach Hersteller, das Prinzip nicht. Diese Anleitung nennt deshalb Funktionen statt Klickpfade. So bleibt sie gültig, auch wenn die Oberfläche Ihres Routers beim nächsten Update anders aussieht.
Schritt 1: Router-Menü öffnen
Tippen Sie die Adresse des Routers in die Adresszeile des Browsers. Melden Sie sich mit dem Menü-Passwort an, nicht mit dem WLAN-Passwort. Das sind zwei verschiedene Dinge. Steht im Menü noch ein Standardwert wie admin, ändern Sie ihn jetzt. Ohne diesen Schritt ist jede weitere Einstellung wenig wert.
Schritt 2: Die Gastnetz-Funktion finden
Suchen Sie im WLAN-Bereich des Menüs nach einem Eintrag wie Gastzugang, Gast-WLAN, Gästenetz oder Guest Network. Die Namen variieren, gemeint ist immer dasselbe: ein zweites Funknetz, das der Router logisch vom Hauptnetz trennt. Geräte darin erhalten einen eigenen Adressbereich und erreichen nur das Internet.
Schritt 3: Netzname und Passwort getrennt vergeben
Geben Sie dem Gastnetz einen eigenen Namen, der sich klar vom Hauptnetz unterscheidet. Ein Zusatz wie Gast genügt. Wichtiger ist das Passwort. Es darf nicht dem Passwort des Hauptnetzes ähneln, sonst verschenken Sie die Trennung. Ein Passwort für zwei Netze? Dann schützt es keines.
Wählen Sie eine Passphrase aus mehreren Wörtern, die sich Gästen diktieren lässt. Als Verschlüsselung gehört der neueste verfügbare Standard aktiviert, bei aktuellen Geräten WPA3 oder der Mischbetrieb mit WPA2. Ein offenes Gastnetz ohne Passwort ist keine Option, damit surft die ganze Nachbarschaft mit.
Schritt 4: Client-Isolation aktivieren
Viele Router bieten eine Option, die Geräte im Gastnetz auch untereinander abschottet. Sie heißt je nach Hersteller Client-Isolation, AP-Isolation oder schlicht: Geräte dürfen nicht untereinander kommunizieren. Aktivieren Sie diese Einstellung. Ein Gast sieht dann weder Ihr Netz noch die Geräte anderer Gäste.
Prüfen Sie im selben Zug, ob der Zugriff auf das Heimnetz ausdrücklich deaktiviert ist. Manche Menüs führen das als eigenen Schalter. Steht er falsch, ist das Gastnetz nur ein zweiter Name für dasselbe Netz.
Schritt 5: Bandbreite begrenzen
Beide Netze teilen sich Ihre Internetleitung. Damit Gäste-Streams Ihre Videokonferenz nicht ausbremsen, begrenzen viele Router die Bandbreite des Gastnetzes, als Prozentwert oder in Mbit pro Sekunde. Ein Anteil von etwa der Hälfte der Leitung ist ein brauchbarer Startwert. Fehlt die Option bei Ihrem Modell, ist das kein Drama, nur weniger Komfort.
Schritt 6: Testen
Verbinden Sie ein Smartphone mit dem Gastnetz. Drei Prüfungen zeigen, ob die Einrichtung greift. Erstens: Eine Webseite lädt, das Internet funktioniert also. Zweitens: Die Adresse des Router-Menüs bleibt unerreichbar, ebenso ein Netzwerkdrucker oder Speicher. Drittens: In der Geräteliste des Routers erscheint das Smartphone als Gast. Alle drei bestanden? Dann ist das Netz fertig.
Häufige Fehler
Vier Fehler tauchen bei der Einrichtung immer wieder auf:
| Fehler | Folge |
|---|---|
| Passwort ähnelt dem des Hauptnetzes | Trennung praktisch wirkungslos |
| Heimnetz-Zugriff für Gäste erlaubt | Gäste sehen Rechner und Speicher |
| Gastnetz ohne Verschlüsselung | Fremde nutzen Ihren Anschluss |
| Passwort nie gewechselt | Frühere Gäste bleiben dauerhaft drin |
Alle vier kosten Sekunden bei der Korrektur, aber die gesamte Schutzwirkung, wenn sie stehen bleiben. Der Test aus Schritt 6 deckt die ersten drei zuverlässig auf. Gegen den vierten hilft ein fester Rhythmus, etwa ein neues Gast-Passwort pro Quartal.
Danach: Smart Home ins Gastnetz
Das fertige Gastnetz taugt für mehr als Besucher. Smarte Steckdosen, Lampen und Kameras erhalten oft jahrelang keine Updates und sind damit die schwächsten Geräte im Haus. Im Gastnetz richtet ein gekapertes Gerät wenig Schaden an, weil es Rechner und Speicher gar nicht erreicht.
Ziehen Sie solche Geräte deshalb nacheinander ins Gastnetz um. Testen Sie nach jedem Umzug die zugehörige App. Geräte, die zwingend mit dem Smartphone im selben Netz sprechen müssen, bleiben die Ausnahme und dürfen zurück ins Hauptnetz.
Vorher prüfen
Bevor Sie das Passwort an Gäste weitergeben, gehen Sie diese Liste durch:
- Menü-Passwort des Routers geändert, kein Standardwert mehr
- Gastnetz trägt einen eigenen, klar unterscheidbaren Namen
- Passwort unterscheidet sich deutlich vom Hauptnetz
- Verschlüsselung aktiv, WPA2 oder WPA3
- Client-Isolation an, Heimnetz-Zugriff aus
- Bandbreitengrenze gesetzt, sofern der Router sie anbietet
- Testgerät kommt ins Internet, aber nicht auf Router-Menü oder Drucker
Von hier aus weiter
Alle Artikel der Serie bündelt die Übersicht Heimnetz und WLAN. Das Gastnetz ist eine von vier Kernmaßnahmen für ein sicheres Netz, die übrigen drei zeigt Heimnetz absichern: Die Basics gegen ungebetene Gäste. Wenn das neue Netz steht, aber schwächelt, hilft WLAN-Probleme systematisch finden.
