Wer acht Stunden am Schreibtisch verbringt, kann sich noch so sehr vornehmen, gerade zu sitzen: Irgendwann sackt der Körper zusammen. Das ist kein Charakterfehler, sondern normal. Muskeln ermüden, wenn sie eine Position lange halten müssen. Die bessere Strategie setzt deshalb nicht auf Disziplin, sondern auf zwei Dinge: einen Arbeitsplatz, der zum Körper passt, und häufige Positionswechsel.
Stuhl und Tisch: die Basis einstellen
Beginnen Sie mit der Sitzhöhe. Die Füße stehen flach auf dem Boden, Ober- und Unterschenkel bilden ungefähr einen rechten Winkel, also etwa 90 Grad. Sitzt man zu hoch, baumeln die Beine und drücken die Stuhlkante in die Oberschenkel. Sitzt man zu tief, kippt das Becken nach hinten und der untere Rücken rundet sich.
Danach kommt der Tisch an die Reihe. Die Unterarme liegen locker auf der Tischplatte auf, die Schultern bleiben dabei entspannt unten. Müssen Sie die Schultern hochziehen, ist der Tisch zu hoch oder der Stuhl zu niedrig. In vielen Fällen hilft dann eine Fußstütze, wenn der Tisch nicht verstellbar ist.
Die Rückenlehne darf arbeiten. Sie ist kein Deko-Element, sondern soll den Rücken beim aufrechten Sitzen unterstützen, besonders im Bereich der Lendenwirbelsäule, also im unteren Rücken.
Der Monitor: Augenhöhe entlastet den Nacken
Ein zu niedriger Bildschirm zwingt den Kopf nach vorn und unten. Der Kopf wiegt mehrere Kilogramm, und je weiter er vor der Schulterachse hängt, desto mehr Haltearbeit leistet die Nackenmuskulatur. Stellen Sie den Monitor deshalb so auf, dass die Oberkante etwa auf Augenhöhe liegt. Der Abstand sollte ungefähr eine Armlänge betragen.
Laptopnutzer haben es schwerer, weil Tastatur und Bildschirm verbunden sind. Wer viel am Laptop arbeitet, profitiert von einer externen Tastatur und einer Erhöhung für das Gerät. So lassen sich beide Elemente unabhängig voneinander richtig platzieren.
Die beste Haltung ist die nächste
Dieser Satz aus der Ergonomie bringt es auf den Punkt: Keine Haltung ist auf Dauer gesund, auch die vorbildlichste nicht. Bandscheiben und Muskeln brauchen Wechsel. Es spricht also nichts dagegen, zwischendurch angelehnt zu sitzen, die Beine anders zu positionieren oder eine Weile im Stehen zu arbeiten, wenn ein höhenverstellbarer Tisch vorhanden ist.
Entscheidend ist der Rhythmus, nicht die Perfektion. Wer sich alle 20 bis 30 Minuten kurz anders hinsetzt, tut mehr für den Rücken als jemand, der eine Stunde lang mustergültig verharrt.
Mikropausen: klein, aber wirksam
Mikropausen sind Unterbrechungen von wenigen Sekunden bis zu einer Minute. Aufstehen beim Telefonieren, zum Drucker gehen, die Arme über den Kopf strecken, die Schultern kreisen lassen. Solche Miniaturen kosten praktisch keine Zeit und summieren sich über den Tag zu erstaunlich viel Bewegung.
Hilfreich ist ein fester Anker: nach jeder abgeschlossenen Aufgabe aufstehen, bei jedem Anruf gehen, jede volle Stunde einmal strecken. Erinnerungen am Rechner oder Handy können den Anfang erleichtern, bis der Wechsel zur Gewohnheit geworden ist.
Wann ärztlicher Rat sinnvoll ist
Anhaltende Schmerzen sollten nicht einfach weggerichtet werden. Wenn Beschwerden trotz angepasstem Arbeitsplatz über Wochen bestehen bleiben, nachts auftreten, in Arme oder Beine ausstrahlen oder von Taubheit und Kribbeln begleitet werden, ist eine ärztliche Abklärung angebracht. Gleiches gilt, wenn Kopfschmerzen oder Schwindel regelmäßig dazukommen.
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Der eingerichtete Arbeitsplatz ist die halbe Miete, Bewegung die andere Hälfte. Passende Ideen liefert der Beitrag über Rückenübungen für zwischendurch. Wenn der Nacken bereits zieht, lohnt der Artikel über Nackenverspannungen. Alle Themen rund um den Rücken finden Sie gesammelt in der Übersicht Rücken und Haltung.
