Es ist kurz nach Mitternacht in einer fremden Stadt, die nächste Apotheke hat längst geschlossen, und im Hotelzimmer meldet sich der Kopf mit hartnäckigem Pochen. Jetzt entscheidet ein kleiner Beutel im Koffer darüber, wie die Nacht verläuft. Eine Reiseapotheke ist genau dafür da: nicht für den Ernstfall, sondern für die vielen kleinen Zwischenfälle, die sonst einen Urlaubstag kosten.
Die Basisausstattung für jede Reise
Der Kern bleibt bei fast jeder Reise gleich. Er passt in einen Kulturbeutel und deckt die häufigsten Beschwerden ab: Schmerzen, Fieber, Magen-Darm-Probleme, kleine Wunden.
Dazu gehören ein Mittel gegen Schmerzen und Fieber, etwas gegen Durchfall sowie Elektrolytpulver zum Ausgleich von Flüssigkeitsverlust, ein Mittel gegen Übelkeit und Reisekrankheit, Pflaster in mehreren Größen, sterile Wundauflagen und eine Mullbinde, ein Desinfektionsmittel für Wunden, eine Pinzette und eine kleine Schere, ein Fieberthermometer sowie ein Gel gegen Insektenstiche und Sonnenbrand.
Welche Präparate konkret passen, besprechen Sie am besten in der Apotheke oder mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Dort bekommen Sie auch Hinweise zu Einnahme und Verträglichkeit, die eine Checkliste nicht leisten kann und soll.
Anpassung ans Reiseziel
Eine Reiseapotheke ist kein starres Paket. Je nach Ziel verschieben sich die Schwerpunkte deutlich.
| Reisetyp | Sinnvolle Ergänzungen |
|---|---|
| Strand und Sonne | After-Sun-Pflege, verstärkter Sonnenschutz, Mittel gegen Ohrenbeschwerden nach dem Schwimmen |
| Wandern und Berge | Blasenpflaster, elastische Binde, Zeckenkarte, Sportsalbe |
| Fernreise in warme Länder | Insektenschutzmittel, gegebenenfalls Malariaprophylaxe nach ärztlicher Beratung, Mittel gegen Reisedurchfall |
| Städtereise | Kompakte Minimalversion der Basisausstattung |
| Reise mit Kindern | Kindgerechte Präparate, Zäpfchen, bunte Pflaster |
Vor Fernreisen lohnt ein Termin in einer reisemedizinischen Beratung. Dort wird geklärt, welche Impfungen und welche Prophylaxe für die Region sinnvoll sind. Solche Fragen gehören in ärztliche Hände, nicht in eine Packliste.
Was ins Handgepäck gehört
Bei Flugreisen gilt eine klare Trennung. Alles, worauf Sie angewiesen sind, reist in der Kabine mit: regelmäßig benötigte Medikamente, Allergie-Notfallmittel, Mittel gegen Reiseübelkeit. Ein Koffer kann verspätet ankommen oder verloren gehen, das Handgepäck bleibt bei Ihnen.
Tabletten und Kapseln sind im Handgepäck unproblematisch. Flüssige Medikamente über 100 Milliliter sind erlaubt, wenn sie während der Reise gebraucht werden, sollten aber bei der Kontrolle aktiv vorgezeigt werden. Bei rezeptpflichtigen Präparaten, Spritzen oder größeren Mengen hilft eine ärztliche Bescheinigung, idealerweise auf Englisch. Für manche Länder gelten für bestimmte Wirkstoffe strenge Einfuhrregeln, das klärt man vor Abreise.
Pflege der Reiseapotheke
Eine Reiseapotheke altert. Vor jeder Reise lohnt ein kurzer Check: Sind alle Haltbarkeitsdaten in Ordnung? Ist etwas angebrochen, das nach dem Öffnen nur begrenzt haltbar ist? Fehlt etwas, das beim letzten Mal verbraucht wurde?
Lagern Sie den Beutel unterwegs möglichst kühl und trocken, also nicht im aufgeheizten Auto und nicht im Badezimmer mit Dauerdampf. Beipackzettel bleiben bei den Präparaten. Wer Platz sparen will, fotografiert sie zusätzlich mit dem Handy.
Weiterlesen zur Reisevorbereitung
Die Reiseapotheke ist ein Kapitel eines größeren Themas. Den Überblick über alle Checklisten gibt die Seite Packlisten und Reisevorbereitung. Wie Medikamente und Flüssigkeiten durch die Sicherheitskontrolle kommen, beschreibt die Packliste Handgepäck im Detail. Und wer Sonne plant, findet in der Packliste Strandurlaub die passende Ergänzung zum Thema Sonnenschutz.
