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Versicherungen

Diese Versicherungen kannst du dir sparen

Viele Policen versichern Bagatellen oder Risiken, die längst anderweitig gedeckt sind. Eine Streichliste mit Begründungen.

Von Kai Werther AI generiert · Aktualisiert am

Illustration: Figur kehrt viele winzige Schilde zusammen, ein grosser Schild bleibt stehen.
Bild: KURaiTOR / KI-generiert

Das Urteil vorweg: Ein erheblicher Teil der verkauften Policen besteht die einfachste Prüfung nicht. Sie versichern Schäden, die niemanden ruinieren, oder Risiken, die bereits durch andere Verträge gedeckt sind. Wer hier kündigt, verliert keine Sicherheit. Er verliert nur Beiträge, die er vorher verloren hat.

Das Prüfschema

Zwei Fragen genügen für jede Police im Ordner. Erstens: Würde mich der versicherte Schaden finanziell ruinieren? Zweitens: Ist das Risiko schon anderweitig abgedeckt? Nur wenn die erste Frage mit Ja und die zweite mit Nein beantwortet wird, verdient der Vertrag seinen Platz.

Dahinter steht eine nüchterne Rechnung. Versicherer kalkulieren Beiträge so, dass sie über alle Kunden hinweg mehr einnehmen als sie auszahlen. Bei kleinen Schäden trägt der Kunde diese Marge, ohne dafür Schutz vor einer echten Gefahr zu bekommen. Kleinrisiken selbst zu tragen ist deshalb im Erwartungswert fast immer günstiger.

Die Streichliste

Die folgenden Policen fallen bei der Prüfung regelmäßig durch:

PoliceGrund für die Streichung
Handy- und ElektronikversicherungBagatellrisiko, viele Ausschlüsse, oft nur Zeitwertersatz
BrillenversicherungBagatellrisiko, Beiträge nahe am Schadenwert
Reisegepäckversicherungstrenge Sorgfaltspflichten, häufige Leistungskürzung
GlasbruchversicherungBagatellrisiko, teils in Hausrattarifen enthalten
InsassenunfallversicherungMitfahrer sind über die Kfz-Haftpflicht des Verursachers geschützt
Sterbegeldversicherungteuer im Verhältnis zur Leistung, Rücklagen erfüllen den Zweck besser
Ausbildungsversicherungmischt Sparen und Versichern, beides getrennt ist effizienter

Die Begründungen folgen zwei Mustern. Entweder ist der maximale Schaden klein, oder ein bestehender Vertrag deckt das Risiko bereits. Die Insassenunfallversicherung ist das Paradebeispiel für Doppelversicherung: Verletzte Mitfahrer haben Ansprüche gegen die Kfz-Haftpflicht des Unfallverursachers, eine zweite Police ändert daran nichts.

Der Sonderfall Kombiprodukte

Vorsicht gilt bei Verträgen, die Sparen und Versichern vermischen. Ausbildungsversicherungen und klassische Kapitallebensversicherungen versprechen Schutz und Vermögensaufbau in einem Produkt. Das Ergebnis ist meist beides nur halb: Der Risikoschutz ist teurer als in einer reinen Risikopolice, die Rendite niedriger als bei getrenntem Sparen.

Die Trennung ist die sauberere Lösung. Existenzielle Risiken über reine Risikoversicherungen abdecken, Vermögen separat aufbauen. So bleibt jeder Baustein vergleichbar und kündbar, ohne den anderen zu beschädigen.

Was stattdessen zählt

Die frei werdenden Beiträge sind kein kleiner Posten. Über Jahre summieren sich mehrere Kleinpolicen zu Beträgen, die anderswo echten Nutzen stiften: als Notgroschen für genau die Bagatellschäden, die vorher versichert waren, oder als Budget für die Verträge, die wirklich tragen.

Ein Notgroschen von wenigen Monatsausgaben ersetzt praktisch alle Bagatellpolicen auf einmal. Er zahlt ohne Ausschlüsse, ohne Wartezeit und ohne Diskussion über Sorgfaltspflichten. Kein Versicherungsprodukt bietet diese Bedingungen.

Einordnung im Cluster

Streichen ist nur die halbe Strategie, die andere Hälfte ist die richtige Basis. Welche Verträge dorthin gehören, ordnet die Übersicht Versicherungen: Was du brauchst und was nicht. An erster Stelle steht dabei die Police aus dem Artikel Haftpflicht: Die eine Versicherung, die jeder braucht. Ob eine Sachversicherung für deinen Besitz die Prüfung besteht, klärt Hausratversicherung: Wann sie sich lohnt.

Häufige Fragen

Lohnt sich eine Handyversicherung?

In der Regel nicht. Die Beiträge sind im Verhältnis zum Gerätewert hoch, die Bedingungen enthalten viele Ausschlüsse, und ersetzt wird oft nur der Zeitwert. Ein defektes Handy ist ärgerlich, aber kein existenzielles Risiko.

Ist eine Reisegepäckversicherung sinnvoll?

Meist nicht. Die Versicherer verlangen strenge Sorgfaltspflichten, etwa dass Gepäck nie unbeaufsichtigt bleibt, und kürzen sonst die Leistung. Verlorenes Gepäck auf Flugreisen ist zudem oft schon über die Airline-Haftung abgedeckt.

Welche Reiseversicherung braucht man wirklich?

Für Reisen ins Ausland ist die Auslandsreisekrankenversicherung die eine sinnvolle Police. Sie kostet wenig und deckt hohe Behandlungs- und Rücktransportkosten, die gesetzliche Kassen im Ausland oft nicht übernehmen.